Magdeburg/Kassel (kobinet) Das Netzwerk People First Deutschland hat mittels eines vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Modellprojektes nicht nur gezeigt, dass Menschen, die herkömmlich als «geistig Behinderte» bezeichnet wurden, mit einer entsprechenden Unterstützung sehr wohl in der Lage sind, ihre Interessen selbst zu vertreten. Es hat auch immer wieder deutlich gemacht, dass viele Betroffene von dem von ihnen als äußerst diskriminierend empfundenen Begriff «geistig Behinderte» nichts halten und sie den Begriff «Menschen mit Lernschwierigkeiten» für wesentlich besser halten. Bei der Abschlussdiskussion während der Eröffnungsveranstaltung zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen wurde dies eindringlich bekräftigt und durch einen entsprechenden Applaus des Publikums bestätigt.
Das Netzwerk People First Deutschland hat sich nun an die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gewandt, um mit dieser ins Gespräch für eine Änderung der Begriffe zu kommen. «Wir sind es leid, dass andere ganz selbstverständlich über unseren geistigen Zustand urteilen. Wir sind Menschen, denen es eben schwerer fällt zu lernen und uns auszudrücken.», so Stefan Göthling, Bundesgeschäftsführer des Netzwerkes People First Deutschland. Es sei nun an der Zeit, die Meinung der Betroffenen auch in diesem Punkt ernst zu nehmen. «Wenn es gelungen ist, den Namen der Aktion «Sorgenkind» in Aktion Mensch zu ändern, wäre es gelacht, wenn wir nicht auch den diskriminierenden Begriff «geistig behindert» in die Geschichtsbücher senden könnten», so Göthling. omp
Uwe Heineker schrieb am 09.01.2012, 10:00
... diesen Artikel und stelle mit Entsetzen fest:
die berechtigte Forderung nach der Namensumbenennung besteht nun seit fast 9 (!) Jahren und nichts ist passiert!
Wann zeigt die deutsche Lebenshilfe endlich Einsicht und gibt ihr hartnäckiges Festhalten an dem diskriminierenden Begriff "geistig behindert" auf, wie es die österreichische Lebenshilfe längst vorgemacht hat?!