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23.09.2011 - 10:36

Mehr Angebote in Gebärdensprache gefordert.

Berlin (kobinet) Bessere Angebote für schwerhörige und gehörlose Menschen in den öffentlich-rechtlichen Sendern sind nach Ansicht der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen nötig. Christine Lüders und Hubert Hüppe betonten anlässlich des „Tages der Gehörlosen“ am 25. September heute in Berlin, dass alle Menschen laut Grundgesetz ein Recht auf Informationsfreiheit haben. Doch ohne Untertitel und Gebärdensprache können gehörlose und schwerhörige Menschen dem Fernsehprogramm nicht folgen. „Deshalb ist der Ausbau eines barrierefreien Angebots für Nachrichten und Unterhaltung unerlässlich“, so Lüders und Hüppe.

Derzeit sendet das Erste ca. 37 Prozent des Angebots mit Untertiteln und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Laut Deutschem Gehörlosen-Bund sind im gesamten Angebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten 25 Prozent mit Untertiteln versehenen. Lüders und Hüppe begrüßen daher die Ankündigung der ARD, wonach bis 2013 alle Erstsendungen mit Untertiteln versehen werden sollen (kobinet 17.9.11). „Doch das reicht nicht aus, um allen Gehörlosen einen Zugang zu ermöglichen“, so Hüppe und Lüders. Menschen, die von Geburt oder früher Kindheit an gehörlos sind, brauchen oft zusätzlich zu Untertiteln Fernsehangebote in Gebärdensprache.

Zwar bieten die Rundfunkanstalten überregionale Nachrichtensendungen wie „Tagesschau“ und „heute“ in den Ausweichprogrammen Phoenix und 3Sat in Gebärdensprache an. Doch bei den regionalen Nachrichtenprogrammen sind es nur wenige Ausnahmen, die gehörlose Menschen über Tagesgeschehnisse aus der Region informieren. „Die Intendanten müssen dafür sorgen, dass sich das ändert“, fordern Lüders und Hüppe. Mit Lokalnachrichten kämen endlich auch die regionalen Unterschiede in der Gebärdensprache zum Tragen. Hierbei handelt es sich um Dialekte, wie sie in der gesprochenen Sprache auch vorkommen.

„Wenn Menschen für ein Angebot zahlen, sollten sie das auch nutzen können“, sagten Lüders und Hüppe mit Blick auf die neue Rundfunkgebührenordnung, wonach auch gehörlose und schwerhörige Menschen ab 2013 in die Zahlungspflicht genommen werden. Vorgesehen ist ein reduzierter Beitrag von sechs Euro. sch
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Dorothea Isserstedt schrieb am 23.09.2011, 19:59

Untertitelangebot soll ausgeweitet werden

Die Verbesserung des Untertitelangebotes ist sehr zu begrüssen.Ja,auch regionale
Angebote müsste es geben.Ich kann nicht verstehen,dass die Berliner Abendschau nur ein einziges Mal zur Probe eine Sendung mit Untertitel angeboten hat.Sicher hat sie darauf nicht genug Resonanz bekommen.Das wäre kein Wunder,denn ich kann mich nicht erinnern,dass im Vorfeld dafür viel geworben wurde.Ich habe es auch nur zufällig mitbekommen.Dabei ist gerade die Abendschau so gut geeignet für Untertitel.Grund:
ich habe den Eindruck,die SprecherInnen und Reporter geben sich hier besonders Mühe,klar und deutlich zu sprechen ohne "Bandwurmsätze".
Schön,dass wenigstens bei der Sendung in Sachen Gesundheit Untertitel vorhanden sind.
Gruss D.Isserstedt

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