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26.01.2012 - 17:53

Behinderte Kinder in Schwaben diskriminiert.

München (kobinet) Bayerns Landesarbeitsgemeinschaft gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V. hat heute dem Bezirk Schwaben vorgeworfen, behinderte Kinder zu diskriminieren, die allgemeine Schulen besuchen.

In einer Pressemitteilung wird kritisiert, dass die Elternpaare zweier gehörloser Mädchen die Kosten für die Gebärdensprachdolmetscher für ihre Kinder vor Gericht einklagen mussten - allerdings erfolglos. Darüber hinaus müssen Eltern auch die Unterstützung und Hilfen für ihre Kinder am Nachmittag und in den Ferien organisieren.

Das wollte ein Elternverein aus Schwaben ändern und gründete einen Assistenzdienst, um den Kindern und Jugendlichen auch außerhalb der Schule und in den Ferien die volle Einbeziehung in die Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen.

Assistenzdienste werden erwähnt in der UN-Behindertenrechtskonvention, die im März 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist und die Vertragssaaten verpflichtet, die Gleichberechtigung und Teilhabe behinderter Menschen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu gewährleisten.

Der Bezirk Schwaben hat nun den Eltern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anstatt den Bedarf der Kinder ambulant zu decken, verweist der Bezirk auf die elterliche Betreuungspflicht.

Die Eltern sind empört: bei Besuch einer Förderschule wird nicht nur ein täglicher Hilfebedarf behinderter Kinder am Nachmittag anerkannt, der Bedarf wird auch selbstverständlich finanziert durch Übernahme der Kosten für teilstationäre Nachmittagsangebote, einschließlich des Transports. Die Kosten hierfür sind erheblich.

Auch Heim- oder Internatsunterbringungen mit Kosten bis zu 7000 Euro im Monat werden finanziert, ohne dass von elterlicher Betreuungspflicht die Rede ist. Dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die keine Förderschule besuchen, schlechter gestellt werden als Förderschüler, widerspricht dem Sinn der UN-Behindertenrechtskonvention. sch
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

w berger schrieb am 27.01.2012, 22:08

"Behinderte Kinder in Schwaben diskriminiert"

Leider werden neue Projekte schneller gefödert , als Einzelunterstützung mitten in der Gesellschaft , oder als die bereits bestehenden "Projekte " ( Schulen , Wohnungen , öffentliche Verkehrsmittel ect... ) INKLUSIV "umzurüsten" , d.h. nicht nur in Bayern .
WOHNEN MIT PERSÖNLICHER ASSISTENZ und inklusive Teilnahme muss überall ( außerhalb von Projekten ) möglich sein .
Die gestiegene Anzahl an Single-Haushalte in Deutschland unter Nichtbehinderten hat keinesfalls dazu geführt , daß diese Menschen vereinsamen , sondern vielmehr dazu das sie mehr PRIVATSPHÄRE "genießen" und mehr SELBSTBESTIMMUNG .

Elke Klein schrieb am 27.01.2012, 20:15

Inklusion darf nach der Schule nicht aufhören!!!

Ich möchte als Vorstandsvorsitzende von trauminsel47drei e. V. und Beisitzerin des Assistenzdienstes elwela e. V. MEINE Erfahrungen mit dem Bezirk Schwaben darstellen. Der erwähnte Assistenzdienst wird im übrigen nicht nur für die Schulassistenz von Kindern aufgebaut, sondern auch für erwachsene Menschen mit 24 Stunden-Assistenzbedarf, um ihnen ein Leben außerhalb eines Heimes zu ermöglichen.
Ich habe ganz persönlich sehr gute Erfahrungen mit dem Bezirkstagspräsidenten Herrn Reichert gemacht.
Er unterstützt unser geplantes inklusives Wohnprojekt von Anfang an sehr engagiert. Auch bei der Beantragung des persönlichen Budgets (persönliche Assistenz) für meine erwachsene autistischen Tochter war der Bezirk Schwaben sehr entgegenkommend und unbürokratisch.
Ich wünsche jeden Menschen, unabhängig von der Art und Schwere der Behinderung ein Leben außerhalb einer Sondereinrichtung und selbstverständlich jedem Kind, auch unabhängig von der Art und schwere der Behinderung, eine inklusive Beschulung. Dieses Ziel werden wir alle gemeinsam erreichen. Die Menschen mit advokatorischen Assistenzbedarf sollten dabei nicht vergessen werden.
Elke Klein
www.trauminsel47drei.de

Karin Kestner schrieb am 26.01.2012, 18:33

Der Wahnsinn hat Methode

Das Diskriminieren der Eltern behinderter Kinder scheint in Schwaben Methode zu haben. Der Bezirk Schwaben – in Person Jürgen Reichert – Bezirkstagspräsident - kommt seinen Verpflichtungen eben nicht nach, wie er immer behauptet.

Kosten, die in Förderschulen und Internate fließen, Kosten z.B. an denen der Bezirk „hintenherum“ mitverdient, werden anstandslos übernommen. Wenn es aber um echte Teilhabe an der Gesellschaft geht – weg aus den Ghettos – dann werden die Kosten nicht übernommen. Es wird Zeit, dass die Praktiken des Bezirks Schwaben von neutraler Seite überprüft werden!

Der Bezirk Schwaben ist in meinen Augen ein Inklusionsverhinderer, keine Eingliederungshilfe. Man kann allen Eltern behinderter Kinder nur raten: Zieht weg aus Bayern – bis man dem Treiben ein Ende setzt!


Karin Kestner

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