
Düsseldorf (kobinet) Nordrhein-Westfalens Elternvereine für Gemeinsames Lernen haben heute zu Beginn des Schuljahrs von der neuen Landesregierung in Düsseldorf ein kraftvolles Signal gefordert, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung von nun an in die Regelschulen integriert werden.
„Im Koalitionsvertrag bekennt sich diese Regierung zum Aufbau eines inklusiven Bildungssystems. Ein solches Schulsystem entsteht aber nicht von allein. Wer die eingefahrene Selbstverständlichkeit brechen will, mit der hierzulande Kinder wegen einer Behinderung in Sonderschulen verfrachtet werden, muss kraftvolle politische Signale setzen“, sagt die Vorsitzende des Elternvereins mittendrin e.V., Eva-Maria Thoms.
Als ersten Schritt verlangen die Eltern, dass noch in diesem Jahr der individuelle Rechtsanspruch auf Integration in die allgemeine Schule im Schulgesetz verankert wird, und zwar ohne Vorbehalt. Dazu gehört auch die Einführung eines Antidiskriminierungsgrundsatzes für alle Schulen.
Gleichzeitig muss die Arbeit an einem Inklusionsplan für die nordrhein-westfälischen Schulen beginnen. Ein solcher Plan muss mit konkreten Maßnahmen, festen Zielgrößen für die Integration und einem verbindlichen Zeitplan darlegen, wie das Sonderschulsystem und das Regelschulsystem innerhalb von zehn Jahren zusammenwachsen sollen.
Die Eltern betonen, dass der Aufbau eines inklusiven Bildungssystems eine verbindliche Verpflichtung aus der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen ist. „Die Landesregierung kann es deshalb nicht den Kommunen überlassen, ob sie ihre Schulen inklusiv machen oder nicht. Hier muss ein Menschenrecht gewährleistet werden. Das ist keine Frage der Freiwilligkeit“, betont Bernd Kochanek, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben – gemeinsam lernen NRW e.V. sch