
Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl
Berlin (kobinet) Mit dem Slogan „Rettungsschirme für Alle!“ formiert sich morgen um 11 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin ein Demonstrationszug zum Bundeskanzleramt. Die Demo bildet den Höhepunkt des diesjährigen Europäischen Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai. Die Forderungen der vielen regionalen Aktionen sollen gebündelt an die Bundesregierung herangetragen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zur Abschlusskundgebung eingeladen worden.
Den Aufruf zur Rettungsschirme-Demo haben Verbände und Initiativen unterstützt, die wie der Deutsche Behindertenrat unzufrieden mit der schleppenden Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen sind. Bei den Aktionen zum Europäischen Protesttag fiel auf, dass sich zunehmend junge Leute (auch deren Eltern) äußern, die Benachteiligungen durch Politik und Verwaltung nicht mehr länger hinnehmen wollen.
Fraglich ist natürlich, ob der Terminkalender der Regierungschefin Zeit lässt, ein Wort an die Demonstranten zu richten. Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen wird zu diesem Zeitpunkt mit seinen Kolleginnen und Kolleginnen aus den Ländern darüber beraten, wie die Behindertenrechtskonvention umgesetzt werden kann. Spannend wird also die Frage, wer vor oder hinter dem Gatter des Bundeskanzleramtes zu den Demonstranten sprechen will.
Mit der Parade der Vielfalt in Dresden oder Kiels erster großer Manifestation zum 5. Mai und zahlreichen weiteren Aktionen unter dem Motto "Inklusion beginnt im Kopf" haben Menschen mit Behinderungen überall in Deutschland darauf gedrängt, die mit der Ratifizierung rechtsgültige Behindertenrechtskonvention endlich mit Leben zu erfüllen.
Vor etwa 200 Demonstranten in Kiel hat Jan Nagel, über die neuen Web-Medien unter dem Künstlernamen Jeff Bam Hayoukid bekannt geworden, seinen auf YouTube viele Tausend Mal angeklickten Rapsong erstmals live über die Bühne gebracht. Der Rapper vom Holländerhof in Flensburg traf die Gefühle, Wünsche und auch den Zorn von Betroffenen. Wer Verantwortung fühlt, kann das nicht einfach unter den Tisch fallen lassen.
Sabine Fichmann schrieb am 09.05.2011, 09:02
wieder lauwarme Solidaritätsbekundungen von Frau Merkel hören? Denn mehr wird von ihr nicht kommen.
Als Pfarrerstochter müsste sie den Satz:" An euren Taten werdet ihr gemessen, nicht an euren Worten!" eigentlich kennen. Davon ist aber wenig bis nichts zu sehen!
Angelika mincke Aids und Behinderten Selbsthilfe schrieb am 09.05.2011, 07:53
Wir wünschen euch morgen ganz viel Erfolg, ganz viele Menschen die mit machen. Und laßt es richtig krachen.
LG Angelika