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Vorschläge aus der Behindertenbewegung für die Entwicklung einer Altenrechtskonvention der Vereinten Nationen

Dinah Radtke, Theresia Degener und Sigrid Arnade im Video für die UN
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Foto: H.-Günter Heiden

Erlangen / Genf (kobinet)

Bei den Vereinten Nationen in Genf findet derzeit vom 26. – 30. Oktober 2026 der zweite Beratungszyklus für die Entwicklung einer Menschenrechtskonvention für die Rechte älterer Menschen statt. In die Beratungen dieses auch aus Sicht behinderter Menschen wichtigen Prozesses haben sich auch menschenrechtserfahrene Akteur*innen der Behindertenbewegung eingeklinkt. Prof. Dr. Theresia Degener, Dr. Sigrid Arnade und Dinah Radtke haben im Vorfeld der derzeitigen Beratungen ein Videostatement zu einzelnen Fragen der Konventionsentwicklung entwickelt und für die Ausstrahlung in Genf eingereicht, das nun auch – leider nur in englischer Sprache – auf dem YouTube-Kanal der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) eingestellt wurde. U.a. fordern die deutschen Vertreter*innen über ihre Dachorganisation Disabled Persons International eine Abkehr vom medizinisch orientierten Modell des Alters hin zu einer menschenrechtsbasierten Orientierung. Zudem plädieren sie auch für die Verankerung angemessener Vorkehrungen zur Überwindung von Diskriminierungen älterer Menschen.

Link zum YouTube-Video mit dem Statement von Prof. Dr. Theresia Degener, Dr. Sigrid Arnade und Dinah Radtke

Lebenslauf bringt rund 22.000 Euro zusammen

Großer Anzahl von Läufererinnen und Läufern, darunter auch Sportler mit Rollstuhl, die alle eine Startnummer tragen
Teilnehmende der Laufveranstaltung
Foto: lebenshilfe-fs

FREISING (kobinet)

Fast 66 Marathonstrecken – so weit reichte die gemeinsame Leistung der 310 Läuferinnen und Läufer beim 14. Lebenslauf der Stiftung Lebenshilfe Freising. Am Kichweihsonntag drehten sie insgesamt 2.139 Runden entlang der Moosachwiesen. Die zurückgelegte Strecke von 2.780,7 Kilometern ist nicht nur sportlich beachtlich: Durch das Engagement der Teilnehmenden und ihrer Sponsoren kommen voraussichtlich rund 22.000 Euro für die Arbeit der Stiftung Lebenshilfe Freising zusammen. Das Motto „Gemeinsam bewegen wir mehr“ wurde damit eindrucksvoll mit Leben gefüllt. Die Einnahmen unterstützen die Einrichtungen und Projekte der Lebenshilfe Freising und kommen damit Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Region zugute.

TLMB kritisiert mangelnde Barrierefreiheit am „Zukunftsbahnhof“ Themar

Zeichnung einer Frau im Rollstuhl, die vor drei Stufen stehen bleibenmuss
Zeichnung einer Frau im Rollstuhl, die vor drei Stufen stehen bleibenmuss
Foto: Lebenshilfe Bremen /Stefan Albers

ERFURT (kobinet)

Der Thüringer Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen (TLMB), Dennis Petschner, kritisiert die unzureichende Barrierefreiheit am kürzlich wiedereröffneten Bahnhof in Themar (Landkreis Hildburghausen). Trotz eines Projektumfangs von 6,2 Millionen Euro, davon rund 658.000 Euro aus Landesmitteln, sei nur ein Bahnsteig stufenlos erreichbar, erklärte Petschner am 28. Oktober 2026. Die übrigen Gleise seien weiterhin ausschließlich über Treppenanlagen im neuen Personentunnel zugänglich. „Ein Bahnhof ist erst zukunftsfähig, wenn er für alle Menschen gleichermaßen nutzbar ist“, betonte Petschner. Die Begründung, der Verzicht auf Aufzüge oder Rampen sei aufgrund geringerer Fahrgastzahlen und wirtschaftlicher Abwägungen notwendig, sei nicht hinnehmbar. „Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht, fest verankert in der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie darf niemals unter Haushaltsvorbehalt gestellt oder als optionaler Luxus behandelt werden, der erst ab einer bestimmten Passagierquote gewährt wird“, sagte der Landesbeauftragte.

Zehn Athleten für die Wahl „Special Olympics Sportler*in des Jahres 2026“ nominiert

Plakat mit zehn Portraits und den jeweiligen Namen auf verschieden braunem mit glitzereffekten durhcsetzten Hintergrund Hintergrund
Die Vorschläge für die Wahl der Sportlerinnen und Sportler des Jahres
Foto: Telekom / SOD

BERLIN (kobinet)

Auf Initiative der Deutschen Telekom wird auch 2026 ein / eine Athlet / Athletin von Special Olympics Deutschland im Rahmen der Wahl „Sportler des Jahres“ ausgezeichnet. Bei der Premiere im vergangenen Jahr wurde Short Track Athletin Sophie Dziadek als erste Special Olympics Sportlerin des Jahres geehrt. Wer die Auszeichnung in diesem Jahr erhält, entscheidet eine prominent besetzte Jury. Die Jury stimmt vom 26. Oktober bis zum 7. November 2026 über die Nominierten ab. Die Auszeichnung wird am 20. Dezember 2026 im Rahmen der Gala „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden verliehen. Weitere Einzelheiten über diese Sportlerinnen und Sportler sind auf dieser Internetseite zu erfahren.

Pfleger wegen Missbrauchs vor Gericht

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Bayreuth (kobinet)

Behinderte Menschen sind in höherem Maße von Gewalt und Missbrauch betroffen, das haben verschiedene Studien gezeigt. Und viel zu oft werden diese Taten nicht geahndet. Nun wird einem ZEIT-Bericht zufolge ab dem 7. Dezember 2026 gegen einen Pfleger wegen des sexuellen Missbrauchs von 24 behinderten Menschen, darunter auch Kinder, in Bayreuth vor dem Landgericht verhandelt. „Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-Jährigen neben sexuellem Missbrauch von Kindern, Kranken und Hilfsbedürftigen auch Herstellung und Besitz kinderpornographischer Inhalte sowie Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen vor“, heißt es dazu u.a. im Bericht vom 26. Oktober 2026 in DIE ZEIT.

Link zum Bericht der ZEIT

Weg zur Barrierefreiheit beginnt in Kassel mit einem ersten Klick

Bild von der Vorstellung des Wegweisers
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Foto: kassel.de

Kassel (kobinet)

„Mehr Selbstbestimmung im Alltag: Der neue digitale Wegweiser für Menschen mit Hilfebedarf macht Informationen zur Barrierefreiheit von mehr als 100 öffentlich zugänglichen Gebäuden in der Kasseler Innenstadt online verfügbar. Ob Eingänge, Türbreiten, Stufen, Aufzüge oder barrierefreie Toiletten, die Angaben helfen Menschen mit Behinderung, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen, ihren Alltag besser und eigenständiger zu planen“, heißt es in einem Facebook-Post von kassel.de.

Lesung und Diskussion: Frech + Frei: 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung mit Udo Sierck in Mannheim

Plakat zur Lesung von Udo Sierck am 4.11.2026 um 18:00 Uhr in Mannheim
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Foto: AG Barrierefreiheit Rhein-Neckar

Mannheim (kobinet)

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit Rhein-Neckar lädt für den 4. November 2026 um 18:00 Uhr zu einer Buchvorstellung und Diskussion über Behindertenrechte mit dem Aktivisten und Autor Udo Sierck in das Mannheimer Stadthaus in N1 ein. Die kostenfreie Veranstaltung findet im Raum 52/53 auf der Empore statt. Einlass ist ab 17:30 Uhr. Udo Sierck stellt sein 2025 erschienenes Buch „Frech und frei: 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung“ vor. „Behindertsein ist schön!“, „Lieber lebendig als normal!“ oder „Nichts über uns – ohne uns!“ – diese Ausrufe sind kennzeichnend für ein starkes Selbstbewusstsein behinderter Menschen. Doch der Aufbruch vom dankbaren Objekt der Fürsorge zum Ziel der Autonomie und Selbstbestimmung erforderte Kämpfe, die in Vergessenheit zu geraten drohen, schreibt der Verlag Assoziation A in seiner Ankündigung zum Buch.

Vortrag zur Ausstellung Im Gedenken der Kinder in Kassel

Lisa Caspari
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Foto: Gedenkstätte Hadamar

Kassel (kobinet)

„Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – die Geschichte der ‚Kinderfachabteilung‘ Kalmenhof und die Entwicklung eines Gedenk- und Lernortes“, so lautet der Titel eines Vortrags von Lisa Caspari von der Gedenkstätte Hadamar, der heute am 28. Oktober 2026 um 19.00 Uhr in den Räumen des Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) im Ständehaus, Ständeplatz 6–10, in 34117 Kassel im Rahmenprogramm der Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ gehalten wird. Die Ausstellung ist dort noch bis Freitag, 13. November 2026, im Ständehaus in Kassel jeweils von Montag bis Donnerstag von 10:00 –16:00 Uhr sowie Freitag von 10:00 –14:00 Uhr kostenfrei zugänglich.

Möglichkeiten von KI-Gehirn-Chips bei Querschnittlähmung

Symbol Fragezeichen
Symbol Fragezeichen
Foto: ht

München (kobinet)

Immer wieder gibt es Entwicklung oder Überlegungen, wie Einschränkungen durch neue Hilfmittel oder Technologien gemindert werden könnten. „Was bringt ein in das Gehirn implantierter Chip Menschen mit Querschnittlähmung mehr an Lebensqualität und Mobilität?“ Dieser Frage ist der Bayerische Rundfunk in einem gut fünfminütigen Fernsehbericht nachgegangen, auf den Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.

Link zum Fernsehbericht des BR

Beratungen zur Entwicklung einer Menschenrechtskonvention für ältere Menschen in Genf

Flagge UN
Flagge UN
Foto: public domain

Genf (kobinet)

Vor fast 20 Jahren wurde die UN-Behindertenrechtskonvention am 13. Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Diese Menschenrechtskonvention, die von Deutschland ratifiziert wurde und am 26. März 2009 hierzulande in Kraft trat, hat vieles in Sachen Inklusion in Bewegung gebracht und macht deutlich, was noch zu tun ist. Besonders während der Corona-Zeit wurde deutlich, dass es auch konkrete Maßnahmen für den Schutz der Rechte von älteren Menschen braucht, eine Konvention über die Menschenrechte von älteren Menschen. Auch wenn Deutschland noch nicht als Treiber für eine solche Menschenrechtskonvention älterer Menschen bezeichnet werden kann, hat die Entwicklung einer solchen Menschenrechtskonvention für die Rechte älterer Menschen auf der Ebene der Vereinten Nationen konkrete Formen angenommen. Diese Woche, vom 26. bis 30. Oktober 2026, finden in Genf die Beratungen für eine solche Menschenrechtskonvention bei den Vereinten Nationen statt, die auch live im Internet über das UN-TV übertragen werden. Gerade auch für ältere Menschen mit Behinderungen ist dieser Prozess zur Stärkung ihrer Rechte wichtig.

Link zur Übertragung der Beratungen

Link zu Informationen zum Prozess der Entwicklung der Altenrechtskonvention

Ich möchte nach Hause

drei rote Ausrufezeichen
drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Hamburg (kobinet)

Mit 56 Jahren lebt Petra in einem Pflegeheim, vor allem, weil die höheren Kosten der ambulanten Pflege im Vergleich zu der Pflegeeinrichtung vom Sozialamt nicht übernommen werden. „Mit 56 Jahren ist Petra hier noch sehr jung. Das durchschnittliche Eintrittsalter in Pflegeheimein liegt in Deutschland bei über 80 Jahren“, berichtet Caren Miosga in der am 26. Oktober um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlten Dokumentation mit dem Titel „Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung“. Im Dialog mit der auf Assistenz angewiesenen Frau wird deutlich, dass sie ganz andere Wünsche hat. Dort heißt es u.a. im Gespräch von Caren Miosga mit ihr: „Petra hat Probleme mit dem Sprechen, doch sie möchte uns, das wird schnell deutlich, unbedingt erzählen, wie es ihr geht in ihrem neuen Zuhause. ‚Wie fühlen Sie sich hier?‘ ‚Ich möchte nach Hause.‘ ‚Sie möchten nach Hause. In Ihre Wohnung?‘ ‚Leider geht das jetzt nicht mehr.‘ ‚Verstehen Sie, warum das nicht mehr geht?‘ ‚Finanziell.‘ ‚Wenn es finanziell ginge, wenn Sie sich das wünschen könnten, wie wäre das?‘ ‚Ich möchte nach Hause …'“ Auch wenn in dieser Sendung und der anschließenden Diskussion in hart aber fair die Situation der pflegenden Angehörigen im Mittelpunkt stand, machte diese Filmsequenz deutlich, was viele derjenigen, die „gepflegt“ bzw. unterstützt werden, anhand der zum Teil miserablen Situation in Deutschland empfinden und sich wünschen.

Der inklusive Sport hat gewonnen

Junge Männer und Frauen in rotem oder weißen Sportdress mit Sportrollstühlen beim Basketballspiel
Beim Rollstuhlbasketball-Turnier in Achim
Foto: Frank Scheffka

ACHIM / BREMEN (kobinet)

Mit einem regelmäßigen Rollstuhlbasketball-Training im Bremer Stadtteil Vahr setzt sich der Martinsclub dafür ein, den Breitensport für Menschen mit Behinderung weiter zu öffnen. Aus Bremen, Osnabrück, Münster, Hannover und Hamburg waren die Sportlerinnen und Sportler angereist, um gemeinsam den „Weserpokal“ auszuspielen. In gemischten Teams gingen sie in der Sporthalle Am Arenkamp in Achum-Uphusen auf Körbejagd und boten ein tolles Spektakel. „Wir haben spannende Spiele gesehen, es war actionreich und hat großen Spaß gemacht“, findet auch Ines Herrmann, die das Rollstuhlbasketball-Angebot beim Martinsclub künftig koordiniert. „Teamgeist, Spaß und ein respektvolles, sportliches Miteinander waren allgegenwärtig. Es ging trotz sportlichem Ehrgeiz nicht ums Gewinnen, sondern um den gemeinsamen Spaß an der Sache – so soll es sein!“ Ermöglicht wurde das Turnier durch eine Kooperation zwischen dem Martinsclub und dem TSV Achim sowie durch eine private Spende. „Vielen Dank an alle Sportlerinnen und Sportler sowie an alle, die mitgeholfen haben, das Turnier organisatorisch und finanziell auf die Beine zu stellen“, ergänzt Herrmann.

UN-Behindertenrechtskonvention hat Menschenrechte mocdernisiert

Logo Fensterblick mit Theresia Degener
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Foto: KSL.NRW

Gelsenkirchen (kobinet)

„Die Menschenrechte, auch, wenn sie immer ein westlich dominiertes Projekt waren, immer auch in Kontext von Kolonialismus und Imperialismus, missbraucht und instrumentalisiert worden sind, haben doch die Menschheit vorangebracht. Sie kodifizieren die Idee des Humanismus. Und, dass sich hierauf fast alle Staaten im Rahmen der Vereinten Nationen geeinigt haben, ist humanistischer Fortschritt. Aber Inklusion im Kontext von Menschenrechten gedacht, ist die einzige Hoffnung. Etwas Besseres haben wir noch nicht gefunden. Inklusion ist ein Bestandteil der Menschenrechte, insbesondere durch die UN-Behindertenrechtskonvention geworden. Und das ist ja auch das großartige an der UN- Behindertenrechtskonvention: Dass sie die Menschenrechte modernisiert hat.“ Dieses Zitat von Prof. Theresia Degener wird in der Ankündigung des Interviews, das Wibke Roth vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben (KSL.NRW) mit der renommierten Juristen in der Reihe Fensterblick geführt hat.

Link zum Interview mit Prof. Dr. Theresia Degener

Höhepunkt für Sportler mit und ohne Behinderung in Niedersachsen

Junger Mann mit weißem Trikot, blauer Hose und Startnummer holt mit einem kleinen Ball weit zum Wurf aus
Bei den Sportivationstage 2026 emngagiert dabei
Foto: BSN / Volker Minkus

HANNOVER (kobinet)

Die Sportivationstage des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN) standen erneut im Zeichen von Bewegung, Begegnung und gemeinsamer Freude am Sport. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie Kinder ohne Behinderung kamen zusammen, um abwechslungsreiche und besondere Sportfeste in Aurich, Braunschweig, Hannover, Holzminden, Lingen, Osnabrück, Osterode am Harz, Rotenburg/Wümme und in Sandkrug zu erleben. Ein wichtiger Bestandteil war die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens.

Podcast: Der Hund darf nicht rein

Zeichnung eines Mannes mit dunkler Brille, neben sich einen Führhund mit Geschirr
Zeichnung eines Mannes mit dunkler Brille, neben sich einen Führhund mit Geschirr
Foto: Aktion Mensch

Berlin (kobinet)

„‚Der Hund darf hier nicht rein‘ – diesen Satz kennen viele Führhundhaltende. Doch für Assistenzhunde gelten gesetzlich geregelte Zutrittsrechte. In der neuen Folge von ‚Fell und Führbügel‘, dem Führhunde-Podcast des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), erklärt Experte Johannes Sperling, wo der Zutritt mit Assistenzhund erlaubt ist, welche Ausnahmen es gibt und wie Führhundhaltende reagieren können, wenn ihnen der Zutritt verweigert wird. Gemeinsam mit Moderatorin Lisa Mümmler gibt er außerdem Tipps für den Umgang mit Konfliktsituationen“, wie es vonseiten des DBSV in der Ankündigung des Podcast heißt.

Link zur neuen Folge des Podcast „Fell und Führbügel“:

https://fell-und-fuehrbuegel.podigee.io/9-zutrittsrecht

Frauen mit Behinderungen nutzen Landeshaus NRW für politische Forderungen

Blick von schräg oben in einen Beratungssaal m it in Reihen stehenden Tischen an denen Frauen sitzen
Frauen des Netzwerks auf den Plätzen im Landeshaus Münster
Foto: Nena Aichholzer

MÜNSTER (kobinet)

Trotz Erkältungswelle, Streckensperrungen und Sturmschäden kamen am 24. Oktober fast 30 Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen aus ganz Nordrhein-Westfalen im Landeshaus in Münster zusammen. Im Sitzungssaal der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe nutzten sie das Redepult und die Mikrofone, um eigene politische Anliegen vorzutragen. Unter dem Motto „Wir machen politische Räume zu unseren!“ erprobten die Teilnehmerinnen, wie es sich anfühlt, in einem großen politischen Gremium selbst das Wort zu ergreifen. Ein Höhepunkt des Plenums war das offene Mikrofon am Redepult. Viele Frauen nutzten die Möglichkeit, in bis zu drei Minuten ihre Themen zu benennen. Dazu gehörten Forderungen nach mehr Aktivität vor der anstehenden Landtagswahl, mehr Respekt in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, fehlende barrierefreie frauenärztliche Praxen in NRW sowie die Idee, Barrieren in den eigenen Stadtvierteln sichtbar zu machen und abzubauen.

Ich bin als Werkstattbeschäftigte gefangen in einem System und werde ausgenutzt und ausgebeutet

Logo: Die 12 rbb Bürgerrat
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Foto: rbb

Berlin (kobinet)

„Ich find das so furchtbar, ich bin gefangen in einem System, in bin Beschäftigte in so ner Werkstatt, ich bin gefangen, ich verstehe, was da abgeht, ich verstehe, dass ich ausgenutzt werde, wie ich ausgebeutet werde. (…) Wenn du einmal in so einer Werkstatt drinnen bist, kommst du meistens gar nicht mehr raus, weil der erste Arbeitsmarkt einen nicht mehr haben will. Und das ist die bittere Realität. Mein Fall ist sogar noch so furchtbar, ich kriege 200 Euro im Monat ausgezahlt. Das ist alles, was ich bekomme. Ich kriege keine Grundsicherung, keine Rente, weil dieses System so aufgebaut ist, dass ich von meinem Ehemann abhängig bin finanziell, weil er noch nicht behindert ist, im Gesundheitswesen arbeitet, knapp über Mindestlohn und mich versorgen muss. Das ist widerlich, das fühlt sich schrecklich an …“ So hat Sophie ihre Situation emotional sichtlich bewegt in der Sendung Die 12 – rbb Bürgerrat mit der Frage „Inklusion in Berlin & Brandenburg gescheitert“ geschildert. Die knapp einstündige Fernsehsendung kann in der Mediathek nachgeschaut werden.

Link zur Sendung Die 12 – rbb Bürgerrat vom 20. Oktober 2026

LWV Hessen fördert Erweiterung des Inklusionsunternehmens bdks

Logo: LWV Hessen
Logo: LWV Hessen
Foto: LWV Hessen

KASSEL (kobinet)

Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen unterstützt die Erweiterung des Inklusionsunternehmens bdks – integra gGmbH am Standort Baunatal mit 98.555 Euro. Das Vorhaben schafft 1,5 neue Vollzeit-Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen im Bereich der Fahrzeugreinigung, wie der LWV am 26. Oktober 2026 mitteilte. Anlass ist die Ausweitung des Leistungsspektrums des auf Gebäudereinigung spezialisierten Unternehmens. Seit 2022 führt die bdks – integra gGmbH die Innenreinigung von Polizeifahrzeugen durch und hat dies um Dienstleistungen wie Räderwechsel, Ölstandsprüfung und Reifendruckkontrolle erweitert. Dafür wurden unter anderem zwei Reinigungspistolen, zwei Nass-Trockensauger, eine Hebebühne und ein Reifenregal angeschafft. Gefördert werden zudem Maler- und Elektroarbeiten, ein Hallen-Rolltor und Büroausstattung.

VdK Bayern fordert kommunale Strukturreform für pflegerische Versorgung

Logo VdK Deutschland
Logo VdK Deutschland
Foto: VdK Deutschland

MÜNCHEN (kobinet)

Anlässlich seiner zweitägigen Landesfrauenkonferenz am 24. Oktober 2026 in Regensburg fordert der Sozialverband VdK Bayern eine grundlegende Strukturreform der pflegerischen Versorgung vor Ort. Hintergrund ist die Versorgungskrise in Bayern: Über eine halbe Million Menschen im Freistaat sind aktuell pflegebedürftig. Betroffene und Angehörige leiden unter hohen Kosten, bürokratischen Hürden, fehlenden Entlastungsangeboten und unzureichenden Informationen. Die Teilnehmerinnen der Konferenz mit dem Thema „Gute Pflege vor Ort gestalten – eine Verantwortung für uns alle“ verabschiedeten eine Resolution. Kernforderung ist die Etablierung einer verbindlichen, kommunalen pflegerischen Daseinsvorsorge. „Derzeit fehlen ausreichend ambulante Dienste, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätze, niedrigschwellige Entlastungsangebote sowie verlässliche Akutstrukturen“, sagte Yvonne Knobloch, Pflege-Expertin beim VdK Bayern. Der Verband fordere, dass Pflege eine Pflichtaufgabe der Kommune werde.

Abschied von Bärbel Maetz, die Millionen bewegte

Bärbel Maetz
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Foto: Barbara Vieweg

Jena (kobinet)

Und wieder muss die Behindertenbewegung Abschied von einer Person nehmen, die zwar meist im Hintergrund wirkte, aber im wahrsten Sinne des Wortes Millionen bewegt hat. Abschied von Bärbel Maetz, der Verwaltungsfee, die viele Projekte in finanzieller Hinsicht sicher und zugewandt durch nicht immer ruhige Gewässer steuerte und auch als Rentnerin noch mit Rat und Tat bei Verwaltungsfrage bereit stand. Im Nachruf von Barbara Vieweg auf Bärbel Maetz heißt es: „Wir müssen Abschied von unserer Kollegin Bärbel Maetz nehmen. Bärbel ist am 19. Oktober 2026 verstorben. 25 Jahre lagen die Finanzen der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und des Jenaer Zentrums für selbstbestimmtes Leben in ihren erfahrenen Händen. In großen Projekten mit vielen Partnern war sie für die Finanzen zuständig. Wir übertreiben nicht, wenn wir sagen ’sie bewegte Millionen‘. Ihre Fachkompetenz, ihre Hartnäckigkeit und ihr Selbstbewusstsein waren einzigartig. Bärbel hatte keine Angst vor großen Tieren, egal ob das Bundesverwaltungsamt oder ein Ministerium. Für die Sache der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen hat sie sich oft gegen die Bürokratie und Kleinkrämerei erfolgreich durchgesetzt. Wir verlieren mit ihr eine kluge, humorvolle und durchsetzungsstarke Kollegin, mit der wir auch freundschaftlich verbunden waren.“

Will die Politik überhaupt, dass wir Menschen mit Behinderung Karriere machen und selbstbestimmt leben?

Antonio Florio an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg
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Foto: Antonio Florio

Ludwigsburg (kobinet)

Wenn Antonio Florio an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg ein Seminar hält, ist das für ihn immer etwas Besonderes. Hier begann 2003 seine Laufbahn als Referent und später als Lehrbeauftragter. „Es ist also jedes Mal ein bisschen wie Heimkommen“, schreibt Antonio Florio auf Facebook. Und weiter berichtet er: „In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Aussage von Frau Klöckner vor einigen Wochen eingehen. Sinngemäß meinte sie, dass in ihrer Heimatregion Menschen mit Behinderung zusammenleben, um sie vor Vereinsamung zu schützen. Das mag auf manche zutreffen. Aber daraus eine allgemeine Aussage zu machen, halte ich für grundlegend falsch! Ohne die persönliche Assistenz in meinen eigenen vier Wänden hätte ich meinen Weg niemals mit dieser Dynamik und diesen Erfolgen gehen können. Und jetzt werde ich bewusst etwas provokant: Will die Politik überhaupt, dass wir Menschen mit Behinderung Karriere machen und selbstbestimmt leben? Denn je selbstständiger und erfolgreicher wir werden, desto schwieriger wird es, uns in irgendwelche Heime abzuschieben! Zum Schluss noch ein Wort zu den Studierenden im ersten Teil meines Blockseminars: Es war klasse zu beobachten, wie sie meine Aufforderung, frecher zu sein und auf provokante Fragen auch mal frech zu antworten, umgesetzt haben. Genau darum geht es mir in meinen Seminaren: Berührungsängste abbauen, kritisch hinterfragen und auch mal frech sein!“

Link zum Facebook-Post von Antonio Florio

Inklusion leben: Geschichten zur Inklusion

Kreis, der mit weiteren bunten Kreisen angefüllt ist.
Kreis, der mit weiteren bunten Kreisen angefüllt ist.
Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet)

„Viele Menschen zeigen jeden Tag, wie Inklusion gelingt. Im Alltag. In der Freizeit. Bei der Arbeit. Geschichten wie diese machen Mut und zeigen, wie Zusammenhalt wächst“, so heißt es auf der Internetseite der Aktion Mensch, auf der Geschichten von Menschen veröffentlicht werden, die Inklusion in verschiedenen Bereichen leben.

Link zu den Geschichten

SoVD-Fachtag zur Zukunft der Rente

Logo Sozialverband Deutschland
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Foto: Sozialverband Deutschland

HANNOVER (kobinet)

Dass sich im Rentensystem etwas ändern muss, ist klar. Allerdings kann sich die Bundesregierung derzeit nicht einigen, wie genau die Reformen aussehen müssen. Mit seinem Fachtag „Arbeit, Alter, Gerechtigkeit – die Zukunft der Rente“ lädt der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen deshalb alle Interessierten dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, wie die gesetzliche Rente so gestaltet werden kann, dass sie unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird – heute und in Zukunft. Der SoVD-Fachtag findet am Montag, 16. November 2026, von 9.45 bis 16.00 Uhr im Veranstaltungszentrum Rotation in den ver.di-Höfen (Goseriede 10, 30159 Hannover) statt. Eine Anmeldung ist bis zum 5. November 2026 unter dieser Internet-Adresse möglich.

IGEL-Podcast: Im Ernstfall mitgedacht? Menschen mit Behinderung im Katastrophenschutz

Cover des IGEL-Podcast zur Berliner Behindertenpolitik
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Berlin (kobinet)

„Im Ernstfall mitgedacht? Menschen mit Behinderung im Katastrophenschutz“, so lautet der Titel der 3. Folge der Serie „Berlin und seine Behindertenpolitik“ mit der Landesbehindertenbeauftragten von Berlin, Christine Braunert-Rümenapf, im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). „Was passiert, wenn der Strom ausfällt – und mit ihm Aufzüge, Hilfsmittel und wichtige Informationswege? In Episode 353 des IGEL-Podcasts geht es um Katastrophenschutz, der Menschen mit Behinderungen erreicht“, heißt es in der Ankündigung des Podcast. Sascha Lang und Christine Braunert-Rümenapf besprechen dabei u.a. Lehren aus dem Berliner Stromausfall Anfang 2026.

Wissen für gemeinnützige Organisationen

Infozeichen
Infozeichen
Foto: Susanne Göbel

München (kobinet)

Diejenigen, die einen Verein gründen, in einem Vereinsvorstand aktiv sind oder Projekte beantragen und verwalten, müssen einiges wissen. Auf der Internetseite vom Haus des Stiftens werden Webinare mit 60-minutigen Vorträgen, gehalten von Expertinnen und Experten aus der jeweiligen Branche für Non-Profit-Organisationen angeboten. „Sie sind kostenfrei und bieten einen ersten Überblick über relevante Themen aus den Bereichen IT, Kommunikation, Fundraising und mehr. Nach dem Vortrag ist Zeit für ausgewählte Fragen“, heißt es dazu auf der Internetseite des Haus des Stiftens, auf die Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.

Link zu weiteren Informationen zu den Webinaren für Non-Profit-Organisationen

Von Willi ein „Best of Kobinet“: „Umgebracht werden“ (erstmals Okt. 2023 erschienen)

Hans-Willi Weis in nachdenklicher Pose, weiß gekleidet mit weißer Baskenmütze
Hans-Willi Weis in nachdenklicher Pose, weiß gekleidet mit weißer Baskenmütze
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet)

Ich bin so „frech und frei“ wie Udo Sierck die historische Krüppelbewegung nannte, an frühere Beiträge von mir nochmal zu erinnern, wenn sie in den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Kontext passen.

HapticGuide will blinden und sehbehinderten Menschen mehr Selbstständigkeit und Sicherheit ermöglichen

Ein Mann mit Taststock steh vor einem Tastbild an einer Tür und hält ein Smartphone in der Hand
Hapticguide unterstützt beim Orientieren
Foto: Kreye Siebdruck GmbH

KOBLENZ (kobinet)

Für blinde und sehbehinderte Menschen ergeben sich beim Betreten von Räumen immer die Fragen: Wo befindet sich jetzt genau was? Wo sind, zum Beispiel in einer Toilette, Waschbecken und weitere Einrichtungen genau? Wie ist der Raum aufgebaut? Und wie lässt sich all das herausfinden, ohne sich im Beisein anderer Menschen erst vorsichtig tastend orientieren zu müssen? Die Fragen berühren einen wesentlichen Aspekt selbstbestimmter Teilhabe: die Möglichkeit, alltägliche Wege möglichst eigenständig, sicher und ohne unnötige Bloßstellung bewältigen zu können. Hier setzt HapticGuide an. Er ermöglicht blinden und sehbehinderten Menschen, sich bereits vor dem Betreten einer öffentlichen WC-Anlage mit deren räumlicher Struktur vertraut zu machen. Das Herzstück ist ein tastbarer Grundrissplan, der die Anordnung der Einrichtungen räumlich erfahrbar macht. Eine Legende in Braille- und Pyramidenschrift erläutert die dargestellten Elemente. Ergänzend kann eine Audiofunktion den Grundrissplan erklären und damit eine weitere Form der Informationsaufnahme anbieten. Weitere Einzelheiten sind dazu auf dieser Internetseite zu erfahren.

Von hier an blind – Zwischen Systembruch, Subkultur und Sehverlust

Buchbeitrag mit Bild von Jennifer Sonntag
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Foto: Jennifer Sonntag

Halle (kobinet)

„Von hier an blind – Zwischen Systembruch, Subkultur und Sehverlust“, mit einem Beitrag mit diesem Titel ist Jennifer Sonntag Teil des aktuell erschienenen Buches „Die anderen 50 Prozent“, herausgegeben von Sandra Strauß und Schwarwel. Das 728 Seiten starke Werk thematisiert weibliche Alltagswelten in (Ost-)Deutschland, von 1949 über 1989 bis heute. Es bündelt über 50 Beteiligte und zeigt zahlreiche Fotos und Illustrationen. Gefördert wurde es von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Eine digitale Bildungsplattform zu den Buchinhalten ist zusätzlich im Aufbau. „Persönlich bewegt mich natürlich auch die in das Buch eingeflossene Familientragödie meines Partners Dirk Rotzsch unter dem Titel: ‚Bis dahin hatte ich mich über die neue Deckenlampe in der Küche nicht gewundert'“, schreibt Jennifer Sonntag in ihrem Hinweis auf das neue Buch auf Facebook.

Link zu Informationen zur Neuerscheinung des Buches „Die anderen 50 Prozent“

Link zum Facebook-Post von Jennifer Sonntag

Gesundheit ist Menschenrecht – für ein Gesundheitswesen, das chronisch kranke und behinderte Menschen ins Zentrum stellt

drei rote Ausrufezeichen
drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung stoßen im deutschen Gesundheitswesen auf Barrieren und haben keinen gleichberechtigten Zugang zu einer angemessenen Versorgung. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Forums chronisch kranker und behinderter Menschen im Paritätischen hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) deshalb gemeinsam mit weiteren 18 Organisationen eine Erklärung mit dem Titel „Gesundheit ist Menschenrecht – für ein Gesundheitswesen, das chronisch kranke und behinderte Menschen ins Zentrum stellt“.

IGEL-Podcast zum Tag der pflegenden Eltern

Cover des IGEL-Podcast zum Tag der pflegenden Eltern
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet)

„Tag der pflegenden Eltern: Mein Kind wird 18 – die Pflege bleibt, der Behördenmarathon beginnt“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) mit der 2. Folge der Serie mit dem Verein wir pflegen. „Der 18. Geburtstag verspricht Freiheit und neue Möglichkeiten – doch für pflegende Familien bringt er auch viele neue Fragen. Zum Tag der pflegenden Eltern am 24. Oktober widmet sich die IGEL-Folge 352 diesem Übergang. Sascha Lang spricht mit Susanne Zellmer über das Erwachsenwerden mit Behinderung und die Herausforderungen für die ganze Familie“, heißt es u.a. in der Ankündigung des am 24. Oktober 2026 erschienenen IGEL-Podcast.

Special Olympics Niedersachsen stellt die „Gesichter der Spiele“ 2027 vor

Eine junge Frau mit kurzem Haar und ein junger Mann mit roten Shirt der Special OLympics sowie in der Mitte ein Mann mit schwarzem Shirt der Special Olympics
Anna Bornemann und Dario Redecker sind als Special Olympics Athleten gemeinsam mit Mirko Slomka die Gesichter der Special Olympics Landesspiele 2027 in Göttingen.
Foto: Oliver Vosshage Photography

HANNOVER (kobinet)

Beim ersten Inklusionsspieltag der TSV Hannover-Burgdorf in der ZAG Arena wurde sichtbar, dass Sport verbindet, Gemeinschaft schafft, Begeisterung weckt und Menschen zusammenbringt. Dort hat Special Olympics Niedersachsen die drei „Gesichter der Spiele“ für die Special Olympics Landesspiele 2027 in Göttingen vorgestellt: die Schwimmerin Anna Bornemann aus Göttingen, den Tischtennis- und Hockeyspieler Dario Redecker aus Hannover und Fußballpersönlichkeit Mirko Slomka. Bereits vor dem Handball-Bundesligaspiel gegen den TBV Lemgo traten zwei Mannschaften von Special Olympics Niedersachsen bei einem Einlagespiel auf dem Spielfeld der Arena gegeneinander an. Damit wurde deutlich: Menschen mit geistiger Behinderung gehören selbstverständlich in die Mitte des Sportgeschehens.

Noch nie so viele Hitzetote in Europa wie im Sommer 2026

Sonnenschein über der Silhouette einer Stadt
Sonnenschein über der Silhouette einer Stadt
Foto: Fatih Turan

Kassel (kobinet)

Der Sommer 2026 war aufgrund seiner zum Teil sehr großen und andauernden Hitze gerade auch für viele behinderte und chronisch kranke Menschen äusserst herausfordernd bzw. gesundheitlich gefährlich. Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es nach Informationen der tagesschau noch nie so viele Hitzetote in Europa wie im Sommer 2026. Das hat eine britische Analyse ergeben. „Die Folgen der von Menschen gemachten Klimaerwärmung werden den Forschern zufolge immer deutlicher. Der Hitzesommer 2026 kostete nach Schätzung britischer Wissenschaftler in europäischen Städten etwa 50.000 Menschen das Leben – das seien mehr als je zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Todesfälle führen die Forscher direkt auf den von Menschen verursachten Klimawandel zurück“, heißt es in einem tageschau-Bericht. Und weiter heißt es dort: „Besonders drastisch wirkte sich den Forschern zufolge der Juni 2026 aus. Demnach entfiel fast ein Drittel aller Todesfälle durch Hitze auf den Zeitraum vom 17. Juni bis 1. Juli. In dieser Zeit lagen die Temperaturen im Schnitt fünf Grad über dem Mittel der Vergleichszeiträume in den Jahren 1991 bis 2020.“

Link zum tagesschau-Bericht vom 23. Oktober 2026

Pflegeneuordnungsgesetz: Angehörige brauchen Entlastung – keine zusätzliche Belastungen

Sharepic von Jürgen Dusel zum Pflegeneuordnungsgesetz
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Foto: Bundesbehindertenbeauftragter

Berlin (kobinet)

Nach dem Kabinettsbeschluss zum Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) vom 30. September 2026 hat die Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen (KBB) eine grundlegende Überarbeitung im anstehenden parlamentarischen Verfahren gefordert. Am 5. November 2026 steht ab 9:00 Uhr die Debatte zur Ersten Lesung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung im Plenum des Bundestages an. „Pflege ist für viele Menschen mit Behinderungen eine Voraussetzung für Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben. Pflegende Angehörige leisten dabei einen großen Teil der Pflege in Deutschland und brauchen Entlastung, Flexibilität und verlässliche Unterstützung. Aus Sicht der KBB drohen die geplanten Einsparungen jedoch vor allem Kosten zu verlagern – auf Pflegebedürftige, Angehörige, beruflich Pflegende sowie Länder und Kommunen. Besonders kritisch sieht die KBB unter anderem die geplanten Änderungen bei der Verhinderungspflege. Statt weiterer Belastungen braucht es eine Stärkung der häuslichen und ambulanten Pflege“, teilte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, in einem Facebook-Post mit. Die KBB fordert daher eine Pflegepolitik auf Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und des Grundgesetzes. Denn: Teilhabe und Inklusion sind Menschenrechte und kein Bonus, wenn Geld übrig ist.

Mangel verwalten oder Beziehung gestalten? Psychiatrische Versorgung unter Druck

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Mainz (kobinet)

Was passiert mit Menschen, die psychiatrische Unterstützung brauchen, wenn gleichzeitig in der Versorgung gespart wird und über Sicherheit, sogenannte Gefährder und die Erfassung psychisch auffälliger Menschen diskutiert wird? Depression, ADHS, Schizophrenie oder eine psychische Krise können jeden Menschen treffen. Der Unterstützungsbedarf ist gestiegen. Gleichzeitig erleben Betroffene, dass Hilfen schwerer zugänglich werden, Angebote unter Druck geraten und psychische Erkrankungen zunehmend auch unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit und Gefahrenabwehr diskutiert werden. Mit diesen Fragen beschäftigt sich die bundesweite Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) vom 5. bis 7. November 2026 im Kurfürstlichen Schloss in Mainz. Unter dem Titel „Mangel verwalten? Beziehung gestalten. Haltung entfalten“ werden rund 300 Fachleute, Engagierte und Psychiatrie-Erfahrene erwartet.

Barrierefreiheit für alle – auch in der Privatwirtschaft: Sie wissen es und tun es nicht

Bild zur Petition von René Schaar für die Pflicht zur Barrierefreiheit
Bild zur Petition von René Schaar für die Pflicht zur Barrierefreiheit
Foto: René Schaar

Hamburg (kobinet)

„Sie wissen es. Und tun es nicht“, so bringt René Schaar, der entscheidend an der Organisation der Proteste für eine echte Reform des Behindertengleichstellungsgesetz und vor allem für die konsequente Verankerung einer Pflicht zur Barrierefreiheit privater Unternehmen mitgewirkt hat, seine Frustration zum Ausdruck. Denn seit der Anhörung des seiner Meinung nach miserablen und unakzeptablen Gesetzentwurfs der Bundesregierung am 22. Juni 2026 im Bundestag hat sich nichts vorwärts entwickelt. Auf Facebook schriebe Renè Schaar daher: „Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft? Der Bundeskanzler hat sich bewusst dagegen entschieden. Begründung: zu hohe Kosten für Unternehmen. Gleichzeitig wird gekürzt. Eingliederungshilfe. Sozialhilfe für die Pflege. Unterhaltsvorschuss. Jugendhilfe. Getroffen werden die, die ohnehin schon am Limit sind. Dabei liegt alles auf dem Tisch. Konzepte. Stellungnahmen. Kompromissvorschläge. Wir sind pragmatisch. Wir wollen Lösungen. Was fehlt, ist der politische Wille. Respekt zahlt keine Assistenz. Teilhabe ist kein Kostenfaktor. Teilhabe ist ein Menschenrecht. Über 166.000 Menschen fordern mit uns: Barrierefreiheit für alle. Auch in der Privatwirtschaft. Unterschreiben und teilen: innn.it/bgg„.

Link zum Facebook-Seite von René Schaar und zu einem Video von ihm

Bayerischer Landtag befasst sich erstmals mit Gebärdensprachverbot

Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen

München (kobinet)

Der Bayerische Landtag hat sich am 22. Oktober 2026 erstmals mit dem Leid gehörloser Menschen auseinandergesetzt, denen als Kinder die Gebärdensprache verboten wurde. Anlass war ein Fachgespräch im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie, an dem 26 Gäste des Landesverbandes Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) teilnahmen. Rund 270 Menschen verfolgten die Veranstaltung per Livestream mit Gebärdensprachdolmetschung. Alle Sachverständigen unterstützten die Forderungen des LVBYGL, wie es in einer Presseinformation des Verbands heißt. Wie Daniel Büter, Politischer Referent des LVBYGL, in seinem Eingangsstatement darlegte, galt in bayerischen Schulen für Gehörlose ab 1891 ein „von Höchster Stelle genehmigter“ Lehrplan, der „als Unterrichtsmittel nur das gesprochene Wort“ vorsah.

Simone Fischer: SPD-Ankündigung zu Pflegeneuordnungsgesetz muss mit Entlastungen folgen

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

Berlin (kobinet)

Anlässlich der Ankündigung der SPD-Bundestagsfraktion vom 22. Oktober 2026, das Pflegeneuordnungsgesetz im parlamentarischen Verfahren nachzubessern, fordert Simone Fischer, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, konkrete Maßnahmen. Pflegebedürftige und ihre Familien könnten sich keine weiteren Verzögerungen leisten, betonte Fischer. Notwendig seien eine wirksame Begrenzung der Pflegekosten und eine gerechte Finanzierung der Pflege.

Wie viel Macht hat Journalismus? Theo Koll im Aufzug mit Raul Krauthausen

Titelbild des Podcast: Im Aufzug mit Raul Krauthausen
Titelbild des Podcast: Im Aufzug mit Raul Krauthausen
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet)

Wie viel Macht hat Journalismus? Darüber hat Raul Krauthausen mit Theo Koll in seinem Podcast „Im Aufzug“ gesprochen. „Als ehemaliger Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios und Moderator von „Berlin direkt“ weiß der versierte Journalist um die Verantwortung, die den Medien zukommt, wenn es um unsere Demokratie geht – und um die Vermittlung von Wahrheit in Zeiten von KI und Fake News. Als Kuratoriumsvorsitzender der Aktion Mensch befasst sich Theo auch intensiv mit dem Thema Teilhabe und mit der Frage: Wie schaffen wir eine Gesellschaft, in der wirklich alle mitgenommen werden?“ heißt es im aktuellen Newsletter von Raul Krauthausen zur aktuellen Podcastfolge.

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