In Niedersachsen leben immer mehr Menschen mit einer Schwerbehinderung. Ende 2025 waren es über 779.000 – ein Anstieg von acht Prozent innerhalb von zwei Jahren. Das zeigen aktuelle Zahlen des Landesamts für Statistik. Betroffen sind nicht nur Ältere, sondern auch etwa 24.000 Kinder und Jugendliche mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50.
Veröffentlicht am 11.08.2026 07:35 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Symbol Fragezeichen Foto: ht
Berlin (kobinet)
Die Kritik an der Beschäftigung behinderter Menschen in Werkstätten weit unter dem Mindestlohn und ohne nennenswerte Chancen auf eine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wird immer lauter. Eine von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen veröffentlichte Tabelle über die durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelte inklusive der vom Rehabilitationsträger gezahlten 52 Euro Arbeitsförderungsgeld zeigt für das Jahr 2024 ein monatliches durchschnittliches Arbeitsentgelt von 233 Euro in den deutschen Werkstätten auf. Dabei gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede. So betrug im Jahr 2024 beispielsweise in Hamburg das durchschnittliche Arbeitsentgelt 305 Euro, während die werkstattbeschäftigten behinderten Menschen in Schleswig-Holstein nur 178 Euro bekamen. Dieser massive Unterschied wirft eine Reihe von Fragen auf, u.a. auch wie verlässlich die Rückmeldungen der Werkstätten auf die Abfrage sind, bzw. warum sich solch große Unterschiede auftun.
Der Sozialverband VdK sieht erhebliche Defizite bei den aktuellen Hitzeschutzkonzepten in Deutschland und hat am 11. August 2026 einen Maßnahmenkatalog vorgelegt. Hitzeschutz sei derzeit Ländersache und führe zu einem uneinheitlichen Flickenteppich aus verschiedenen Ansätzen – von einfachen Hitzetipps auf Stadtwebseiten bis hin zu detaillierten Maßnahmenkatalogen. Eine bundesweite Vereinheitlichung sei dringend notwendig, betont der Verband. Seit April 2026 gebe es nahezu 12.000 hitzebedingte Sterbefälle, was die Dringlichkeit unterstreiche.
Veröffentlicht am 11.08.2026 06:21 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon Foto: privat
Marburg (kobinet)
„Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird.“ Davon ist der Journalist Franz-Josef Hanke aus Marburg überzeugt. In seinem Beitrag anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, bei denen die AfD mit hohen Umfragewerten ins Rennen geht, fragt er sich, was wir tun können, um der vielen behinderten Menschen angstmachenden Entwicklung entgegenzuwirken.
Veröffentlicht am 11.08.2026 05:26 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Uwe Heineker Foto: privat
Berlin (kobinet)
„‚Rechte werden nicht verliehen, sie müssen erstritten werden.‘ Aktivist Uwe Heineker über 50 Jahre Krüppelbewegung“, so lautet der Titel eines Interviews, das Anne Gersdorff mit Uwe Heineker auf der Plattform Die Neue Norm veröffentlicht hat. „Seit 1971 kämpft Uwe Heineker gegen Ausgrenzung und Paternalismus. Im Interview mit Anne Gersdorff spricht er über das Krüppel-Tribunal 1981, die Zynik der Werkstätten für behinderte Menschen und warum er sich von der jungen Bewegung mehr radikalen zivilen Ungehorsam wünscht“, heißt es in der Ankündigung des Interviews.
Veröffentlicht am 10.08.2026 14:01 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
shoe Foto: rewind
FREIBURG (kobinet)
Der Förderverein für den Himmelreich-Jakobusweg lädt zusammen mit der Bürgerbewegung für Inklusion Kirchzarten zum Samstag, dem 19. September 2026 zu einer Pilgeretappe für Alle auf der „Breitnauer Sonnenrunde“ ein. Bei der vorgesehenen Wanderung führt die Strecke ab dem Hinterdorf auf dem Himmelreich-Jakobusweg. Dieser Pilgerweg ist einer der wenigen in Deutschland, der neben der Originalstrecke auch ausgeschilderte Alternativrouten für Menschen mit Behinderungen bietet. Die 5,4 km lange Strecke besteht überwiegend aus geteerter Oberfläche und hat eine Steigung von 76 m. Für Rollstuhlfahrende stehen Schiebehilfen, ein montierbarer Vorsatz mit einem Rad (für alle Rollstuhlmodelle geeignet) sowie ein Auto zur Verfügung, das bei Bedarf zum Ausgangspunkt zurückfährt. Die Etappe ist auch für blinde Menschen mit Begleitung machbar.
Veröffentlicht am 10.08.2026 08:56 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
260807_Petition Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt!
Berlin (kobinet)
„Echter Schutz vor Diskriminierung – für ein wirksames Gleichbehandlungsgesetz“, sol lautet der Titel einer Petition, die sich an die Mitglieder des Rechtsausschusses und des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages, sowie die Bundestagsabgeordneten richtet und vom Bündnis AGG Reform Jetzt! auf der Petitionsplattform von Campact WE ACT gestartet wurde. Aktueller HIntergrund der Petition ist, dass dem Deutschen Bundestag ein Gesetzentwurf für die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) der Bundesregierung vorliegt. Dieser bleibet aber weit hinter dem zurück, was Betroffene, Fachverbände und juristische Expert*innen seit Jahren fordern: Ein Gleichbehandlungsgesetz, das seinen Namen verdient.
Veröffentlicht am 10.08.2026 07:47 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Beim Fußballfinale in Sand am Main gab es viele spannende Zweikämpfe. Foto: Lebenshilfe Bayern – Dr. Jürgen Auer
ERLANGEN (kobinet)
Das Team Wefa Ahorn ist zum dritten Mal in Folge bayerischer Fußballmeister. Beim Landesweiten Fußballturnier 2026 für Menschen mit Behinderungen verteidigte das Meisterteam auf dem Rasen wie bereits in der Halle erneut seine Spitzenposition. Das Turnierfinale fand mit spannenden Wettkämpfen und prominenten Gästen in toller Atmosphäre im unterfränkischen Sand am Main statt. Das Fußballturnier war im Mai, Juni und Juli mit Vorrunden in Ruhmannsfelden, Hammelburg und Ursberg gestartet. Daran hatten rund 35 Teams aus ganz Bayern teilgenommen. Beim Finale des Turniers, also bei der Bayerischen Fußball-Meisterschaft, spielten auf dem Sportgelände vom 1. FC 1920 Sand am Main am 1. August 2026.
Veröffentlicht am 10.08.2026 07:47 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Logo Aktion Mensch Foto: Aktion Mensch
Bonn (kobinet)
Zum Internationalen Tag der Jugend, der am 12. August begangen wird, wird weltweit daran erinnert, wie wichtig junge Menschen für unsere Gesellschaft und eine funktionierende Demokratie sind. „Doch nicht alle Kinder und Jugendlichen starten mit den gleichen Voraussetzungen, viele wachsen mit Barrieren auf. Das kann ihnen den Zugang zu Bildung, Freizeit, Mitbestimmung und Gemeinschaft erschweren. Und genau hier setzt die Aktion Mensch an: Wir fördern Projekte, die jungen Menschen Teilhabe ermöglichen. Seit 2003 haben wir dafür schon mehr als 400 Millionen Euro bereitgestellt“, heißt es im aktuellen Newsletter der Aktion Mensch.
Veröffentlicht am 10.08.2026 07:47 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Foto vom Bundesverfassungsgericht Foto: Bundesverfassungsgericht
Karlsruhe / Kiel (kobinet)
Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte von behinderten Menschen gestärkt, die ihre Assistenz über ein Persönliches Budget selbst organisieren. Mit Beschluss vom 20. Juli 2026 gab es der Verfassungsbeschwerde einer jungen Frau statt (Az. 1 BvR 1302/26). Die Frau beschäftigt ihre Assistenzkräfte selbst im Arbeitgebermodell. Ihr bewilligtes Budget reichte für den tatsächlichen Bedarf nicht aus. Deshalb beantragte sie im Eilverfahren ein höheres Persönliches Budget nach § 29 SGB IX. Das Landessozialgericht Schleswig-Holstein sprach ihr nur einen Teil zu. Den weitergehenden Bedarf sah es als nicht glaubhaft gemacht an, berichtet Heiner Popken, der die Frau vor dem Bundesverfassungsgericht vertreten hat.
Veröffentlicht am 10.08.2026 07:46 von Sozialverband Deutschland Landesverband Berlin-Brandenburg e. V.; Co-Autoren: Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
sovd Foto: Sozialverband Deutschland
BERLIN (kobinet)
Anlässlich der Öffnung der Briefwahlstellen für die Berlin-Wahl am 10. August 2026 hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) Landesverband Berlin-Brandenburg seine Forderungen für ein soziales Berlin für die Legislaturperiode 2026 bis 2031 vorgestellt. Der Verband betont darin vor allem die Notwendigkeit, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe in der Hauptstadt zu stärken. Der SoVD fordert unter anderem Maßnahmen gegen Armut und soziale Ausgrenzung sowie eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen. Besonders im Fokus stehen dabei die Sicherung bezahlbaren Wohnraums, die Stärkung der Pflegeinfrastruktur und die Umsetzung inklusiver Bildungsangebote. Der Verband weist darauf hin, dass diese Themen in der kommenden Legislaturperiode Priorität erhalten müssten, um die Lebensqualität aller Berlinerinnen und Berliner zu sichern.
Veröffentlicht am 10.08.2026 07:46 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Nachricht
Symbol Ausrufezeichen Foto: ht
Staufen (kobinet)
Ottmar Miles-Paul liegt richtig mit seiner kürzlichen Beobachtung, in den öffentlich-rechtlichen Medien finden die Belange von behinderten Menschen zur Zeit etwas mehr Beachtung als zuvor.
Veröffentlicht am 09.08.2026 06:06 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Plakat_Vorderseite Foto: AG Silberlocken in der LINKEN Region Hannover
Hannover (kobinet)
„Würden Sie für 1,50 Euro die Stunde arbeiten?“ So lautet der Titel einer Lesung mit anschließender Diskussion mit dem Autor des Romans „Zündeln an den Strukturen“ über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen, Ottmar Miles-Paul, und seiner Leseassistentin Kerstin Blochberger. Die Veranstaltung findet am 19. August 2026 um 18:00 Uhr im Stadtteilzentrum Stöcken in der Eichsfelder Str. 101 in 30419 Hannover statt. Sie wird von der AG Silberlocken der LINKE in der Region Hannover im Vorfeld der Kommunalwahlen durchgeführt und beschäftigt sich mit sozialer Ausgrenzung, die behinderte und nichtbehinderte Menschen erleben. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
Veröffentlicht am 09.08.2026 05:11 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Simone Fischer Foto: Axel Dressel
Stuttgart (kobinet)
„Minister Linnemann muss jetzt zielgerichtet korrigieren: Pflegebedürftige dürfen nicht durch steigende Eigenanteile immer weiter belastet werden. Wer pflegende Angehörige als Alltagshelden bezeichnet, darf ihnen nicht die Rentenbeiträge kürzen. Auch die Aussetzung der Tariftreue für Pflegepersonal muss vom Tisch. Eine echte Reform muss die Versorgung sichern, Qualität stärken und Pflege bezahlbar machen.“ So lautet der Appell der Sprecherin für Pflegepolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Simone Fischer, nach dem Wechsel an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums von Nina Warken zu Carsten Linnemann.
Veröffentlicht am 08.08.2026 11:06 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Logo Lebenshilfe Nordrhein Westfalen e.V. Foto: Lebenshilfe Nordrhein Westfalen e.V.
HÜRTH (kobinet)
Tausenden Menschen mit Behinderung in Deutschland droht, dass ihnen die Unterstützung, die Ihnen oder einem geliebten Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht, von heute auf morgen gekürzt wird. Die Bundesregierung plant tiefgreifende Reformen in der Eingliederungshilfe – mit weitreichenden Folgen für Betroffene und ihre Familien. Die Lebenshilfe NRW setzt gemeinsam mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe ein klares Zeichen im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“. Als Landesverband im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands – mit rund 17.000 Mitgliedern und 22.000 Mitarbeitenden – fühlt sich dieser Landesverband in besonderer Verantwortung. Und nutzen sie.
Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands VdK Deutschland zeigt, dass 62 Prozent der Befragten geplante Kürzungen beim Wohngeld ablehnen. Ein Drittel (34 Prozent) spricht sich sogar voll und ganz dagegen aus. Nur 26 Prozent befürworten Einschnitte. Die Umfrage wurde vom 24. bis 27. Juli 2026 mit 2.341 Teilnehmenden durchgeführt und ist repräsentativ für die Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.
Veröffentlicht am 08.08.2026 05:10 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
A person holding a remote control while watching TV indoors. Foto: Atlantic Ambience
Erfurt (kobinet)
„Als Welpen bekommt Maje (10) ihren Labradoodle Mika und will ihn selbst zum Assistenzhund ausbilden. Schubladen öffnen, Socken ausziehen, Dinge bringen – Majes Hund soll ihr im Alltag helfen. Sie hat eine Krankheit, die ihre Muskeln immer schwächer macht. Unterstützung bekommt Maje beim Hundetraining von ihren Eltern und einer Trainerin. Wird Mika die Prüfung zum Assistenzhund bestehen?“ So lautet die Ankündigung eines Beitrags der auf KiKA gesendet und in der Mediathek eingestellt wurde. Zum Abschluss der International Assistance Dog Week könnte der gut 20minütige Film mit dem Titel „Hundetraining: Maje und ihr Assistenzhund“ gerade auch für Kinder interessant sein könnte.
Veröffentlicht am 07.08.2026 12:49 von SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.; Co-Autoren: Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
sovd Foto: Sozialverband Deutschland
HANNOVER (kobinet)
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen kritisiert die Aussage von Ministerpräsident Olaf Lies, die Klimaziele zugunsten von Arbeitsplätzen und Industrie später umzusetzen. In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ hatte Lies angekündigt, die Klimaneutralität zugunsten der Wirtschaft nach hinten zu verschieben. Der SoVD reagierte darauf mit scharfer Kritik. „Wir alle spüren gerade sehr deutlich die Folgen des Klimawandels. Mittlerweile sind schon fast 10.000 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Das betrifft vor allem Ältere und andere vulnerable Gruppen“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. In anderen Fällen wäre bei so vielen Todesopfern bereits ein Krisengipfel der Landes- und Bundesregierung einberufen worden. Stattdessen mache der Ministerpräsident deutlich, dass ihm Wirtschaft wichtiger sei als der soziale Aspekt und das Leben der Menschen. Der SoVD betont, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen und Menschenleben Hand in Hand gehen müssen. „Niemandem nutzt eine florierende Wirtschaft, wenn Menschen in Pflegeheimen sterben und es keinen kommunalen Hitzeschutz gibt“, so Swinke.
Das Projekt des Deutschen Behindertensportverbandes (DSB) „Teilhabe VEREINfacht“ ist erfolgreich zu Ende gegangen. Seit dem 1. Juni 2023 verfolgte das Projekt das Ziel, Menschen mit Behinderung den Einstieg in den Breitensport zu erleichtern und insbesondere den Kinder-Rehasport nachhaltig zu stärken. Dabei wurde schnell deutlich: Gerade in diesem Bereich besteht bundesweit großer Handlungsbedarf. Insgesamt wurden im Projektzeitraum mehr als 400 Förderanträge für neue Sportangebote bewilligt. 141 davon entfielen auf den Kinder-Rehasport – ein deutliches Zeichen dafür, dass Vereine den Bedarf erkannt haben und Kindern mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen mehr Bewegungsangebote ermöglichen möchten. Gleichzeitig zeigte das Projekt aber auch, welche Herausforderungen bestehen: Es fehlen qualifizierte Übungsleitungen, der Kinder-Rehasport ist vielerorts noch zu wenig bekannt und Kooperationen mit Ärztinnen und Ärzten müssen weiter ausgebaut werden.
Veröffentlicht am 07.08.2026 08:17 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
260807_Buch_Tolliner Foto: Barbara Tolliner
Leoben, Österreich (kobinet)
„Hinfallen ist erlaubt. Aufstehen ist Pflicht“, so lautet der Titel eines Buches von Barbara Tolliner – eine biografische Mutmacher-Erzählung mit dem Untertitel „Wie geht Leben, wenn alles anders kommt“. Der vor einigen Jahren nach einer Krebserkrankung verstorbene Klaus Tolliner und seine Frau Barbara Tolliner, die das Buch geschrieben hat, waren u.a. treibende Kräfte bei den Sommercamps zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen, die von 2006 bis 2018 im jährlichen Wechsel in Duderstadt und Graz stattgefunden haben.
Veröffentlicht am 07.08.2026 08:03 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Sonnenschein über der Silhouette einer Stadt Foto: Fatih Turan
Berlin (kobinet)
Die einen leben in vollklimatisierten Wohnungen, arbeiten in kühlen Büros oder steigen in klimatisierte Autos, während andere sich das nicht leisten können oder aus Umweltgründen nicht leisten wollen. Der Umgang mit Hitze gestaltet sich nicht nur in Deutschland also je nach sozialer Ausgangslage ganz unterschiedlich. Hinzu kommt, dass die Belange behinderter Menschen in Extremsituationen wie der derzeitigen Hitze oft weitgehend auf der Strecke bleiben. „Bei der Debatte um Schutzmaßnahmen bleiben Menschen mit Behinderungen oft außen vor. Dabei sind gerade sie auf barrierefreie Kühlräume angewiesen.“ Dies schreibt Andrea Schöne in einem Gastkommentar für die taz mit der Überschrift „Klima und Ableismus: Nicht alle trifft die Hitze gleich“.
Veröffentlicht am 07.08.2026 07:53 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Geldscheine Foto: Gerhard Bartz
Berlin (kobinet)
Während Kürzungen im Gesundheitswesen an verschiedenen Stellen vorangetreiben werden, verdichten sich die Informationen, dass Krankenkassen hunderte von Millionen Euro bei riskanten Investments verzockt haben. In einem ntv-Bericht vom 6. August 2026 heißt es dazu: „Mehrere Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben nach Medienberichten insgesamt mindestens 220 Millionen Euro durch umstrittene Investments verloren. Bei den bereits vor Jahren verlorenen Millionensummen der Krankenkassen handele es sich um Beitragsgelder von gesetzlich Versicherten, so NDR, WDR und ‚Süddeutsche Zeitung‘. Bei den Kassenärztlichen Vereinigungen entspreche das Geld Mitgliedsbeiträgen von Ärztinnen und Ärzten.“
Veröffentlicht am 07.08.2026 07:41 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Infozeichen Foto: Susanne Göbel
Berlin (kobinet)
Im Rahmen des Projektes „Bei Anruf Kultur“ wird der Botanische Garten Berlin erstmals per Telefonführung erlebbar. Am 27. August und am 29. Oktober 2026 können Interessierte einen der größten und bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt kostenlos live entdecken – unabhängig von Sehvermögen, Mobilität oder Wohnort. Mit dieser Premiere erweitert „Bei Anruf Kultur“ sein bundesweites Angebot um einen weiteren außergewöhnlichen Kulturort und zeigt, wie kulturelle Teilhabe ohne Umbauten gelingen kann.
Veröffentlicht am 06.08.2026 16:34 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Symbol Ausrufezeichen Foto: ht
Düsseldorf (kobinet)
Rente, Pflege und Gesundheit – die geplanten Reformen der Bundesregierung lösen aus Sicht des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen (NRW) die Probleme nicht – stattdessen schaffen sie neue Unsicherheit. „Kürzungen sind keine Reformen. Die Vorhaben in jetziger Form gefährden das Vertrauen der Menschen in die soziale Sicherheit. Das spüren wir täglich im Austausch mit unseren 425.000 Mitgliedern: Noch nie haben uns so viele persönliche und besorgte Nachrichten erreicht“, sagt Horst Vöge, Präsident des VdK NRW.
Veröffentlicht am 06.08.2026 13:18 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Two male rowers in a double scull on calm water during a sunny day, wearing sportswear. Foto: Boris Hamer
FRECHEN (kobinet)
Deutschlands Nationalmannschaft im Para Rudern hat bei den Europameisterschaften im italienischen Varese zwei Goldmedaillen gewonnen. Jubeln durften Kathrin Marchand und Valentin Luz im PR3-Mixed-Doppelzweier sowie Jasmina Bier und Paul Umbach im PR2-Mixed-Doppelzweier. Beide Duos verteidigten ihre EM-Titel. Jasmina Bier und Paul Umbach machten es besonders spannend. Sie lieferten sich bis zur Ziellinie ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Ukraine und hatten am Ende mit 0,4 Sekunden die Nase vorne. Eine gute Leistung hat auch der Doppelzweier mit Kathrin Marchand und Valentin Luz geboten. In persönlicher Bestzeit von 6:55,91 Minuten ruderten Marchand und Luz souverän zu EM-Gold und zur Titelverteidigung. Damit waren sie gut 2,7 Sekunden schneller als ihre eigene Weltbestzeit.
Veröffentlicht am 06.08.2026 09:31 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Geldscheine Foto: Gerhard Bartz
Hannover (kobinet)
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Niedersachsen warnt vor den Folgen der geplanten Kürzung des Unterhaltsvorschusses. Besonders betroffen seien Frauen, die aufgrund häuslicher Gewalt in Frauenhäusern leben, da sie laut aktueller Frauenhausstatistik viermal häufiger auf die Leistung angewiesen sind als andere Alleinerziehende. Der SoVD fordert einen Stopp der Reform.
Veröffentlicht am 06.08.2026 07:05 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung
Sonnenuntergang auf Korsika Foto: Irina Tischer
Kassel (kobinet)
Auch wenn die Hitze der Hundstage derzeit Einigen kräftig zu schaffen macht und in dieser Woche noch in allen Bundesländern Schulferien sind bevor in der nächsten Woche zum Teil die Schule wieder losgeht, steht der Herbst schon fast vor der Tür. Ein Herbst, der nach Einschätzung von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in behindertenpolitischer Sicht äusserst anstrengend werden dürfte. Denn viele Gesetzesvorhaben sind im Bundestag schon fast entscheidungsreif, bzw. werden demnächst von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Daher empfiehlt der Behindertenrechtler trotz der anstrengenden Hitze noch einmal richtig Kraft zu schöpfen, damit die Behindertenbewegung bei den anstehenden Gesetzesvorhaben Flagge zeigen, das Schlimmste verhindern und vielleicht die eine oder andere Verbesserung erreichen kann.
Veröffentlicht am 06.08.2026 06:38 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Daumen hoch Foto: Irina Tischer
Lörrach (kobinet)
Aus dem Landkreis Lörrach werden Fortschritte bei der Integration von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt gemeldet. Im Rahmen eines speziellen Jobcoach-Projekts konnten zwei Personen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Die Jobccaches begleiten dabei den Übergang von Werkstätten für behinderte Menschen in reguläre Betriebe und unterstützen sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber bei der notwendigen Umgestaltung der Arbeitsabläufe und des Umfelds, wie es in einem Bericht der Finanzeitung AD HOC NEWS vom 5. August 2026 heißt.
Veröffentlicht am 06.08.2026 06:27 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Symbol Fragezeichen Foto: ht
Wien (kobinet)
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 23. Juli 2026 zehn Entwürfe für die nächste Euro-Banknotenserie vorgestellt. Menschen in ganz Europa können diese bis 21. September 2026 in einer Online-Umfrage bewerten. Für behinderte Menschen ist es dabei wichtig, dass die Banknoten gut erkennbar und ertastbar sind, wie aus einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS hervorgeht.
Veröffentlicht am 05.08.2026 14:33 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Blick in das Fenster des Lebenshilfe Ladens Foto: Anja de Bruyn
ERLANGEN (kobinet)
Die Lebenshilfe Erlangen ist über die aktuellen Sparvorhaben der Bundesregierung in der Eingliederungshilfe, der Pflegeversicherung und der Kinder- und Jugendhilfe sehr besorgt. Die Leistungskürzungen würden in großem Maße Menschen mit Beeinträchtigung treffen und ihre gesellschaftliche Teilhabe sowie Inklusion gefährden. „Eingliederungshilfe ist kein Luxus und kein freiwilliger Zuschuss, sondern Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigung gleichberechtigt leben und ihre Rechte wahrnehmen können“, betont Frank Morell, Vorsitzender der Lebenshilfe Erlangen.
Veröffentlicht am 05.08.2026 14:21 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Vier sich gegenseitig am Handgelänk haltende Hände darunter die Buchstaben BSK Foto: BSK e.V.
BERLIN (kobinet)
Die Bundesregierung plant, wie vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) festgestellt wird, im Rahmen des vom Kabinett im Juli 2026 beschlossenen „Bürokratierückbaugesetz Verkehr“ wieder einmal auf Kosten von Menschen mit Behinderungen, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen und kurzfristig mobilitätseingeschränkten Menschen einen haltlosen Bürokratieabbau. Parallel will die Regierung wieder einmal keine ausreichenden finanziellen Mittel für die Förderungen für die Verbesserung einer barrierefreien Mobilität an Länder und Kommunen bereitstellen, wie von der rechtsverbindlichen UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) insbesondere in den Artikeln 9 und 20 sowie auch vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) seit Jahren gefordert.
Veröffentlicht am 05.08.2026 09:27 von Hartmut Smikac in der Kategorie Nachricht
Eine Hand hält ein Hörgerät Foto: Pixabay/kalhh
BERLIN (kobinet)
Das Organisationsteam hat seine Köpfe rauchen lassen und ein buntes Programm als Höhepunkt des Jubiläumsjahres eine Aktionswoche in der Matthäus-Kirchengemeinde in Berlin-Steglitz erstmalig als gemeinsame Veranstaltung von DSB, DCIG, DHV und dem SVB auf die Beine gestellt. Bis zu dieser Veranstaltung ist es nicht mehr lange hin. Sie wird vom 17. bis zum 20. September 2026 stattfinden.
Veröffentlicht am 05.08.2026 06:26 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung
Ausrufezeichen Foto: ht
Berlin (kobinet)
Viktoria Przytulla hat am 2. August 2026 an einer Stadtführung im Berliner Olympiastadium teilgenommen. An dem Ort, an dem vor 90 Jahren, am 1. August 1936, die Olympiade im NS-Deutschland eröffnet wurde, stieß sie auf Nazisymbolik, die die Ideologie des „gesunden Volkskörpers“ heute immer noch verkörpert. In ihrem Bericht für die kobinet-nachrichten plädiert die Wissenschaftlerin dafür, dass die nächste Demonstration zum Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai auf dem Gelände des Berliner Olympiageländes stattfinden sollte. Und dass wir dabei Zeichen hinterlassen, die diesen von Faschismus geprägten Ort nachhaltig verändern.
Veröffentlicht am 05.08.2026 06:22 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Symbol Prozentzeichen Foto: ht
Köln (kobinet)
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsämter und Hilfen der Sozialen Entschädigung (BIH) veröffentlichte vor kurzem den Jahresbericht mit einem Überblick über die Tätigkeiten sowie die Verwendung der Mittel im Jahr 2024. Das bundesweite Aufkommen der Ausgleichsabgabe lag 2024 bei knapp 893 Millionen Euro. Davon verblieben 82 % (733 Millionen Euro) bei den Inklusions- und Integrationsämtern, 18 Prozent gingen an den Ausgleichsfonds des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf rund 755 Millionen Euro. Davon flossen 236 Millionen Euro an Arbeitgeber zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen (43.000 Einzelfälle) sowie 146 Millionen Euro an 1.037 Inklusionsbetriebe. Zusätzlich erhielten 9.900 schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben Leistungen der Begleitenden Hilfe in Höhe von 86 Millionen Euro – etwa für Mobilität, Arbeitshilfen, Qualifizierung oder Arbeitsassistenz.
Veröffentlicht am 05.08.2026 06:22 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
Orangener Kreis mit dem weißen Buchstaben Z im Kreis und den Buchstaben DF rechts daneben Foto: Pixabay/2247188
Marburg (kobinet)
Am Sonntag, den 2. August 2026, wurde im Rahmen der Bekanntgabe der AKTION MENSCH-Gewinnzahlen ein Trailer gezeigt, in dem über das Kunstmuseum Marburg und das Projekt der „Museumsfreunde“ mit dem Titel „Museum für alle“ berichtet wurde. Das Video hat ist zwei Minuten lang und ist in der ZDF Mediathek unter folgendem Link zu finden:
Gegenüber Andersdenkenden bin ich tolerant. Doch bei Faschisten stößt meine Toleranz fast an ihre Grenzen. Deshalb danke an Hans Willi Weis für den Link zu diesem Lied von Igor Levit und Danger Dan, über das alle seit Wochen reden und das ich mir dann doch einmal angehört habe.
Dass die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen einen EU-Mitgliedstaat einleitet, ist an sich nicht außergewöhnlich. Dass dies jedoch gegen 22 der 27 EU-Staaten – darunter auch Deutschland und Österreich – gleichzeitig geschieht, verdient Beachtung, heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS. Dort heißt es weiter: „Genau das ist nun passiert: Die Kommission leitete gegen fast alle EU-Staaten ein dreistufiges Vertragsverletzungsverfahren ein, da sie die neuen EU-Vorgaben unter anderem zur Entgelttransparenzrichtlinie und weiters zu Mindeststandards für nationale Gleichbehandlungsstellen nicht fristgerecht umgesetzt haben. Als erster Schritt wurden nun Aufforderungsschreiben versandt.“
Veröffentlicht am 04.08.2026 06:10 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Nachricht
260803_Selbst_Aktiv_Klausur Foto: Selbst Aktiv
Berlin (kobinet)
Der Bundesvorstand der AG Selbst Aktiv von Menschen mit Behinderungen in der SPD fordert eine beschleunigte Einführung des Europäischen Behindertenausweises. Anlässlich seiner Klausurtagung vom 1. – 2. August 2026 im Willy-Brandt-Haus in Berlin betonte der Verband, dass die seit Oktober 2024 vorliegende EU-Richtlinie zügig umgesetzt werden müsse. Die verbindliche Frist bis zum 5. Juni 2028 sei zu lang, um sich darauf ausruhen zu können, sagte Karl Finke, Co-Bundesvorsitzender der AG Selbst Aktiv.