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07.09.2010 - 12:45

Neuer Behindertenbeauftragter in Nordrhein-Westfalen.

Düsseldorf (kobinet) Norbert Killewald ist von der Landesregierung zum neuen Beauftragten für die Belange behinderter Menschen in Nordrhein-Westfalen bestellt worden. Der frühere sozialpolitische Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion im Landtag ist Nachfolger von Angelika Gemkow, die das Amt von 2005 bis 2010 ausgeübt hat.

„Die Belange behinderter Menschen sind der neuen Landesregierung sehr wichtig. Deshalb freue ich mich sehr, dass es gelungen ist, mit Norbert Killewald einen profilierten Sozialpolitiker für dieses wichtige Amt zu gewinnen“, sagte Sozialminister Guntram Schneider heute bei der Amtseinführung in Düsseldorf. „Ich bin mir sicher, dass Norbert Killewald sich mit aller Kraft, aber auch mit dem erforderlichen langen Atem dafür einsetzen wird, dass alltägliche Barrieren abgebaut und die Interessen der Behinderten gegenüber Politik und Verwaltung durchgesetzt werden.“

Unter Hinweis auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen betonte Schneider: „Wir brauchen einen Perspektivwechsel in der Behindertenpolitik. Denn wir wollen eine Gesellschaft schaffen, die niemanden ausgrenzt, egal ob er behindert oder nicht behindert, arm oder reich ist.“ Behindertenpolitik tauge dabei nicht für parteipolitische Auseinandersetzungen, vielmehr solle der auch von der Vorgängerregierung eingeschlagene Weg eines parteiübergreifenden Konsenses fortgesetzt werden. So werde das Programm “Teilhabe für alle“, das für 59 Projekte in allen Ressorts der Landesregierung rund 186 Millionen Euro vorsieht, ausgebaut, um dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft näher zu kommen.

„Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Nordrhein-Westfalen ist ein Schwerpunkt meines neuen Amtes“, sagte Norbert Killewald. „Ich möchte gemeinsam mit den Akteuren der Behindertenpolitik und der Landesregierung nach Möglichkeiten suchen, Barrieren einzureißen und neue zu verhindern. Angelika Gemkow hat als Landesbehindertenbeauftragte wichtige Impulse gegeben, beispielsweise für barrierefreie Arztpraxen und für das Signet ‚Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren’. Gemeinsam mit den behinderten Menschen werde ich nach Möglichkeiten suchen, hier noch stärkere Impulse zu setzen“, betonte Killewald. sch
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Gunther H. Schweickert schrieb am 13.09.2010, 18:01

Hinweis für Frau Fuchs

Was die gegenwärtige Landesregierung bewogen hat, Herrn Killewald in dieses Amt zu berufen, weiß ich auch nicht. Dass es darin zuwenig Frauen gebe und in NRW das Landesgleichstellungsgesetz bei der Ernennung in Ämter nicht zu beachten sei, kann so aber nicht stimmen. Möglicherweise ist der Behindertenbeauftragte ein Mann, weil die Ministerpräsidentin eine Frau ist - quasi als Ausgleich ;-) In jedem Fall aber scheint Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit entgangen zu sein, dass die 5 Jahre zuvor mit Angelika Gemkow eine Frau den Job gemacht hat.

Christina Fuchs schrieb am 12.09.2010, 17:28

Ernennung des Behindertenbeauftragten in NRW

Nicht selbst betroffen,wenig bekannt,soll Norbert Killewald die Belange behinderter Menschen in NRW vertreten. Warum gibt es so wenig Frauen in diesem Amt? Vermutlich ist das Landesgleichstellungsgesetz NRW bei der Ernennung in Ämter nicht zu beachten.

Karin Manzer schrieb am 10.09.2010, 07:06

Kein Betroffener?

Schön, nun hat die nordrhein-westfälische Landesregierung nach über vier Monaten nach der Wahl einen Behindertenbeauftragten benannt. Die Frage ist nur, was für einen! Hat man von ihm behindertenpolitisch schon einmal etwas größeres vernommen? Ist er selbst behindert? Das geht weder aus der Biographie noch der Presseerklärung hervor? Kommt er von der Selbsthilfe oder der Wohlfahrt, die Biographie deutet auf das letztere eindeutig hin. Von der Umsetzung der UN-Konvention ist da aber viel die Rede. Wäre es also nicht der logische und erste Schritt gewesen, einem Menschen mit Behinderung den Job zu geben und nicht einem SPD-Mann, der nicht mehr in den Landtag gewählt wurde und bei dem der Dümpel des Versorgungsjobs nicht ganz abgestreift werden kann. Sage mir niemand, dass es in Nordrhein-Westfalen nicht auch engagierte und profilierte behinderte Menschen gibt, die diesen Job ausüben könnten. Wenn nicht im bevölkerungsreichsten Bundesland - wo dann?

Ohne den neuen Mann genauer zu kennen, tun sich mir hier große Zweifel auf, ob hier der Geist der UN-Konvention und der Rhetorik der Beteiligung behinderter Menschen oder parteitaktische Überlegungen im Vordergrund stehen.

Karin Manzer

Dieter Soth schrieb am 08.09.2010, 17:36

Gespannte Erwartung

Herzlichen Glückwunsch zu dieser spannenden Aufgabe. "Leben ohne Barrieren" -L.o.B.-Deutschland- wünscht einen guten Start und eine glückliche Hand bei allen anstehenden Entscheidungen.

Die räumliche Nähe zu Krefeld und die thematische Nähe zu Ihrem neuen Amt würde mit einem Besuch in einer der umfangreichsten Dauerausstellungen für barrierefreies Bauen und Wohnen bundesweit ein interessantes Zeichen setzen.
Wir laden Sie gerne dazu ein.


Dr. Annette Standop schrieb am 07.09.2010, 22:14

Na dann...

...herzlichen Glückwunsch, Herr Killewald! Die Erwartungen sind hoch, insbesondere nach der Amtszeit Ihrer Vorgängerin, die bahnbrechende Veränderungen durch die Behindertenrechtskonvention schlicht verschlafen hat. Auf gutes Gelingen, und - schauen Sie sich mal in der südlichen Nachbarschaft um, es lohnt sich.

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