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kobinet-nachrichten 26.08.2010 - 06:23
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Besuch von engagierten Frauen

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Mainz (kobinet) Im Büro des Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz ging es gestern munter zu. Der Schulungskurs des Projektes Frauen-Beauftragte in Einrichtungen stattete dem Landesbehindertenbeauftragten einen Besuch ab und diskutierte über Maßnahmen um sexuellen Belästigungen und Missbrauch in Werkstätten und Wohnheimen entgegen zu wirken.

Obwohl der Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz immer wieder Besuch von Gruppen behinderter Menschen erhält, war sein Büro bisher selten so voll wie gestern. Die Teilnehmerinnen des Schulungskurses für Frauenbeauftragte in Einrichtungen informierten sich nämlich bei Ottmar Miles-Paul über dessen Arbeit und die Möglichkeiten und Grenzen eines Landesbehindertenbeauftragten. Viele Akten und E-Mails, eine Menge von Grußworten und Vorträgen, aber auch viele Gespräche mit behinderten Menschen, ihren Angehörigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, der Politik und Dienstleistungsanbietern beschreiben den vielfältigen Job eines Landesbehindertenbeauftragten, wie Miles-Paul den Frauenbeauftragten erklärte.

Bei diesem Austausch blieb es jedoch nicht bei einseitigen Schilderungen, was ein Landesbehindertenbeauftragter macht, sondern die bereits aktiven bzw. zukünftigen Frauenbeauftragten hatten selbst eine Reihe von Erfahrungen, Anregungen und Forderungen mitgebracht. Denn das Treffen diente auch dazu, sich über mögliche Maßnahmen zu unterhalten, die ergriffen werden können, um sexuelle Belästigungen, Missbrauch und unangemessenes Verhalten in Einrichtungen der Behindertenhilfe zu vermeiden.

Gemeinsam mit Vertretern der Beratungs- und Prüfbehörde nach dem Landesgesetz über Wohnformen- und Teilhabe, also der ehemaligen Heimaufsicht in Rheinland-Pfalz, wurde im Anschluss an die Bürobesichtigung im Sitzungssaal des Sozialministeriums diskutiert. An oberster Stelle stand natürlich die Forderung, dass es in Werkstätten und Wohnheimen Frauenbeauftragte geben muss, die selbst behindert sind. Denn die Erfahrungen der Teilnehmerinnen des Schulungskurses zeigen, dass es immer wieder zu Belästigungen, Missbrauch und unangemessenem Verhalten von BetreuerInnen, ArbeitskollegInnen oder MitbewohnerInnen komme. Der Schulungskurs bildet daher behinderte Frauen aus, die in Werkstätten arbeiten bzw. in Wohnheimen wohnen, diese Funktion wahrzunehmen. Das Weibernetz und Mensch zuerst haben hierfür ein Bundesmodellprojekt bewilligt bekommen. Am liebsten wäre es den Frauen, wenn die Frauenbeauftragten in Einrichtungen gesetzlich verankert wären.

Wichtig sei aber auch, dass die Frauenbeauftragten eine gute Unterstützung und Schulung bekämen, daher müssten die Einrichtungen hierfür auch die nötigen Mittel bereit stellen. Eine weitere Forderung war, dass über das Thema sexuelle Gewalt mehr gesprochen wird, denn oft werde dies unter den Teppich gekehrt.

Der Landesbehindertenbeauftragte und die Vertreter der Beratungs- und Prüfbehörde machten sich viele Notizen und sicherten den Frauenbeauftragten zu, sich intensiv um das Thema zu kümmern. In Rheinland-Pfalz seien bereits Schulungsveranstaltungen mit Einrichtungsträgern zum Thema Missbrauch geplant. Auch solle des Thema bei den Treffen der Heim- und Werkstatträte zukünftig auf die Tagesordnung kommen. moh
 

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