
Frankfurt a. M. (kobinet) Heute abend wurde in Frankfurt dem umstrittenen australischen Bio-Ethiker Peter Singer der "Ethik-Preis" der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) in der Deutschen Nationalbibliothek verliehen. Vor dem Bibliotheksgebäude hatten sich mehr als 50 Menschen zum Protest gegen die Preisverleihung eingefunden, weil Singer ihrer Auffassung nach das Lebensrecht behinderter Menschen in seinen Veröffentlichungen mehrfach in Frage gestellt hat.
Die Nationalbibliothek war vom Behindertenbeauftragten der Bundesregierung Hubert Hüppe aufgefordert worden, diese Veranstaltung wegen Singers menschenverachtender Haltung zu verhindern. "Da diese Veranstaltung keinen strafrechtlichen Hintergrund hat, sehen wir keinen Anlass, einer gemeinnützigen Stiftung die Nutzung unserer Räume zu verweigern", sagte der Pressesprecher der Nationalbibliothek Stephan Jockel dem kobinet-Korrespondenten. "Die Nationalbibliothek achtet selbstverständlich die Rechte behinderter Menschen, aber auch das Recht auf Meinungsfreiheit."
Der Pressesprecher der gbs Michael Schmidt-Salomon bedauerte gegenüber kobinet, dass es nach seiner Meinung Missverständnisse seitens behinderter Menschen über Singers Bio-Ethik gebe. Er habe Verständnis für die Betroffenheit Behinderter. "Wir haben damit gerechnet, dass es Proteste Behinderter gegen die Preisverleihung an Peter Singer geben wird, aber eine rationale Diskussion seiner Thesen ist nötig." Wenn Behinderung kein persönliches Leid bedeute, wären besondere Zuwendungen der Gesellschaft nicht notwendig. Persönliches Leid sei nach seiner Auffassung vermeidbar durch die Vermeidung von Behinderungen. Unter "Behinderungen" versteht er jedoch keine gesellschaftlichen Barrieren, sondern Krankheiten und Defizite von Personen. Schmidt-Salomon beklagte, dass es bei der Preisverleihung eigentlich um Singers Verdienste für Grundrechte von Menschenaffen gehe.
"Ich habe das nicht für möglich gehalten, nach 20 Jahren noch einmal gegen Singer und seine Thesen für die Euthanasie von Säuglingen, Kindern und Erwachsenen mit sogenannten schweren Behinderungen hier protestieren zu müssen", empörte sich Prof. Dr. Anne-Dore Stein von der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Sie halte es nicht für einen Zufall, dass sich die gbs für die Selektion behinderter Föten bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) engagiert. "Behinderung ist eine Konstruktion", sagte Ruth Gillert, Studentin aus Frankfurt. Der gesellschaftliche Umgang mit behinderten Menschen lasse befürchten, dass sich Frauen zur Abtreibung behinderter Kinder gedrängt fühlen.
Morgen um 18.00 Uhr findet an der Goethe Universität Frankfurt am Main eine weitere öffentliche Veranstaltung mit Peter Singer statt, der mit Wolf Singer im Casino Westend Campus, Grüneburgplatz 1, Raum 1.801, über die "Ethik der Neurowissenschaften" diskutieren wird. hjr
Franziska S. schrieb am 15.06.2011, 18:25
Ein Link für Interessierte unter ihnen. Eine Diskussion zwischen Peter Singer und der ehemaligen Gesundheitsministerin Andrea Fischer in der Sendung "Horizonte" im hr-Fernsehen.
www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=2598
w berger schrieb am 10.06.2011, 21:57
Im Übrigen steht in diesen Gutachten auch geschrieben , daß es das Ziel der Behandlung ist , meine Tochter weiter in der Sondereinrichtung zu belassen , weil eine Heilung nicht möglich ist ect....
Genau das , hatte meine behinderte Tochter bereits vermutet , weil immer vorgeplant wurde und eine Entscheidung des Gerichts weiter aussteht . Sie sagt deshalb bereits seit längerer Zeit im Heim u.a. "Ich will nicht immer hierbleiben . Ich will nicht mit zur Fahrt . Mir gehts schlecht . Ich will zu Mama . " Sie hat noch niemals gesagt "Ich will im Heim bleiben bleiben . " SICHER WARTET MAN DARAUF , aber das würde nicht dem INKLUSIONSGEDANKE der UN-BRK entsprechen .............
w berger schrieb am 10.06.2011, 21:45
Wenn man sich auch selbst äußern kann , nutzt es oftmalf gar nicht !!!
Das liegt sicher auch in der Tatsache , wie "Gutachter die Äußerung eines behinderten Menschen sehen , was alleidings nach Inkraftreten des Dritten Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts zum 1.9.2009 nicht mehr sein darf.
Denn in diesen Gesetz sind in § 1901 genaue Kriterien festgelegt , wie der mutmaßliche Wille eines Beteuten festzustellen ist und gesetzlich vorgeschrieben , daß diesen mutmaßlichen Wille verbindlich zu entsprechen ist .
Der Gutachter meiner behinderten Tochter schreibt im Gutachten vom 30.5.2011 " Äußerungen sind nicht als sichere Willensbekundung definierbar . " "Willensbildung und Willensbestimmung sind stark beeintächtigt , sodaß diese wegen stark begrenzter Kommunikationsfähigkeit KAUM ERKENNBAR IST ..... "
O.K. meine Tochter hat starke Kommunikationsprobleme . Sie kann sich aber mit vertrauten Personen , mit denen sie aufgewachsen ist , sehr gut verständigen . Diese Tatsache ist gerade bei Menschen mit Autismus allgemein bekannt , daß hätte der Gutachter wissen müssen , aber er beschließt die Begutachtung nach ca. 10 Minuten in denen er kein Gespräch mit meiner Tochter führen konnte und schreibt dann " Frau ... ( 22 Jahre ) zeigt keine eindeutige Willensbekundung , daß sie aus der Einrichtung raus will und wieder zu Hause wohnen will . Frau... könnte sich z.B. auch wünschen , daß affektive Ausgeglichenheit ,möglichst wenige Situationen mit Selbstverletzungen und weniger Anfälle ect .. "
DER GUTACHTER WUSSTE GENAU , DAS ER EINEN SOLCHEN WUNSCH MEINER TOCHTER AM WENIGSTEN ERFÜLLEN KANN und das Menschen mit Komminikationsproblemen besonders auf vertraute persönliche Unterstützung angewiesen sind . Ich habe daher den Gutachter mit in meiner Strafanzeige angegeben wegen Körperverletzung und Verdacht der SCHIKANE .
Denn nur weil der Streit um den Wille weiter fortgesetzt wurde , was der Betreuer nach der Anhörung am 4.3.2011 angeregt hatte , nachdem sich meine Tochter gegenüber dem Richter äußerte und deutlich sagte "Ich will zu Mama " ,ist sie nun auch an Pfingsten weiter in der Einrichtung und es werden weiter verschiedene Medikamente verabreicht , weil ihr Wille nicht ernstgenommen wird , ebenso ihre Äußerungen zum Wohl "Mir gehts schlecht " .
UNFAIRE , UNETHISCHE BEHANDLUNGSWEISE !!!
Wenn es nicht möglich wäre , den mutmaßlichen Wille eines Betreuten festzustellen ( wie der Gutachter schreibt ) und wenn es nicht notwenig wäre , dann hätte es das Dritte Gesetz zur Änderung des Betruungsrechts nicht gegeben !
Aber es scheint Gutachter nicht zu interressieren !
SCHLIMM das behinderte Menschen derart unwürdig behandelt werden und abgewertet werden und viele Angehärige gleich mit ....
Inge Rosenberger schrieb am 10.06.2011, 19:42
Zitat Gisela Maubach: "Das größte Leid, das ich empfinde, ist die allgemeine Ignoranz gegenüber derartigen Behinderungen, denn in denjenigen Themen, die im Zusammenhang mit der UN-Konvention diskutiert werden, finden wir uns kaum wieder.
Sämtliche Ethiker und Moralisten schweigen in aller Regel zu den Benachteiligungen schwerstbehinderter Menschen (incl. der pflegenden Angehörigen). [...]
Warum hat sich bisher noch kein Ethiker damit beschäftigt, dass man Menschen mit schwersten Behinderungen und ihre pflegenden Angehörigen nicht pauschal unter Leistungsmissbrauchsverdacht stellen sollte?
Vielleicht liegt es daran, dass man damit keinen Preis gewinnen kann . . . "
Vielen, vielen Dank für die - wie immer - treffenden Bemerkungen!!!
Zu der rhetorischen Frage habe ich eine zynische Vermutung: eventuell liegt die fehlende Unterstützung daran, dass manche "Ethiker" Menschen mit schwersten Behinderungen ein Ich-Bewusstsein absprechen, wodurch andere (Hinter-)Gedanken geweckt werden?
Gisela Maubach schrieb am 10.06.2011, 17:34
@ Manfred Keitel
Grundsätzlich begrüße ich jegliches Engagement, das gegen Diskriminierungen behinderter Menschen gerichtet ist.
Ich hatte in meinem Beitrag lediglich auf die Verhältnismäßigkeit im Vergleich zur (nicht vorhandenen) Interessenvertretung von Menschen hingewiesen, die sich nicht selbst äußern können und denen zwecks Leistungskürzung immer weitere (kaum leistbare!) Bürokratie aufgezwungen wird.
Außerdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass niemand im Namen aller (!) behinderten Menschen reden kann, wenn es um das Empfinden von Leid geht.
Dass es nicht zwangsläufig hilfreich ist, wenn man sich selbst äußern kann, merke ich ja selbst, denn sowohl die Politik als auch die sogenannten Interessenvertreter scheinen unsere Probleme aussitzen zu wollen - wohl in der Hoffnung, dass wir Eltern ohnehin zu belastet sind, um neben Job und der Versorgung eines schwerstbehinderten Kindes auch noch auf Dauer nennenswerten Widerstand gegen die erniedrigenden Dauerkämpfe zu leisten.
Und deshalb muss man halt immer wieder laut werden, damit wir nicht komplett vergessen werden . . .
Manfred Keitel schrieb am 10.06.2011, 16:27
Vergessen Sie bitte nicht, daß uns die Bruno-Giordano-Stiftung zu diesem Engagement zwingt. Im Leben vieler beeinträchtigter Menschen wird ein enormes Potential verschwendet, weil es durch Diskriminierungen gebunden wird. Daß ich mich selbst äußern kann, hat mir als mehrfachbeeinträchtigten Bürger oft gar nichts geholfen, ich wurde in Opferrollen gedrängt, die posttraumatischen Belastungsreaktionen, finanzielle Schäden etc. hinter sich herzogen.
Ich persönlich finde es auch makaber, daß die Versorgung der Menschen nach wie vor an einer "Restverwertbarkeit" geknüpft ist, die schon dann geschmälert wird, wenn jemand in die Rente gezwungen wird... Für Sie und Ihr Kind ist es natürlich noch viel schwieriger, das stimmt voll und ganz.
Mit den besten Wünschen
Manfred Keitel
Gisela Maubach schrieb am 10.06.2011, 15:46
@ Gotthilf Lorch
Sehr geehrter Herr Lorch,
wenn Sie erklären, dass "niemand" (!) leiden würde, wenn mit Zuwendungen nicht gegeizt würde, dann sprechen Sie im Namen aller - und zwar auch derjenigen, die sich selbst nicht äußern können.
Daher kann diese Aussage nicht unwidersprochen bleiben.
Wenn mein Sohn krank ist, ist er in aller Regel nicht in der Lage, die Symptome zu beschreiben. Ärztliche Untersuchungen werden dann noch dadurch erschwert, dass er sie meist gar nicht zulässt. Beispielsweise öffnet er seinen Mund nicht freiwillig, und bei Blutabnahmen setzt er sich durch kratzen, treten und beißen zur Wehr (bei einem Körpergewicht von ca. 75 kg entwickelt er erstaunliche Kräfte).
Auch die epileptischen Anfälle gehen nicht alle ohne Leid (Verletzungen) vorüber.
Kürzlich wurde ein Infekt drei Tage lang mit Nasenbluten begleitet, und dieses Blut wird nicht nur quer durch's Gesicht geschmiert, sondern auch an Kleidung, Möbel, Wände und sonstige Gegenstände.
Auch im Fall von Erbrechen oder Durchfall (der durch die Festpreis-Windeln durchgeht), werden Schäden verursacht, die man vielleicht nicht als "Leid" bezeichnen kann, aber trotzdem stehen mir da manchmal die Tränen in den Augen.
Das größte Leid, das ich empfinde, ist die allgemeine Ignoranz gegenüber derartigen Behinderungen, denn in denjenigen Themen, die im Zusammenhang mit der UN-Konvention diskutiert werden, finden wir uns kaum wieder.
Sämtliche Ethiker und Moralisten schweigen in aller Regel zu den Benachteiligungen schwerstbehinderter Menschen (incl. der pflegenden Angehörigen).
Dass mit Zuwendungen nicht gegeizt wird, ist ein Wunschtraum, von dem wir wissen, dass er sich nicht erfüllen wird.
Uns wäre schon damit geholfen, wenn nur ein Bruchteil des Engagements, das hier gegen die Preisverleihung an Singer entfaltet wird, auch dafür aufgebracht würde, damit wir nicht ununterbrochen wie Sozialschmarotzer behandelt werden.
Beispielhaft sei erwähnt, dass das Grundsicherungsamt meines Sohnes in jedem Bescheid darauf hinweist, dass wir "jede nur vorübergehende Abwesenheit" vom Wohnungsort "unverzüglich mitzuteilen" haben, wofür als Beispiel "Urlaubsreise" angegeben wird. Da ich als betreuende Mutter nicht bedürftig bin, stellt sich die Frage, warum ein schwerstbehinderter Mensch eine Urlaubsreise mitzuteilen hätte?
Warum hat sich bisher noch kein Ethiker damit beschäftigt, dass man Menschen mit schwersten Behinderungen und ihre pflegenden Angehörigen nicht pauschal unter Leistungsmissbrauchsverdacht stellen sollte?
Vielleicht liegt es daran, dass man damit keinen Preis gewinnen kann . . .
Gotthilf Lorch schrieb am 10.06.2011, 12:54
"Wenn Behinderung kein persönliches Leid bedeute, wären besondere Zuwendungen der Gesellschaft nicht notwendig."
Wenn mit den zuwendungen nicht gegeizt wird, dann leidet sicher niemand - weder Kinder, noch alte Meschen, noch Menschen mit gewissen Defiziten.
Yvonne Wenner schrieb am 06.06.2011, 21:38
Dass die (in vieler Hinsicht durchaus verdienstvolle) Giordano-Bruno-Stiftung sachlich fundierte und textnahe Kritik an Peter Singer in diversen Foren regelmäßig abschmettert mit stets denselben Finessen, ohne auch nur auf ein einziges Argument (insbesondere aus dem schier unerschöpflichen Feld seiner Tötungsthesen) einzugehen, ist man gewohnt, seit sie den Namen des ersten Ethik-Preisträgers endlich bekannt gab (trotz erheblicher taktischer Verzögerung noch früh genug für eine breite öffentliche Diskussion, für Proteste auch...).
Doch dass die hervorragende, hochinstruktive Analyse "Philosophie der Angst" Michael Zanders in der "Jungen Welt" vom 1.6.11, der auch die kompetentesten Singer-Kenner aus unserem Umfeld nichts Wesentliches mehr hinzufügen können, in der "Stellungnahme" der gbs vom 3.6.11 keines Wortes gewürdigt wird, sagt mehr aus über deren Singer-Fiasko als jede noch so eloquente Apologetik.
Ein Beispiel für viele: In "Should the baby live" von Singer und Kuhse (1985) heißt es: "We think that some infants with severe disabilities should be killed." U.a. am 30.5.2011 geht der gbs-Vorstand "selbstverständlich (!) davon aus, dass jeder Mensch von Geburt an ein unbedingtes Lebensrecht besitzt".
Welch seltsame "Streitkultur", in der Kritiker jenes "Bioethikers" schlicht für dumm verkauft werden?!
P.S. Wieder andere Mitstreiter der gbs wollen uns weismachen, wir seien zu dumm zum Erklimmen der Höhen des Singer'schen Utilitarismus, die so hoch ja gar nicht sind: Von Singer & Co auserkorene Privilegierte (=Tier- und Mensch-"Personen", die mit Grips und also "höheren" Interessen und also zu schützenden Menschenrechten begnadet sind) versus den großen Rest der Tiere und einen kleinen Rest der Menschen:
Philosophie? Liebe zur Weisheit? Mancher von den großen Alten dreht sich längst im Grabe um...
Yvonne Wenner
Uwe Heineker schrieb am 05.06.2011, 17:33
... und inzwischen zudem langweiligen Beiträge der Singer und Co. - Befürworter hier lesen zu müssen.
Ich empfehle, diese nun durch Nicht-darauf-eingehen ab sofort zu ignorieren und somit auflaufen zu lassen - hier gebe ich Gerd Frank vollends recht!
Alexander Drewes, LL.M. schrieb am 05.06.2011, 17:31
... auf einem Niveau angelangt, auf dem beeinträchtigten Menschen, die sich gegen Peter Singer in Stellung bringen, per se und grundsätzlich unterstellt wird, sie seien intellektuell nicht in der Lage, dasjenige Verständnis aufzubringen, das nötig sei, um Hrn. Singers Aussagen korrekt zu verstehen.
Ich stelle hierzu fest: Damit ist die Grenze zur strafbaren Verleumdung mit Sicherheit überschritten, zumindest, soweit es die hier schreibenden Singer-Kritiker betrifft. Man kann sich zwischenzeitlich durchaus Gedanken darüber machen - und einige tun dies -, ob man sich dieses unsägliche Geschreibe in Anbetracht dessen, dass mindestens einige der Beiträge einen volksverhetzenden Charakter in sich tragen, nicht strafrechtlich von sich aus tätig werden sollte.
--
Alexander Drewes, LL.M.
mailto:Drewes.Alexander@web.de
Gerd Frank schrieb am 05.06.2011, 16:44
Fach..... *ZENSIERT* gwinnen in unserer Gesellschaft immer Macht. Sie glauben sie wären die wahren Experten.
Das es dann aber Leute gibt diesen dan noch glauben schenken ist traurig genug.
Ich kann über soviel *ZENSIERT* nur den Kopf schütteln.
Das beste ist auch wenn es einigen schwerfällt die Fach.....*ZENSIERT* zu ignorieren, das hier keine Plattform finden.
Marc Schmidt schrieb am 05.06.2011, 16:37
Der einzige Grund, wieso wir gegen Singer protestieren ist der, dass unser eigener Geist zu beschränkt ist um die Größe Singers zu verstehen. Rufmord, Verleumdungen, Missverständnisse, Beschränktheit, falsches Zitieren und schlichtweg falsche Aussagen zu dem was Singer wirklich sagt führen zu solch peinlichen Protesten. Singer schwebt auf einem Niveau, das die meisten nicht mal erkennen können und es aus Bequemlichkeit vorziehen gegen ihn zu sein, anstatt sich mal dahin zu setzen und sich anzustrengen und zu versuchen zu verstehen, was er wirklich sagt.
Alle, die hier gegen ihn reden, haben nichts, aber auch wirklich rein gar nichts von dem, was er schreibt, verstanden. Null komm absolut rein gar nix.
Dies ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Menschheit nichts aus der Vergangenheit lernt. Singer ist, so wie Darwin, Galileo, u.s.w. ein Vordenker, jemand der seiner Zeit weit voraus ist. Und wie diese Menschen, wird auch Singer zu seiner eigenen Zeit nicht verstanden. Das einzig Positive hier ist, dass wir ihn glücklicherweise nicht mehr verbrennen dürfen. Wäre das legal, wir würden es ALLE ohne Ausnahme hier einfordern. Das ist so gut wie sicher, auch wenn das hier keiner zugeben würde, weil er es selbst nicht erkennt.
Jeruscha Kriener schrieb am 05.06.2011, 14:52
Ich war am Freitag eine der jenigen, die sich am Protest beteilig hat! Aus folgenden Grund:
„Das, was sich im Laufe der Jahrhunderte ändern wird, ist einzig das Ausmaß der Entwirlkichung des Ausgeschlossenen, das nötig ist, um die Integrität des Ausschließenden zu gewährleisten. Mit anderen Worten: Was sich ändern wird ist allein die Metapher“ (Franca Ongaro Basaglia 1985).
Deutlich wird dies an Singer Einteilung von Lebewesen in drei Kategorien. Was ich nicht verstehe und vielleicht kann mir dies jemand erklären ist, das Tierrechtler sich dieser Theorie bedienen, obwohl Singer damit auch die Tötung von Tieren vorsieht!
Eines ist am Freitag deutlich georden, nämlich, dass mit dem Leid des Anderen arumentiert wurde, was es zu verhindern gilt! Wie anmaßend, das ein Mensch glaubt zu wissen, wie der andere fühlt und denkt! Schließen möchte ich mit einem Zitat. "Was wir z.B. als die "geistigen Behinderung", eines sog. "mongoloiden" Kindes, eines Menschen mit »Down-Syndrom« wahrnehmen, ist Ausdruck einer regulären menschlichen Entwicklung in Anbetracht der Tatsache seiner durch eine Trisomie 21 gekennzeichneten Ausgangsbedingungen und den gesellschaftlich-familiären und institutionellen Randbedingungen, die wir diesem Menschen schaffen und zumuten. Jedes lebende Kind mit Down-Syndrom hat bewiesen, daß es mit einer Trisomie 21 menschlich leben kann. Keiner von uns hat das je bewiesen, aber wir maßen uns an, dieses Kind und sein Leben zu bewerten"(Feuser,1996).
S. Schmidt schrieb am 05.06.2011, 08:02
Ich möchte auch mich weiter austauschen. Aber nicht unter Lesen meiner e-Mails von Singer und Co-Mordsphantasten.
S. Schmidt, HH
Detlef Arndt schrieb am 05.06.2011, 02:46
Gut, dass es doch noch eine kleine Demo gegen diese Preisverleihung gab. Diesen GBS.Unsinn kann keiner einfach so hin nehmen. Langsam sollte auch dem dümmsten klar sein, dass Peter Singer weder Tierrechtler, noch Antispeziesist ist und dass seine Thesen zu behinderten Babys absolut inakzeptabel sind.
Singers Tötungsfantasien: tierrechte.blog.de/2011/06/01/peter-singers-toetungsfantasien-11249843/
Thomas Richter schrieb am 04.06.2011, 22:39
Schaut euch das an, ihr Kobinetten. Peter Singer will seinen ewig gestrigen Scheiß in der EU verankern, das ist gruselig ... in Spanien diskutieren die Affen schon im Parlament mit.
www.project-syndicate.org/commentary/singer38/German
Gibt es eigentlich keine Behindertenbeauftragten für Europa?
Und weiß jemand was über die Zustände in England (Barrierefreiheit, Assistenz, PND/PID etc.)
Könnte für meine Nachforschungen wegen Giordano Bruno interessant sein. England scheint eine gewisse Rolle zu spielen ...
Wegen den vielen Spionen hier trau ich mich nicht, meine e-mail-Anschrift anzugeben. Wie können wir uns austauschen, ohne von der GBS ausspioniert zu werden?
Ist schon schlimm ...
Alexander Drewes, LL.M. schrieb am 04.06.2011, 21:12
... und wir dürfen uns als - nach wie vor, wiederholt und immer wieder - von Nicht-Betroffenen, von Nicht-Beeinträchtigten und von "Rosa-Rote-Brillen-Träger" (nach)sagen lassen, wir seien entweder zu dämlich, zu verstehen, was der Gutmensch Peter Singer philosophisch "abgesondert", revidiert, nivelliert und letztlich im Denkgebäude regelmäßig so belassen hat, wie er es ursprünglich meinte oder - noch schlimmer - wir hätten des Gurus Literatur erst gar nicht gelesen und seien vollends Medien-verblendet (oder verblödet, das macht sich in den Argumentationsfiguren der Pardonisten etc. eigentlich keinen Unterschied mehr).
Bereits vor einiger Zeit wurde hier konstatiert, dass dies ersichtlich _kein_ Forum ist, in dem sich Sektenanhänger einer bestimmten philosophischen Richtung ihrem Guru hingeben sollten, sondern "behinderte" Menschen über ihre Probleme, Sorgen und auch - ab und an kommt auch das vor - Erfolge auszutauschen.
Was Sie, werte Singer-Befürworter - hier betreiben, ist nicht nur ein offensichtliches "Anti-Singer-Bashing", es ist ein dermaßen billiger Versuch, ihren Halbgott reinzuwaschen, dass selbst Menschen, die Singer mutmaßlich wirklich niemals gelesen haben, die Erkenntnis aufsteigt, dass irgendetwas an Ihrem Argumentationsgebäude in sich - wie drückt man das noch halbwegs höflich aus? - unschlüssig ist.
Deswegen: Nutzen Sie doch einfach Ihre eigenen Blogs, beweihräuchern Sie einfach weiterhin einen Menschen, der bei Menschen Differenzierungen nach deren intellektuellem Vermögen vornimmt aber gerieren Sie sich hier nicht als die perfiden Moralapostel ohne Moral, die Sie sämtlich sind.
Merke: Mit Ihnen zu diskutieren, macht ersichtlich keinen Sinn. Wenn jemand ein Dogma hat und an diesem Dogma festhalten möchte, ist mit demselben über dieses Dogma nicht zu diskutieren. Ihr Dogma ist Singer, unser Dogma ist - ups, dumm gelaufen! - unser ureigenes Lebensrecht. Insofern ist da eine Diskussion, der eine negiert - lügen Sie sich diesbezüglich ruhig weiterhin in Ihre Taschen, aber doch bitte nicht mehr in die unseren -, der andere fühlt sich ganz wohl damit (und, ja, stellen Sie sich vor, man kann schwerst beeinträchtigt sein und sein Leben trotzdem genießen). Insofern verkünde ich jetzt einfach ex cathedra: Singers Thesen sind - "behinderte" Menschen betreffend - inhuman. Mit jemandem, der über mein Lebensrecht - auch noch so spitzfindig und noch so hin- und herrudernd, wie Singer das in den letzten Jahren geschafft hat, gehört an den sozialen Pranger und absolut nicht in die Deutsche Nationalbibliothek! Ach ja, übrigens, das war jetzt ebenfalls die Ausübung von Meinungsfreiheit.
Im Grunde muss man allerdings der GBS ja fast dankbar sein, dass sie Singer geehrt hat, immerhin bekommt das Thema PID damit wieder die Prominenz, die es verdient.
--
Alexander Drewes, LL.M.
mailto:Drewes.Alexander@web.de
Gerd Frank schrieb am 04.06.2011, 20:50
Ihr werft euren Gegner vor sie hätten die Bücher von Peter Singer nicht gelesen.
Und seine Thesen wären ja aus dem Zusammenhang gerissen, da die Medien ja in euren Augen daran mitgewirkt haben.
Peter Singer falsch zu verstehen. Sie behaupten die Ansichten von Peter Singer genau verstanden haben.
Die jenigen die hier behaupten Peter Singer ist gewissermaßen ein Gutmensch. Der jenige der es wagt an seinen Äußerung Kritik wird von ihnen als *ZENSIERT* hingestellt.
Ich bin jetzt mal provokativ:
Ich habe z.B. ein Buch gelesen, das fast jeder hier vom Titel kennen müßte.
Anhänger von diesem Autor könnten genauso von Mißverständnissen reden wie sie es hier gegenüber Peter Singer tun.
Hier Menschen zu unterstellen sie würden die Ansichten von Peter Singer nicht verstehen , weil sie euren Augen scheinbar total ver.......*ZENSIERT* Nur ihr seit in der Lage aufgrund euren besonderen Intelekt die Ansichten von P. Singer überhaupt zu vestehen. lol lol.
Das von mir nicht genannte Buch. Auch hier könnten die Anhänger im Grunde genauso argumentieren.
Was dann allerdings genauso erbärmlich wäre wie eure Argumentation.
Ps: Mich hat dieses Buch überhaupt nicht überzeugt genau so wenig was Singer in seinen Büchern von sich gibt in punkto Lebensrecht.
S. Schmidt schrieb am 04.06.2011, 20:32
S. g. Frau Sachse,
offenbar ist Ihnen bisher (freiwillig?) entgangen, dass P. Singer sich für Menschenaffen einsetzt, weil er diesen Menschenrechte zuerkennt, behinderten Menschen, die es schwer haben, sich selber zu artikulieren, jedoch nicht.
Ich habe noch nirgends gelesen, dass Singer sich für jedes Tier einsetzt; deshalb betrachte ich Singers Eintreten für Tiere ebenfalls als berechnend ...
S. Schmidt, HH
S Schmidt schrieb am 04.06.2011, 20:31
Sie schreiben in Ihrem jetzigen Leserbrief: "... Es gibt hier weniger sachliche Scharfrichter ..."
Den Scharfrichter, den können Sie getrost weglassen, den gab es vor 1945. Wenn Sie gern Scharfrichter hätten, wäre kobinet die ungeeignete Plattform, um mitzudiskutieren.
Vielleicht gelingt es Ihnen, selber abzurüsten?
S. Schmidt, HH
Roland Pardon schrieb am 04.06.2011, 20:20
... für die deutlichen und sachlichen Worte.
Es gibt hier weniger sachliche Scharfrichter, die alles besser wissen.
Die wissen auch, was man von Peter Singer zu halten hat. Klar und unmissverständlich. Und wer nicht zustimmt, ist ein FEIND.
Nicht immer stimme ich diesem Blogger zu, aber in dem u.g. Blog kann ich inhaltlich fast jeden Satz kommentarlos unterschreiben, ich hätte es oft allerdings diplomatischer ausgedrückt - aber warum nicht auch mal ein Ordnungsruf in klarer Sprache?
feuerbringer.com/2011/06/03/denn-sie-haben-die-moral-mit-loffeln-gefressen/
Manfred Keitel schrieb am 04.06.2011, 20:11
Diese philosophische Diskussion kann nicht leugnen, daß sie in einem gesellschaftlichen Kontext stattfindet, in dem aktuell Kosten- Nutzen-Argumente das Leben beeinträchtigter Bürger bestimmen. Es gibt die dubiose "Regelbedarsstufe 3", was für behinderte Kinder und ihre Eltern 20% weniger Hartz 4 bedeutet, Abzweigungsanträge der Sozialhilfeträger auf das Kindergeld betroffener, Einkommens- und Arbeitskraftabhängige Assistenz oder Hilfsmittel und dergleichen mehr.
Obwohl ich bloß mehrfachbehindert bin und damit alleine klar käme, wurde oft genug ein Drama aus Diskriminierungen herbeigeführt. Auch ich hatte sehr oft genug davon, "ein elendes Leben" weiterzuleben und wurde doch ich immer wieder gewaltsam in diesen Zustand hereingedrückt. Einen Bericht dazu gibt es hier:
netzwerkb.org/2010/02/05/manfred-keitel/
Um es Vorweg zu nehmen: Mein Leben ist mit Sicherheit keine Aneinanderreihung von "Einzelfällen" die Entscheidungsträger verbockt haben, es ist die traurige Realität in einer Gesellschaft, auf der Tötungsdiskussionen nach wie vor auf einen fruchtbaren Boden fallen und Assistenznehmer sogar als "Patienten" bezeichnet und entsprechend aus dem ihnen zustehenden Alltag herausgerissen werden können.
Tatsache ist auch, daß ich - endlich! - nach jahrzehnte andauerndem Ringen im Alltag meist die Unterstützung habe, die ich benötige und Leute wie Peter Singer ideologischen Zündstoff liefern, alleine indem sie auf Buchtiteln Fragen wie "Muß dieses Kind am Leben bleiben?" stellen. Meine völlige Ablehnung rührt aber daher, daß ich Texte vom Peter Singer gelesen und sehr wohl verstanden habe. Hierbei ist mir ebenfalls aufgefallen, daß er scheinbar auch genau den Rahmen abzustecken versucht, in dem man überhaupt etwas sagen darf. Wenn man Zitate von ihm verwendet sollte man am besten gleich seine Bücher als Fussnoten hinten dran hängen.
Er trägt dazu bei das Leid der Lebenden verstärkt zu manifestieren und inhaltlich zu untermauern - statt es zu lindern. Auch die wenigen Geburtsbehinderten dürfen keiner "Lebenswertung" unterworfen werden.
MfG
Manfred Keitel
Johanna Sachse schrieb am 04.06.2011, 20:09
Es erfüllt mich mit größter Scham, dass es Leute gibt die hier öffentlich und ohne Skrupel behaupten Peter Singers Ziel sei es, alleinig ein Lebensrecht für“ Personalitätsbegabte“ einzufordern. Ihre Aussagen, sehr geehrter Herr Richter, lassen sehr stark vermuten, dass sie sich intensiv mit den Werk “Praktische Ethik“, “Die Befreiung der Tiere“, sowie“ Das Leben, das du retten kannst“ auseinandergesetzt haben. Hätten Sie dies getan, würden Sie hier nicht abgebrüht behaupten, dass
„Peter Singer und Co sich als Krone der Schöpfung verstehen und über Lebensrechte entscheiden“. Ich empfehle Ihnen sich besser zu informieren, anstatt hier Gerüchte in die Welt zu setzten, die lediglich auf Ihrer Unwissenheit basieren.
Zu behaupten Peter Singer setze sich nicht für Tierrechte ein, setzt “die Krone“ auf IHREN Kommentar.
Manfred Keitel schrieb am 04.06.2011, 20:09
Ich weiss, ich wiederhole und zititere mich hier größtenteils, aber das tun die Befürworter Peter Singers auch:
Es spielt kaum eine Rolle, ob man dem Juden Peter Singer neofaschistisches Gedankengut vorwirft oder nicht. Es verhält sich etwa so als würde man anführen, daß die Ermordung beeinträchtigter Menschen durch die Aktionen T4 (Morde in Anstalten) oder 13f14 (Morde an Behinderten in KZ) im Nationalsozialismus gerechtfertigt war, weil der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels einen Klumpfuss hatte und somit - objektiv - auch behindert war. Die Ermordeten mit Beeinträchtigungen und /oder Krankheiten sind ebensowenig Schuld an diesen Taten wie die jüdischen Menschen am Holocaust. Wichtig ist dagegen, daß unter Diktaturen, gleich ob der theoretische Überbau zu ihrer Rechtfertigung als "links" oder "rechts" bezeichnet wird, behinderte Menschen als Versuchs"objekte"missbraucht und abgeschlachtet wurden. Auch ist die Eugenik oder Euthanasie keine deutsche Idee, was vom Schreibtischtäter Singer ja nicht behauptet wird. Die Ideen vom "besseren Menschen" sind viel älter und in "modernerer" Form, so weit ich weiss, als erstes in Großbrittanien praktiziert worden. Das ändert aber wiederum nichts daran, daß es in der jüngeren deutschen Geschichte nun einmal die Verbrechen der Nazis gibt, auf die dann hingewiesen wird.
Johanna Sachse schrieb am 04.06.2011, 20:03
Es erfüllt mich mit größter Scham, dass es Leute gibt die hier öffentlich und ohne Skrupel behaupten Peter Singers Ziel sei es, alleinig ein Lebensrecht für“ Personalitätsbegabte“ einzufordern. Ihre Aussagen, sehr geehrter Herr Richter, lassen sehr stark vermuten, dass sie sich intensiv mit den Werk “Praktische Ethik“, “Die Befreiung der Tiere“, sowie“ Das Leben, das du retten kannst“ auseinandergesetzt haben. Hätten Sie dies getan, würden Sie hier nicht abgebrüht behaupten, dass
„Peter Singer und Co sich als Krone der Schöpfung verstehen und über Lebensrechte entscheiden“. Ich empfehle Ihnen sich besser zu informieren, anstatt hier Gerüchte in die Welt zu setzten, die lediglich auf Ihrer Unwissenheit basieren.
Zu behaupten Peter Singer setze sich nicht für Tierrechte ein, setzt “die Krone“ auf IHREN Kommentar.
Christiane Creutzburg schrieb am 04.06.2011, 20:00
Wenn Sie, Laura Dörsam, die entsprechenden Bücher/Schriften von Peter Singer NICHT gelesen haben ist es ja ok. Aber von sich selbst auf andere zu schließen und es einfach so zu behaubten, ist in meinen Augen eine Unverschämtheit. Außerdem sollten Sie sich mit ihrer persönlichen Meinung kurz halten, aus der hervorgeht, dass Sie eine absolute Peter Singer Anhängerin sind, und so mit (zumindest in meinen Augen) absolut behindertenfeindlich sind.
Hochachtungsvoll
C. Creutzburg
Alexander Drewes, LL.M. schrieb am 04.06.2011, 19:56
... dass wir mit Fr. Dörsam jetzt im dritten oder vierten Thread die Figur des Peter Singer betreffend eine - mittlerweile Mantra-ähnliche - Argumentationsfigur zu lesen bekommen: Zum einen hätten wir ja sämtlich seine Bücher gar nicht gelesen. Hätten wir dieselben nämlich gelesen, könnten wir gar nicht zu den - für die Singer-Verfechter unverständlichen Thesen hinsichtlich der Menschen-verachtenden - Ansichten Singers gekommen sein. Selbst wenn wir seine - Singers - Bücher gelesen hätten, müssten wir missverstanden haben, schließlich sei Singer nicht nur ein Gutmensch, sondern ja auch ein Tierliebhaber (was hat das eigentlich damit zu tun, dass uns jemand in sozialdarwinistischer Manier seit Jahrzehnten zu verkaufen sucht, dass es ein bestimmt eugenisches Labelling gäbe, wonach aussortiert werden dürfe, wer seine eigenen Bedürfnisse nicht zu aritkulieren in der Lage sei?).
Anders als in religiösen Zusammenhängen - und selbst da kann man darüber streiten, ob es wirklich Sinn macht - ist das permanente Wiederholen eines Glaubenssatzes (Singer ist gut, weil er sich ja in den letzten fünfzehn Jahren - vermeintlich - inhaltlich revidiert habe) nicht alleine deshalb richtig, nur weil es man stetig und - vermutlich, auch darüber komme ich zwischenzeitlich ins Grübeln - mehrpersonal hier vertreten wird. Nur weil er sich heute - vergleichsweise - wachsweich äußert, bleibt das "philosophische" Grundgerüst des Peter Singer nach wie vor ein und dasselbe. Wie man das Thema dann beim Namen nennt, ob nun Utilitarismus oder - wie hier - Perfektionierungsirrsinn mit Menschen - bleibt sich eigentlich inhaltlich gleich. Da gibt es auch nichts zu diskutieren: Die Singer-Befürworter stellen mit ihrer Ansicht ein ganz klares und ersichtlich eindeutiges Gegnerbild der Behindertenbewegung dar. Damit diskutiert man in aller Regel nicht, wer das Lebensrecht von beeinträchtigten Menschen - auch nur hypothetisch - infrage stellt, gehört an den sozialen Pranger, und sonst gar nichts!
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Alexander Drewes, LL.M.
mailto:Drewes.Alexander@web.de
Laura Dörsam schrieb am 04.06.2011, 19:24
Dass es heute nach so vielen Jahren immer noch Leute in Deutschland gibt, die gegen Peter Singer protestieren und offensichtlich völlig uninformiert gegen seine Person gehen, ist nicht nur peinlich sondern auch respektlos. Wie kann man sich ohne offensichtlich je seine Bücher gelesen zu haben oder über seine persönliche Geschichte informiert zu sein eine Meinung bilden?
In einer der Reden bei der Preisverleihung ging man nochmal auf den Rufmord und das Missverständnis ein, was vermutlich nicht nötig gewesen wäre, würden sich seine Gegner informieren. Dass manche seiner Aussagen diskutierbar sein mögen mag sein, man sollte seine Aussagen jedoch nicht aus dem aus dem Zusammenhang gerissen lesen und "verstehen", sondern in seiner kompletten Argumentationsstruktur lesen und dann verstehen und interpretieren.
Mal von Missverständnissen in der Vergangenheit abgesehen, wurde Peter Singer und Paola Cavalieri gestern ein Preis für ihren Einsatz für die Anerkennung von Grundrechten für Menschenaffen verliehen. Ihr Kampf für die Rechte von Tieren wurde geehrt! Tiere die in unserer heutigen Welt zu oft nur als Eigentum und Gegenstand gesehen werden, was Menschen die sich nicht für Tierrechte und Tierschutz interessieren vermutlich weder hören noch sehen wollen. Für ihren Einsatz sollten wir ihnen danken und applaudieren! Dies sollte im Vordergrund dieses Berichtes stehen!
Sollte es denn tatsächlich möglich sein, dass man Erwachsenen, und ich setze vorraus, gebildeten Menschen erklären muss wie man sich informiert und dann informiert in einen zivilisierten Dialog geht?
Nathan Dr. Warszawski schrieb am 04.06.2011, 17:24
www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_3427/
Thomas Richter schrieb am 04.06.2011, 10:45
Wenigstens gab es ein paar Leute, die protestiert haben ...
Ich frage mich, was wirklich hinter der Verleihung des Affenarschpreises steckt. Mit Tierrechten kann man nicht argumentieren, denn Peter Singer setzt sich ja nicht für Tierrechte ein. Er will ein Lebensrecht für "Personalitätsbegabte", das können sowohl Menschen als auch Tiere sein - oder auch nicht. Daraus folgt, dass man sowohl Menschen als auch Tiere töten darf, wenn sie nicht Peter Singers Kriterien für Personalität erfüllen. Damit stellt er dann ja auch das Lebensrecht für Tiere in Frage. Alles wird ganz schwammig, Peter Singer und Co erklären sich zur Krone der Schöpfung und dürfen dann jeden umbringen oder ihm gnädigerweise ein Lebensrecht zugestehen.
Würd mich mal interessieren, ob an der Diskussion auch Affen teilnehmen. Die sollte Peter Singer auf keinen Fall davon ausschließen. So personalitätsbegabt wie Schimpansen nun mal sind, müssten sie zum Angriff auf ihr Lebensrecht auch was zu sagen haben.
Wenn man sich die Mitgliederliste der GBS anschaut wird aber schnell klar, was eigentlich dahintersteckt.
Und ich möchte hier auch nochmal davor warnen, auf bestimmte Argumente reinzufallen. Der Namensgeber der GBS, Giordano Bruno, war kein "atheistischer Heiliger", wie es die GBS gern hätte. Er war ein internationaler Spion, ein Spielball der damaligen Kräfte, der unteranderem führende Wissenschaftler an die Anglikaner ausgeliefert hat. Dafür käme er auch heute in den Knast. Ihn als Martyrer aufzubauen, der der Inquisition der Kirche zum Opfer gefallen ist, weil er so fortschrittlich war, das ist historisch betrachtet einfach falsch.
Dagmar Beier schrieb am 04.06.2011, 09:40
Wenn Behinderung kein persönliches Leid bedeute, wären besondere Zuwendungen der Gesellschaft nicht notwendig. Persönliches Leid sei nach seiner Auffassung vermeidbar durch die Vermeidung von Behinderungen. Unter "Behinderungen" versteht er jedoch keine gesellschaftlichen Barrieren, sondern Krankheiten und Defizite von Personen.
Herr Singer und Co definieren also Leid durch Inklusion und besondere gesellschaftliche Zuwendungen(z.b. Abbau von Barrieren),und nicht durch den Mangel an Inklusion oder den vorhandenen Barrieren.
Leid ist demzufolge dort,wo die Gesellschaft Exclusion abbauen soll,die Frage ist jetzt ,wer da leidet,wenn Exclusion abgebaut werden soll?
Die Behinderten jedenfalls nicht.
Wie froh kann man sein,das Inklusion ein Menschenrecht ist und festgeschrieben,wenn einem nun eingeredet wird,das alleine Inklusion zum Leiden führt.
Interessant wäre auch noch mal die Frage,wie die erwünschte Diskussion aussehen soll,wie diskutiert man mit Dementen,Geistig behinderten,Coma Patienten ,Kindern und Babys die Frage ob es sinvoll ist,das sie am Leben sind.
Vorschläge diesbezüglich fänd ich jetzt von Singer und Co interessant.
Herr Singer will also Krankheiten und Behinderungen vermeiden,wie macht er das ?
Hat er jetzt irgendeinen geheimnisvollen Zauberspruch entdeckt,der alle Krankheiten ,Behinderungen,Unfälle,Kriege ,Hungersnöte,Seuchen wegzaubert?
So wie ich Ihn verstehe,verhindert er keine Krankheiten und Behinderungen,sondern er möchte Menschen töten,die bereits erkrankt oder behindert sind.
Damit hat er aber keineswegs eine Krankheit geheilt oder eine Behinderung vermieden,er hat dann schlichtweg den betroffenen Menschen entsorgt.
w berger schrieb am 04.06.2011, 08:40
" Frauen fühlen sich auch bedrängt , wenn ihr leibliches behindertes Kind in eine Sondereinrichtung gebracht wird und sie noch nicht einmal am heiligen Abend zusammen sein dürfen , das Leben in der Familie - auch finanziell - schlechtergestellt wird ect.... "