Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Sommercamp 2012 selbstbestimmtes Leben
Werbebanner zu Kampagne Teilhabesicherungsgesetz
Werbebanner zu Hier könnte Ihr Werbebanner sein
Werbebanner zu bifos Online Akademie
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
11.10.2011 - 21:38

Dialog mit Behinderten im Bundestag verschoben.

Berlin (kobinet) Die Veranstaltung „Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag" am 2. und 3. Dezember wurde auf das nächste Jahr verschoben. Dies wurde heute mit großem Bedauern mitgeteilt. Als Begründung wurde die übergroße Zahl der Anmeldungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Rollstuhl genannt.

Alle Expertinnen und Experten der Bundestagsverwaltung, der Obersten Bauaufsicht der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Berliner Feuerwehr hätten nach intensiver Prüfung mitgeteilt, dass die Konferenz aus veranstaltungstechnischen Sicherheits- und Brandschutzgründen in ihrer geplanten Form nicht stattfinden darf.

Ein diesbezügliches Schreiben ist von den behindertenpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Bundestagsfraktionen, dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung und einem Beauftragten des Bundestagspräsidenten unterzeichnet. sch
 

 
Empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden bei Facebook
Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Martina A. schrieb am 02.11.2011, 08:25

Beschämend

Es ist einfach nur beschämend.. und zeigt mir, was aus unserer Gesellschaft geworden ist. Hauptsache, nicht gehandicapte Menschen können sich gegenseitig - kostenintensiv - "beweihräuchern" und am Steuersäckel hemmungslos bedienen.. Beispiele sind hier bereits aufgeführt..

w berger schrieb am 29.10.2011, 10:12

"Dialog mit Behinderten ... "

Wenn man sich als "Laie " immer mehr poltisch orientieren muß und keine Antidiskriminierungsstellen vorort geschaffen werden , die Beschwerden entgegen nehmen und Diskrimnierung vorort beseitigen , dann wird die Angelegenheit gerade für behinderte Menschen die besonders auf vertraute persönliche Unterstützung /Assistenz angewiesen sind und die Umsetzung der UN-BRK weiter erschwert und auch die LEICHTE SPRACHE bleibt auf der "Strecke" .
Zur Umsetzung der UN-BRK ´sollte vorrangig bestehende Diskriminierung dokumentiert und vorort beseitigt werden , weil INKLUSION vorrangig MENSCHENRECHT ist , wofür die Politik durch die Gesetzgebung bereits die Grundlage geschaffen hat .

Uwe Heineker schrieb am 29.10.2011, 02:32

Es lohnt sich wirklich ...

... sich einmal wirklich intensiv den Ursprüngen und weiteren Verlauf der Behindertenbewegung zu befassen bzw. sich zurück zu besinnen und den Vergleich zum heutigen Stand herzustellen.

Ich selbst bin mittlerweile 40 Jahre ehren- oder hauptamtlich "im Geschäft".

Der Vorgang um die akutelle Bundestagsausladung behinderter Menschen veranlasste mich, für mich persönlich einmal selbst Revue der Behindertenbewegung zu passieren:

Hierzu habe ich mir einen 1985 (!) erschienenden Tagungsbericht der damaligen BAG "Hilfe für Behinderte" unter dem Titel "Für ein selbstbestimmtes Leben - Werte und Zielvorstellungen in der Behindertenarbeit". an dem ich teilnahm und auch Mitautor des besagten Berichtes bin, zur Brust genommen und dabei festgestellt, dass die damaligen Thesen und Empfehlungen der Referenten (z.B. die Einstellungsforschungsergebnisse von Herrn Prof. Günther Cloerkes, bereits mehrfach von mir in meinen kobinet-Leserbriefbeiträgen zitiert) sowie Arbeitsgruppenergebnisse noch heute uneingeschränke Gültigkeit haben und die Behindertenbewegung sich hinsichtlich unbedingt ihrer weiteren Aktionen darauf zurück besinnen sollte.

Mein Fazit aus dem Ganzen:

obwohl die Erwartungshaltung des angesprochenen Personenkreis einschließlich ihrer Angehörigen bezüglich der (zügigen?) Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verständlicherweise sehr hoch ist - man sollte der Realität ins Auge sehen: er ist und bleibt leider vor diesen Hintergründen ein beschwerlicher, generationsübergreifender Weg, der nicht zum Nulltarif zu haben ist!

Aber es lohnt sich, diesen Weg weiterhin hartnäckig anzugehen (der noch kläffende Schoßhund muss sich wieder zum brüllenden Löwen verwandeln?!), auch wenn man meint, gegen Wände anzurennen!

Es gibt noch verdammt sehr viel zu tun, packen wir's also gemeinsam mit geballten Kräften an!

w berger schrieb am 28.10.2011, 19:50

" Dialog mit Behinderten im Bundestag... "

"... es ist braver und angepasster gewurden "
So würde ich die dereitige Situation nicht bezeichnen . ES IST POLITISCHER GEWURDEN ! Und es gibt kaum noch Soforthilfe , sondern es wird allein auf den Rechtsweg verwiesen .

Uwe Heineker schrieb am 28.10.2011, 15:25

Geschichte der deutschen Behindertenbewegung ...

... mehr hierüber: www.zedis.uni-hamburg.de/dokumente/Bewegungsgeschichte_HH_04-06_Vortrag.pdf

Hieraus ein Vortragsauszug, der nachdenklich stimmen sollte"

"Die deutsche Behindertenbewegung ist bereits öfter für tot erklärt worden. So
konstatierte Franz Christoph bereits 1993, dass „unsere Bewegung am Boden liegt“
und Eckhard Rohrmann stellte 1999 fest, dass die Bewegung vom „brüllenden
Löwen“ zum „kläffenden Schoßhund“ verkommen sei. Fest steht, dass sie sich
verändert hat. Aus der locker organisierten „kleinen radikalen Minderheit“ der ersten
Jahre haben sich etablierte Organisationen entwickelt. Früher unvorstellbar gibt es
einen Dachverband, Projekte werden mit Mitteln der ehemaligen „Aktion Sorgenkind“
finanziert und es wird zu bestimmten Fragen mit den großen Behindertenverbänden
zusammengearbeitet.

Und wenn man auch gegenüber der „wilden“ Anfangszeit feststellen muss, dass
tatsächlich vieles braver und angepasster geworden, die Konfrontation eher der
Kooperation gewichen ist und die Aktionen nicht mehr so spektakulär sind wie
damals, so zeigt sich doch, dass sich die Behindertenbewegung in ihren
wesentlichen Inhalten treu geblieben ist. Von Anfang an bis heute ging und geht es
darum, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen,
ihnen Kontrolle über ihr Leben zu verschaffen. Man wollte weg von dem individualisierenden
medizinischen Blick auf Behinderung; Aussonderung und Diskriminierung bekämpfen – Ziele,
die heute immer noch ihre Gültigkeit haben, wenn sich auch die Mittel und Wege dorthin verändert haben."

Uwe Heineker schrieb am 26.10.2011, 23:30

Macht ne alternative Veranstaltung ...

... dem Deutschen Behindertenrat empfehle ich nun - in Anlehnung der sogenannten "Werkstättentage" der entsprechenden -träger gibt es "alternative Werkstättentage" der betroffenen -mitarbeiter - eine ähnliche Veranstaltung aufzuziehen, noch ist bis zum 3.12. zeit dafür ...

Dietmar Eglsoer schrieb am 16.10.2011, 09:28

Wutbürger

Ich war auch mal im „neuen“ Reichstag als Berlin-Tourist zu Besuch.
Vor der Besucher-Damentoilette (da drin sage und schreibe EINE Einzige Kabine!!!) hatte sich eine erheblich lange Schlange gebildet. Ich habe dann zu den Damen gesagt, Sie sollten, wenn´s dringend wäre, doch die Herrentoilette benutzen (Ein Urinal/Eine Kabine!!!). Die Herren hätten höchstwahrscheinlich Verständnis dafür.
Auf dem Flur zu den WC´s hätte man zwei Fußballmannschaften spielen lassen können.
Ich als Bauing. kann über soviel Inkompetenz nur den Kopf schütteln.
Aber dieser Sachverhalt resultiert anscheinend auch aus der „Bürgernähe“ unserer „Volksvertreter“.
Und ich bin nicht behindert.

w berger schrieb am 16.10.2011, 08:47

"Dialog mit Behinderten ... verschoben"

Meine behinderte Tochter sitzt schon wie ein "Häufchen Elend" da , weil sie fast täglich im Heim ( auch in der Fördergruppe) zu hören bekommt "Wenn zu dich so benimmst , dann kannst Du nicht nach Hause . etc... "
Im Gutachten steht zwar , daß meine Tochter nichts verstehen würde und auch keinen freien Willen hat.
ABER Tatsache ist doch , daß ein Ausgrenzen aus der Gesellschaft gar nicht rechtens ist und das INKLSUIONSRECHT verletzt UND das wenn Heilung möglich wäre , sie sich nach nunmehr fünf Jahren stationärer Behandlung ohne Urlaub zu Hause bei ihren vertrauten Dingen , längst nicht mehr so (behinderungsbengt)benehmen würde ....
Wer solange außerhalb der Gesellschaft behandelt wird , verliert den Bezug zur Normalität UND bekömmt dann natürlich auch Angst vor dem Leben da "draußen" , wenn er keine persönliche vertraute Unterstützung (Assistenz) erhält und ihr dazu noch sagt "Wie willst Du allein in einer Wohnung leben ?"
Eine jahrelange Ausgrenzung sollte daher überhaupt nicht erfolgen , weil damit nur die SICHERHEIT gegeben ist , daß der Bezug zur Normalität verlorengeht , die Hilflosigkeit zunimmt ,Abhängigkeit von der Institution entsteht und Inklusion um so schwerer fällt . ( "hinter dem Therapietisch geht es gut ???" )
KEINEN EURO MEHR FÜR AUSGRENZUNG !

Dagmar Beier schrieb am 16.10.2011, 07:19

Behinderung als Sicherheitsrisiko

Ach,das waren noch Zeiten,in denen sich die Behinderten reibungslos zur Sicherheit der Normalen in gesicherte Plätze abschieben ließen, und es keine UN-Konvention gab.
Sicherheit in den Schulen,damit normale Kinder nicht verunsichert werden.
Sicherheit in den Kindergärten,damit normale Kinder nicht verunsichert werden.
Sicherheit in den Förderschulen,sozusagen Hochsicherheitsanstalten,damit die Behinderten mit Sicherheit davor beschütz werden,die Normalen draußen zu verunsichern.
Sicherheit im Bundestag.
Der Bundestag macht es vor,Inklusion geht irgendwie nicht,das ist alles viel zu unsicher.
Zutritt zum normalen Leben gibt es erst dann,wenn ein Reahbilitationsprogramm der Eingliederungshilfe insoweit erfolgreich war,das der Behinderte sich den allgemeinen Regeln des Normalbetriebs angepasst hat.
Also,ihr lieben Behinderten,seid endlich fleißig,macht endlich eure Therapien ,passt euch endlich an,sonst müsst ihr draußen bleiben.
Denn in Wirklichkeit meint die Kampagne nicht,behindern ist heilbar,sondern Behinderung ist heilbar.
Notfalls auch mit genetischen Frühtests gegen Trisomie 21 und andere Vermeidbarkeiten.
Diejenigen,die sich nicht anpassen,werden auch weiterhin separiert,von höchster Stelle.
Armes ,Armes Deutschland

w berger schrieb am 15.10.2011, 21:11

"Dialog mit Behinderten ... verschoben "

Bei uns im Sozialgericht fanden 2009 Umbauten statt . Zu Verhandlungen wurde in dieser Zeit der Bürgersaal im Rathaus genutzt , um Gerichtsverfahren nicht aufschieben zu müssen . Ich nenne jetzt nicht die Stadt , aber es war in Bayern .
Damit wurde bewiesen , daß sich immer ein "passender" Platz finden läßt, um nichts auf die "lange Bank" schieben zu müssen -einschließlich der Umsetzung der UN-BRK .
Vielleicht hätte der Papst eine Lösung gehabt , wenn man das Thema angesprochen hätte , denn behinderte Menschen werden doch schon lange genug ausgegrenzt !?

Knut Dörfel schrieb am 15.10.2011, 20:31

Sofort Alternative Lösung fordern - nichts aufschi

Sicherheit und Brandschutz hin oder her. So geht das nicht und darf auf keinen Fall einfach so hingenommen werden. Das ist doch ein Wahnsinn?? Dass die Verantwortlichen sich der offenkundigen Problematik so einfach entledigen, muss durch die Abgeordneten der Opposition zum öffentlichen Skandal gemacht werden. Die für diese Entscheidung Verantwortlichen und ihre Vorgesetzten müssen namhaft gemacht werden und sich öffentlich entschuldigen! Und es muss zeitnah ein angemessener Rahmen für die Veranstaltung gefunden werden.

Klaus-Dieter Dingel schrieb am 14.10.2011, 20:42

Nicht nur Peinlich sonder Desaströs

Was sich hier unsere sogenannten Volksvertreter geleistet haben, ist eine Frechheit sonder Gleichen. Wenn es da um den Papst oder einen anderen Hochrangigen Politiker geht oder um Bankenrettung, dann spielt Geld keine Rolle.Aber hier geht es um INKLUSSION von behinderten Menschen, da werden Finanzielle Belange angeführt, ohne die Schuldigen zu benennen und fristlos zu entlassen. Diese faulen Ausreden lasse ich nicht gelten. Erstens war die Begrenzung der Teilnehmer schon eine Frechheit und nun den Brandschutz wegen der Rollstuhlfahrer mit den heißen Rädern, anzuführen gilt auch nicht. Es wird für jeden Sche.. ein Sachverständigen Gutachten angefordert, hier hätte eine Eventargentur genau die richtige Lösung gefunden. Wozu haben wir diese Versager überhaupt noch. Es gibt in Berlin genügend Lokalitäten die geeignet sind auch mit größeren Personenzahlen klar zu kommen.Wenn ich dann lese, angespannte Haushaltslage, da kann ich nur laut Lachen. Wer fragt denn bei der Diätenerhöhung oder bei den Dienstwagenprivilegien nach der Haushaltslage? Das ist nur bei Behinderten relevant, denn die wehren sich nicht.Hoffentlich merkt sich das jeder Behinderte bei der Kreuzchen abgabe.

Ilja Seifert schrieb am 11.10.2011, 21:46

Ausgeladen

Im Mai diesen Jahres lud der Bundestag 300 Menschen mit Behinderungen zu einer Veranstaltung „Menschen mit Behinderung im Deutschen Bundestag“ am 2. und 3. Dezember 2011 ein. Im Mittelpunkt sollte der Dialog zwischen Menschen mit Behinderung und Politikern zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stehen – in einer Auftaktsitzung, in Arbeitsgruppen und in einer abschließenden Sitzung im Plenarsaal. „Ziel ist es (laut Einladungsschreiben), … ein gemeinsames Signal für die Bereitschaft zur Inklusion und zur Überwindung von Barrieren in allen Lebensbereichen auszusenden.“
Mit heutigem Datum wurden diese 300 Menschen wieder ausgeladen, weil sich darunter - völlig unerwartet - über 100 Rollstuhlfahrer/innen befanden und die Organisatoren feststellten, dass dies aus Sicherheits- und Brandschutzgründen nicht ginge. Die Veranstaltung soll nun im Oktober 2012 stattfinden, wobei diesmal dafür gesorgt werden soll, dass die Zusammensetzung der einzuladenden Personen den Gegebenheiten der Räumlichkeiten im Bundestag entspricht.
Damit hat das wirkliche Leben auf äußerst unangenehme Weise den Bundestag eingeholt. Es gibt Bereiche, wo Rollstuhlfahrer/innen nicht hinein oder auch wieder hinaus kommen und es gibt unakzeptable Begrenzungen in der Zahl (bei Bus und Bahn, in Kinos, Theater, Stadien usw.) Und auch der Bundestag mit seinen großen und neuen Gebäuden muss sich nun – über 10 Jahre nach dem Einzug – mit der Frage beschäftigen, wie viele Rollstuhlfahrer/innen hinein dürfen.
Da das Schreiben auch meine Unterschrift trägt und ich diesbezüglich schon um Stellungnahme gebeten wurde, möchte ich darauf hinweisen, dass diese Entscheidung mehrheitlich, das heißt gegen meine Stimme, fiel. Ich war und bin der Meinung, dass die Veranstaltung mit Einschränkungen und Kompromissen (allerdings nicht bei Fragen von Sicherheit und Brandschutz) durchführbar gewesen wäre, blieb aber mit dieser Auffassung in der Minderheit.
Ilja Seifert
Behindertenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE

Anton Friedrich schrieb am 11.10.2011, 21:43

Peinlich

Da hat der Bundestag wohl die falschen Behinderten eingeladen. Das ist einfach nur peinlich.

Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2012 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.