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04.02.2003 - 15:15

PID verletzt die Würde behinderter Menschen.

Berlin (kobinet) Massive Eingriffe in die Würde behinderter Menschen befürchtet der «Allgemeine Behindertenverband in Deutschland 'Für Selbstbestimmung und Würde' e.V.» (ABiD). Verbandpräsident Stefan Heinik teilte diese Sorge dem Präsidenten des Deutschen Bundestags, Wolfgang Thierse (SPD), mit. Anlass ist das mehrheitliche Votum des von Bundeskanzler Schröder eingesetzten «Nationalen Ethikrats» für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland.

«PID kann keine Krankheiten heilen. Mit ihrer Hilfe könnten im günstigsten Falle Träger von Erbkrankheiten verhindert werden. Und die PID ist - selbst ihre Befürworter/innen sagen das unumwunden - nur eine Vorstufe zu Präimplantationstherapie-Versuchen. Was da mit welchem Ziel therapiert werden soll, bleibt unklar. Aber dass diese Technologie auf Veränderungen des Erbguts in Richtung Wünschbarkeit - Kind nach Wunsch - hinausläuft, ist unübersehbar», schreibt Heinik in seinem Brief an den Bundestagspräsidenten. Der ABiD fordert, es dürfe keine Gesetze beschlossen werden, die solchen Entwicklung in irgendeiner Weise Vorschub leisten. Menschen mit und ohne Behinderungen, so heißt es, sollten weder in der Kosten-Nutzen-Falle noch in der Mitleids-Falle gefangen werden.

Mit Freude habe man zur Kenntnis genommen, so Heinik, dass sich seit einigen Wochen offenbar ein großer partei- und fraktionsübergreifender Konsens abzeichne, das Klonen in jeder Form zu verbieten, bzw. das in Deutschland bestehende Verbot zu bekräftigen. Ebenso höre man es mit Befriedigung, dass die Einsetzung einer Enquête-Kommission «Recht und Ethik der modernen Medizin II» im Bundestag bevorstehe. Ausdrücklich erklärt der ABiD seine Bereitschaft, mit dieser Enquête-Kommission zusammen zu arbeiten. hjr

 

 
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