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kobinet-nachrichten 09.09.2010 - 07:54
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Demenz war Thema beim Pflegestammtisch

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Mainz (kobinet) Beim Pflegestammtisch, der gestern Abend im Proviant Magazin in Mainz mit der rheinland-pfälzischen Sozialministerin Malu Dreyer stattfand, ging es um das Thema Umgang mit Demenz. Dabei wurde klar, wie tabubesetzt dieses Thema für die Betroffenen in Deutschland immer noch ist.

Dass das Thema Demenz in Rheinland-Pfalz in der Prioritätenliste ganz oben steht, machte Sozialministerin Malu Dreyer in ihrer Einführungsrede zum Pflegestammtisch deutlich. In Rheinland-Pfalz gibt es bereits seit 2004 eine Demenzkampagne, die die Ministerin gestartet hat und die in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung durchgeführt wird. Deshalb lag der Ministerin auch viel daran, dass das Thema bei den in Mainz und Trier schon traditionellen Pflegestammtischen aufgegriffen wird. Vor allem auch, um den Angehörigen den Umgang mit demenziell erkrankten Menschen zu erleichten, denn hier gäbe es noch sehr viel Unwissenheit und Unsicherheiten.

So entwickelte sich auch eine rege Diskussion, die von persönlichen Erfahrungen, Ratschlägen von Expertinnen und Experten, Hinweisen auf Unterstützungsangeboten und eine Reihe von konkreten Fragen geprägt war. Den ca. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pflegestammtisches riet Malu Dreyer u.a. die Pflegestützpunkte, die in Rheinland-Pfalz gut ausgebaut sind, zu nutzen, die mit vielfältigen Informationen behilflich sein können. Alternative Unterstützungsangebote wie kleinere Wohngruppen gäbe es in Mainz mittlerweile einige, doch sei es schwer diese in anderen Bereichen des Landes zu etablieren. Daher gäbe es noch viel zu tun. moh
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Gisela Maubach schrieb am 09.09.2010, 10:13

Pauschale Niedrigschwelligkeit per Gesetz

Ob der Hinweis auf Pflegestützpunkte wirklich hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln - auch wenn ich nicht weiß, wie unabhängig diese Beratungsmöglichkeiten in Rheinland-Pfalz ausgestaltet sind.
Bei uns in NRW sind die Pflegestützpunkte überwiegend bei Kostenträgern (z.B. Eingliederungshilfe oder Pflegekasse) angesiedelt, so dass von Unabhängigkeit keine Rede sein kann und die dafür verwendeten Gelder (§ 92c Abs. 5 SGB XI) für die Betroffenen sicherlich sinnvoller ausgegeben werden könnten.

Wenn der Gesetzgeber einerseits "den Angehörigen den Umgang mit demenziell erkrankten Menschen erleichtern" will, ist es ausgesprochen kontraproduktiv, wenn gleichzeitig eine Pauschalierung der zusätzlichen Betreuungsleistungen eben für diesen Personenkreis vorgeschrieben wird.
Menschen mit "demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen" können zwar zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen, aber unverständlicherweise nur über "anerkannte" oder "zugelassene" Anbieter, die ihrerseits für diese Betreuungen ausschließlich "niedrigschwelliges" Personal
einsetzen, während der überwiegende Teil des Geldes in die Anbieter-Kasse fließt.

Bei schweren Formen von Behinderungen kann diese Leistung nicht in Anspruch genommen werden, und wenn ein Rechtsanspruch in der Realität nicht geltend gemacht werden kann, weil "höherschwellige" Betreuungsbedarfe nun mal nicht durch "niedrigschwellige" Angebote gedeckt werden können, dann stoßen auch die besten Beratungseinrichtungen an ihre Grenzen.
Hier ist der Gesetzgeber gefordert, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Betroffenen und ihren Familien wirklich helfen - und nicht vorrangig die Kassen von Pflegediensten füllen!



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