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kobinet-nachrichten 26.01.2012 - 16:37
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Hessische Kultusministerin blockiert Inklusion

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Frankfurt a.M. / Wiesbaden (kobinet) Die hessische Landtagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hält es für unvereinbar mit der UN-Behindertenrechtskonvention, dass das Angebot des Gemeinsamen Unterrichts in Klasse 10 aufgrund der unzureichenden Lehrerversorgung in Frankfurt abgebaut wird. "Aufgrund fehlender Lehrerstellen für den Gemeinsamen Unterricht von Behinderten und Nicht-behinderten sorgt Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) wieder einmal für weniger statt mehr Inklusion. Leidtragende sind die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf, die nach der 9. Klasse nicht weiter die Regelschule besuchen können", so der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Mathias Wagner.

"Ministerin Henzler hat heute (26.01.2012) im Kulturpolitischen Ausschuss auf einen dringlichen Berichtsantrag von uns geantwortet, es werde seitens des Staatlichen Schulamts Frankfurt im Einzelfall geprüft, ob nach Klasse 9 die weitere Beschulung im Gemeinsamen Unterricht 'erforderlich und geboten' sei. Da sich die Ministerin gleichzeitig weigert, die Lehrerstellen für den GU aufzustocken, wird diese angeblich sachliche Prüfung natürlich in der Regel negativ ausfallen. Durch diese Einschränkung wird die Jahrgangsstufe 10 schlicht und ergreifend weitgehend inklusionsfrei werden. Es kann passieren, dass Schülerinnen und Schüler mit Behinderung nach neun Jahren an der Regelschule ohne Not an die Förderschule wechseln müssen. Das hat mit Inklusion nichts zu tun, die Eltern und Schulen in Frankfurt sind zu recht verunsichert", so Mathias Wagner.

Das Staatliche Schulamt hatte gegenüber der Frankfurter Rundschau vom 9. Dezember 2011 erklärt, es müsse diese Umschichtung aufgrund der Lehrerzuweisung seitens des Landes vornehmen. Steigenden Anmeldezahlen für den Gemeinsamen Unterricht steht eine seit Jahren gleichbleibende Lehrerversorgung gegenüber.

"Die Tatsache, dass die schwarz-gelbe Landesregierung den Gemeinsamen Unterricht zweieinhalb Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention mit immer neuen Kürzungen schwächt, lässt nur darauf schließen, dass Frau Henzler die Inklusion absichtlich zum Scheitern bringen will. Es ist eine Sauerei, dass CDU und FDP hier Ideologie auf den Rücken der Schwächsten betreiben. Wer den gemeinsamen, inklusiven Unterricht will, muss endlich mehr Lehrerstellen von den Förderschulen an die Regelschulen umschichten", erklärte der Sprecher der Grünen. hjr
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

w berger schrieb am 27.01.2012, 08:14

"... blockiert Inklusion.."

"Wie unterrichte oder inkludiere ich die "Vielfalt" des Andersandersein in die Gesellschaft ?"
Diese Frage wurde bei der UN-BRK bereits berücksichtigt , bevor diese in Kraft getreten ist , denn ein wichtiger Punkt ist , daß PERSÖNLICHE UNTERSTÜTZUNG ( d.h. persönliche Assistenz nicht nur für Bildung und Arbeit ) bereitgestellt wird , um inklusiv mitten in der Gesellschaft zu verwirklichen .
PERSÖNLICHE UNTERSTÜTZUNG kann weder Schule ( Lehrer ) noch ein Unternenen ( Chef und Angestellte) leisten , sondern muß VOR der Teilnahme bereitgestellt werden .
(vgl. z.B. "Ziemlich bester Freund" " )

Manfred S. schrieb am 27.01.2012, 01:07

Gut so!

Das ist gut so! Wie unterrichte ich bitte folgende Schüler in einer Klasse:

einer blind
einer gehörlos
einer autist
einer hochbegabt
einer schwerstmehrfachbehindert
einer spastisch gelähmt
usw...
und werde dabei noch allen gerecht?

Selbst wenn man, und darum geht es ja wohl, Begabung oder Intellekt oder wie immer man es nennen will außen vor lässt: Wie unterhalten sich ein blinder und ein gehörloser Mensch? (ja ich weiß, dass das möglich ist, aber als Unterrichtssprache scheint mir keine der zahlreichen Kommunikationsformen taubblinder/hörsehbehinderter geeignet) Und wie unterrichte ich beide? Dazu brauche ich ja schon mindestens eine zweite Lehrkraft bzw. einen Gebärdendolmetscher, die ganztäglich anwesend sein müssen. Ohne dies geht´s schon mal gar nichts. Inklusion in der Schule wird´s eh scheitern, bin ich mir sicher.!

Karin Kestner schrieb am 26.01.2012, 18:42

Fremdschämen

Bei dieser Frau kann man sich nur noch fremdschämen....
Genau deswegen wurde wohl der Erhalt der Förderschulen beschlossen.

Als ob es den Kindern nicht bis zum Abitur zustehen würde zu lernen... Was heißt denn hier "erforderlich und geboten"??? Was sollen denn bitte die Kinder, die jahrelang auf Regelschulnivau gelernt haben nach der 9. Klasse in einer Förderschule? Da würden die Kinder ja wieder den Stoff der 5. oder 6. Klasse durchnehmen.
Da kann man sich nur fragen, was die gute Frau vor der Rede in ihrem Tee hatte.

Karin Kestner


w berger schrieb am 26.01.2012, 17:47

"... blockiert Inklusion "

Das Recht auf INKLUSION kann nicht nach neun Jahre zu Ende sein !
Eine Prüfung ob sich dieser Rechtsanspruch nach neun Jahren weiterhin "lohnt" ist Diskriminierung !
Inklusion ist Menschenenrecht !
Keinen Euro mehr für Ausgrenzung !

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