Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Sommercamp 2012 selbstbestimmtes Leben
Werbebanner zu Barrierefreie Reiseziele
Werbebanner zu Netzwerk PROBudget
Werbebanner zu Hier könnte Ihr Werbebanner sein
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
04.05.2011 - 18:58

Barrieren in den Köpfen abbauen.

Berlin (kobinet) Menschen mit Behinderungen werden nach Einschätzung von Hubert Hüppe in allen Lebensbereichen immer noch ausgegrenzt. "Ausgangspunkt sind hierfür oft die Barrieren in den Köpfen vieler Menschen", betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen anlässlich des morgigen Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Das Motto des Protesttags "Inklusion beginnt im Kopf" benenne dieses Problem klar und knüpfe gleichzeitig an die Anforderungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention an.

"Wer sein Leben lang nie mit Menschen mit Behinderungen in Kontakt stand, hat häufig Berührungsängste und Vorbehalte. Diese Barrieren in den Köpfen werden durch das in Deutschland vorherrschende System von Sondereinrichtungen für behinderte Menschen und durch fehlende Barrierefreiheit im öffentlichen Raum befördert", so der Behindertenbeauftragte. Besonders gravierend sei die Situation an den Schulen in Deutschland, wo immer noch über 80 % der behinderten Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen unterrichtet werden.

Hier seien die Länder gefordert, die Rahmenbedingungen für gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen zu schaffen und das Recht auf eine Regelbeschulung zu verwirklichen, betonte Hüppe. Auch in anderen Bereichen wie Ausbildung und Arbeit oder auch im Wohnbereich gelte es, Teilhabe mitten in der Gesellschaft zu ermöglichen. Inklusion sei hierbei nur dann erfüllt, wenn sie auch für Menschen mit besonders hohem Unterstützungsbedarf verwirklicht werde.

Um ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen zu ermöglichen, sei auch Barrierefreiheit im öffentlichen Raum umzusetzen. "Den Verantwortlichen muss klar sein, dass Barrierefreiheit auf Plätzen, in Gebäuden und Verkehrsmitteln angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft eine Investition in die Zukunft ist", so der Behindertenbeauftragte. Barrierefreiheit bedeute aber nicht nur abgesenkte Bordsteine und ausreichende Bewegungsflächen auf öffentlichen Plätzen sowie Laut- und Lichtsignale in Zügen und Bussen, sondern auch leichte Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Hüppe betonte, dass bei der Schaffung der gemeinsamen Lebensräume alle gefordert seien - Bund, Länder und Kommunen, Kostenträger, soziale Dienstleister, Sozialpartner und Kirchen. Er freue sich über die vielen Aktionen zum Europäischen Protesttag in ganz Deutschland, die die Bedeutung von Inklusion und den bestehenden Handlungsbedarf deutlich machten. sch
 

 
Empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden bei Facebook
Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Gisela Maubach schrieb am 05.05.2011, 01:27

Die wirkliche Barriere heißt Geld

Nach 24 Jahren intensiver Erfahrung sowohl als betroffene Mutter eines schwerstbehinderten Sohnes als auch als Mitarbeiterin eines Vereins zur Unterstützung behinderter Kinder bin ich keineswegs der Überzeugung, dass die höchsten Barrieren in Köpfen unserer Mitmenschen zu finden sind.
Diejenigen Köpfe, die über die Umsetzung der UN-Konvention entscheiden - also über Selbstbestimmung und Inklusion - haben ganz andere Barrieren im Kopf. Und die Höhe dieser Barrieren ist identisch mit der Höhe der Kosten, die jeweils notwendig sind, um Inklusion zu ermöglichen.
Bei denjenigen Köpfen, die die entscheidenden Gesetze "basteln", steigen diejenigen (Köpfe) auf der Karriere-Leiter am höchsten, die es am besten schaffen, möglichst viele Gelder einzusparen und dies dann (dem Wähler) möglichst auch noch als soziale Wohltat zu verkaufen.

In den Köpfen derjenigen Menschen, die uns bei unserem (größtmöglich inklusiven) Leben tagtäglich umgeben, kann ich kaum Barrieren erkennen, denn abgesehen von einer spürbaren Unsicherheit kann ich keine bewusste Ausgrenzung feststellen. Ganz im Gegenteil: Die meisten Menschen haben keine Barriere im Kopf, sondern ihnen fehlt einfach nur die Erfahrung.

Die größte Barriere ist ganz eindeutig der tägliche Kampf gegen diejenigen Köpfe, die uns ununterbrochen vorrechnen, welche "Last" unsere behinderten Kinder für den Steuerzahler darstellen. Und diese Barriere wird noch dadurch fest einzementiert, indem diejenigen, die ohnehin schon an der Grenze der Belastbarkeit angekommen sind, keine eigenen Interessenvertretungs-Strukturen aufbauen können, aber von den bestehenden Interessenvertretungen leider auch nicht "mitgenommen" werden.

Die momentan erkennbare Ignoranz der Probleme von schwerstbehinderten Menschen, die sich nicht selbst vertreten können, ist Ausgrenzung par excellence . . .
. . . und hier müssen in der Tat noch einige Barrieren in einigen Köpfen abgebaut werden . . .

Solange man schwerst-behinderte Menschen in ein "statisches" Sozialhilfe-System "integriert", bei welchem regelmäßig ein Missbrauchsverdacht zugrunde gelegt wird, konstruiert der Gesetzgeber eine unerträgliche Barriere, die man zunächst in den eigenen politischen Köpfen abbauen muss, bevor man von anderen Köpfen Barriere-Abbau verlangen kann!

w berger schrieb am 04.05.2011, 22:04

Recht auf Inklusion...

Das Recht auf Inklusion wird gerade in Sondereinrichtungen nicht ernst genommen. Wie oft meine behinderte Tochter bereits im Heim gesagt hat "Ich will nach Hause " und wie oft sie darauf die Antwort im Heim gehört hat "Das geht leider nicht" , ist kaum zu glauben .
Recht geht nicht ?? Barrieren in Köpfen ?? Daheim statt Heim ??

Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2012 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.