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01.03.2003 - 12:16

Mauerteile als Anreiz zum Abriss von Mauern.

Von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul

Kassel/Mönchengladbach (kobinet) Mit Stolz hält Petra Groß vom Netzwerk People First Deutschland die beiden Mauerteile des im Abriss befindlichen Bodelschwingh-Hauses der Evangelischen Stiftung Hephata in Mönchengladbach in Händen und erzählt mit Begeisterung von der Abrissfete, die dort am 21. Februar gefeiert wurde. «Es war ein tolles Fest und eine tolle Sache, dass hier endlich die Mauern der Einrichtung niedergerissen werden. Behinderte Menschen haben ein Recht darauf in der Stadt zu wohnen und nicht mehr in Anstalten. Deshalb haben wir auch mit vielen Leuten von People First an dieser Aktion teilgenommen», fasst sie ihre Eindrücke von der Abrissfete zusammen.

Für das Netzwerk People First Deutschland bleibt es aber nicht nur bei der Erinnerung, denn das Fest stand schließlich unter dem Motto «Erinnern - Beenden - Aufbrechen». Und «Aufbrechen» will das Netzwerk dahingehend, dass endlich neue Wege in der Behindertenpolitik gegangen werden, neue Wege für ein Leben in eigenen Wohnungen anstatt in Großeinrichtungen. «In einer großen Einrichtung muss man sich immer an den Rhythmus der Einrichtung anpassen, so dass dort ein selbstbestimmtes Leben leicht auf der Strecke bleibt», findet Arnd Kunau vom Vorstand des Netzwerkes, für den die Abrissfete ebenfalls ein Höhepunkt seiner behindertenpolitischen Aktivitäten war.

«Wir wollen jetzt dafür sorgen, dass endlich mehr Einrichtungen den Weg gehen, den Hephata in Mönchengladbach geht. Selbstbestimmung muss in Zukunft groß geschrieben werden und dafür müssen noch viele Mauern niedergerissen werden. Die ca. 200 TeilnehmerInnen der Abrissfete waren sich im Hinblick auf diesen Weg auf jeden Fall dahingehend einig, dass weitere Mauern niedergerissen werden müssen. Ein Sticker mit dem Aufdruck «Reißt die Mauern nieder» fand dort reißenden Absatz und dient fortan als Anreiz für weitere Aktivitäten in diese Richtung. «Denn alle Menschen - egal wie hoch ihr Unterstützungsbedarf ist, haben ein Recht auf ein würdiges Leben in der Gemeinde», so Kunau. omp

Petra Groß mit zwei Steinen des Bodelschwingh-Hauses in der Hand

 

 
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