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10.09.2010 - 06:52

Kritik an fragwürdiger Forschung.

Berlin (kobinet) Die Bundesregierung kann nach Ansicht des behindertenpolitischen Sprechers der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Markus Kurth, den Verdacht nicht ausräumen, dass bei der Studie zur Aufklärung genetischer Ursachen der psychomotorischen Entwicklungsstörung geforscht wird, um Geld im Gesundheitswesen einzusparen, indem eine sogenannte geistige Behinderung "wegtherapiert" wird bzw. gar nicht erst entsteht.

Dies ist die Schlussfolgerung von Markus Kurth anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen unter dem Motto "Forschung an Kindern mit sogenannter geistiger Behinderung" durch den Forschungsverbund Deutsches Netzwerk für mentale Retardierung (MR-NET).

Sollte sich ein solcher Verdacht bestätigen, handele es sich um moderne Eugenik, die mit über vier Millionen Euro von der Bundesregierung gefördert wird. Das Bundesministerium sollte nach Ansicht von Markus Kurth daher ein eigenes Interesse daran haben, die offenen Fragen zu beantworten. "Stattdessen bleibt weiter ungeklärt, wem die Forschung eigentlich nützt. Auch ist nicht ersichtlich, inwieweit ethische Standards im Rahmen der Studie, etwa bei der Patienteninformation oder bei der Einwilligungserklärung, eingehalten werden. Hier und zu vielen anderen Fragen schweigt die Regierung", erklärte Markus Kurth.

Es sei dringend geboten, genetischen Untersuchungen im Forschungsbereich einen engen Rahmen zu setzen. Was bei medizinischen Behandlungen durch das Gendiagnostikgesetz geregelt sei, fehle in diesem Bereich. Das bestehende Gendiagnostikgesetz müsse daher um den Bereich Forschung ergänzt werden. Bündnis 90/Die Grünen haben hierzu schon vor vier Jahren einen Gesetzentwurf vorgelegt, der allerdings bislang keine Mehrheit finde, betonte Markus Kurth. cm
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

S. Schmidt schrieb am 11.09.2010, 00:53

Danke für die Hintergrundinformation.

Hallo Frau Rosenberger,
danke für die Hintergrundinformation. Es kommt halt darauf an, die Vernichtungsinitiativen der EU nachhaltig zu durchkreuzen.
Da helfen auch keine Zielvereinbarungen; hier ein barrierefreier Kiosk; dort eine barrierefreie Wanderroute. So etwas ist in meinen Augen Aktionismus, der von den Schandtaten auf EU-Ebene (mit Anweisung zum Handeln in den EU-Ländern) stark ablenken und die EU-Einwohner einlullen soll. Teilhabe als Augenwischerei.

An der Pflicht zum Nicht-Mehr-Leben-Lassen behinderter Kinder scheint was dran zu sein, denn heutzutage werden ja Eltern in Erwartung der Geburt eines Kindes Schauergeschichten über Behinderung und ihre Auswirkung aufgetischt.

Dass behinderte (Kinder) nur ungern gesehen werden, lässt sich an Hand der Gesetze erahnen und sicherlich auch nachweisen. Eltern behinderter Kinder werden vom Staat zu Bettler/innen gemacht, indem immer wieder um Unterstützung beim Staat und den Kommunen nachgesucht werden muss und Eltern Behinderter sowie die Behinderten selber mit Leistungen durch Staat, Kommune und a-soziale Leistungsgewährleister/innen, wie Krankenkassen und Andere an der kurzen Leine gehalten werden.

Ganz schleichend hat inzwischen auch wieder das Gebährverbot für bestimmte Teile der Bevölkerung Einzug gehalten: das (quasi) Gebährverbot für Menschen mit Hartz IV. Jo, Kinder zu bekommen, das gesteht der Staat Eltern mit Hartz IV zu, jedoch gibt es vom Staat kein Geld mehr, um das (neu geborene) Kind großzuziehen. Was ist das Anderes, als eine Art Eugenik zu relaunchen.

Zuerst sind Menschen mit Hartz IV dran und dann ...?

Gruß,
S. Schmidt.

Inge Rosenberger schrieb am 10.09.2010, 19:33

Empfehlung der EU

Forschungen und deren Auswirkungen in Bezug auf "bedeutende Kostenfaktoren" sind anscheinend groß im Kommen. Im letzten Jahr gab es bereits den "ENTWURF EINES BERICHTS über den Vorschlag für eine Empfehlung des Rates für eine europäische Maßnahme im Bereich seltener Krankheiten"

Zitat:
[...] In einigen Fällen gibt es bereits Gentests, die vor Präimplantationsverfahren durchgeführt werden können, um solche Krankheiten bei Embryonen auszuschließen und letztlich einige dieser Krankheiten auszumerzen. Hier ist konzertiertes Handeln mit genetischer Beratung und Informationsnetzen gefragt. Dies ist in einigen Mitgliedstaaten bei bestimmten Krankheiten bereits gängige Praxis und sollte geprüft und in Erwägung gezogen werden, da so schließlich einige dieser Erkrankungen ausgemerzt werden können. [...]

Quelle und kompletter Text: Europäisches Parlament (www.europarl.europa.eu/meetdocs/2004_2009/documents/pr/766/766840/766840de.pdf)

Zuerst kommt die (von der Regierung geförderte Forschung. Und dann kommt eine "Empfehlung"...
Egal wie diese aussehen mag - sie ist für mich der Anfang vom Recht hin zur Pflicht. Danach kommen "Empfehlungen" für Embryonen, dann für schwerstbehinderte Neugeborene (siehe Singer, Nida-Rümelin und andere), und dann für alle anderen Menschen, denen gewisse Werte und Fähigkeiten (wirtschaftlicher Nutzen) abgesprochen werden.


S. Schmidt schrieb am 10.09.2010, 08:28

Frau Schavan - bitte Hut nehmen und abdanken.

Frau Schavan sollte sofort ihren Hut nehmen und als Ministerin abdanken und sich vom Pöstchen innerhalb des Zentralverbandes der Katholiken zurückziehen, oder möchte Frau Schavan 1933 fortfolgende Jahre reloaded wissen???!!!???
Frau Schavan, folgen Sie ihrer Partei-Genossin, Frau E. Steinbach und ziehen Sie sich ebenso, wie Frau E. Steinbach, aus der (CDU-)Öffentlichkeit zurück.

Die an der, so genannten!!!, 'Forschung' beteiligten 'Forscher/innen' und sonstigen Mitarbeiter/innen, müssen sich die Fragen gefallen lassen, ob sie das Unterichtsfach in der Schule abgewählt haben und so Lücken in der Allgemeinbildung, was die Zeit 1933 bis 1945 betrifft, vorweisen.

Offenbar (gegenüber Behinderten) hass-erfüllte Forscher/innen und sonstige Mitarbeiter/innen an (Hass gegenüber behinderten Menschen) (so genannten) Forschungseinrichtungen sollten sich die Fragen gefallen lassen und auskunftspflichtig gemacht werden, offenzulegen, was ihr offensichtlicher Hass auf Behinderte die Gesellschaft kostet; nämlich die Verplemperung von Forschungsgeldern, die nun der Forschung auf dem Gebiet der Inklusion fehlen.

Das Schavan'sche Bundesministerium muss sich die Frage nach Offenlegung der Zahlen und Fakten gefallen lassen, welche und wie viele Forschungsprojekte und Langzeitforschungen, nach Antragstellung beim Schavan'schen Bundesministerium, abschlägig beschieden und somit finanziell und materiell nicht gefördert wurden, die zum Thema Inklusion forschen (wollten und nun das nicht können, wegen Schavan'scher, ministerieller Nicht-Förderung).

By the way: Welchen Einfluss an die Finanzierung der hier offensichtlich betriebenen Ausrottung von behinderten Menschen hatte das Bundesministerium der Finanzen, indem Gelder für die ominöse 'Forschung an behinderten Menschen zu deren post-Verhinderung dem Schavan'schen Ministerium bereit gestellt wurden?
S. Schmidt, Hamburg.

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