Kassel (kobinet) Unter dem Motto «Zeit für Veränderungen - Persönliche
Zukunftsplanung als Chance für mehr Selbstbestimmung» führt das Netzwerk
People First Deutschland zur Zeit eine Aufklärungskampagne durch. Bei dem
von der Aktion Mensch geförderten Projekt geht es darum, das Instrument der
Persönlichen Zukunftsplanung auch in Deutschland verstärkt dazu einzusetzen,
dass behinderte Menschen mehr Chancen für ein selbstbestimmteres Leben
bekommen. Am Wochenende kamen MitarbeiterInnen des EU-Projektes OPEN DOORS
der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland in den Genuss,
diese neue Methode im Rahmen der ersten MultiplikatorInnenschulung dieses
Projektes kennen zu lernen.
Während der Ansatz der Persönlichen Zukunftsplanung eine Reihe von Methoden
für die Entwicklung von Träumen, Zielen und konkreten Umsetzungsschritten
für ein selbstbestimmteres Leben miteinander kombiniert, stellt das
Herzstück dieser Methode der Aufbau eines positiven UnterstützerInnenkreises
dar. Das gemeinsame Erarbeiten von Unterstützungsmöglichkeiten, um der
planenden Person das Erreichen ihres Zieles zu ermöglichen, steht dabei im
Mittelpunkt. «Die Persönliche Zukunftsplanung ist jedoch ein sehr
praktisches Instrument, das voraus setzt, dass diejenigen, die andere dabei
unterstützen, ihre Ziele zu erreichen, auch selbst bereit sind, die eigene
Zukunft zu planen», erklärte Susanne Göbel, die das erste Seminar zusammen
mit Carolin Emrich geleitet hat. «Daher waren die TeilnehmerInnen auch
gleich im ersten Seminar gefordert, ihre eigene Zukunft bewusster in die
Hand zu nehmen».
Für die nächsten Monate sind eine Reihe von Veranstaltungen, die
Veröffentlichung von Informationen zu diesem Thema, individuelle
Zukunftsplanungen und die Entwicklung von Perspektiven für die Etablierung
dieses für die Selbstbestimmung Behinderter interessanten Ansatzes in
Deutschland geplant. «Denn wir wollen unser Leben selbst in die Hand nehmen.
Wir wollen Träume haben, ernst genommen werden und Ziele setzen anstatt dass
immer nur über uns bestimmt wird», so Stefan Göthling, Bundesgeschäftsführer
des Netzwerk People First Deutschland. omp