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26.02.2012 - 09:52

Ziemlich beste Freunde - César für Omar Sy.

Von Françoise Letroite

Paris (kobinet) Omar Sy erhielt den César als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in dem Film Les Intouchables (Ziemlich beste Freunde). Der Mann aus Senegal ist der erste schwarze Preisträger in der Geschichte des französischen Filmpreises. 19 Millionen Menschen haben den Film allein in Frankreich gesehen, fünf Millionen bisher in Deutschland. Der Kinoerfolg nutzt auch einem Förderverein für Menschen mit Querschnittslähmung.

Die Association Simone de Cyrène ist am Gewinn beteiligt, der mit dem Film eingespielt wird. Simon von Cyrene (oft auch: Kyrene oder Zyrene), so das Neue Testament, war nach der Feldarbeit auf dem Weg nach Hause, als ihn ein Trupp Römer zwang, das Kreuz des verurteilten Messias Jesus von Nazareth zu tragen. Der christlichen Legende zufolge gilt er wegen seiner vermeintlich libyschen Abstammung als erster Heiliger mit schwarzer Hautfarbe.

Ehrenpräsident des christlichen Vereins ist Philippe Pozzo di Borgo. Als der einstige Patron des Champagner-Hauses Pommery zustimmte, dass seine Lebensgeschichte verfilmt wird, stellte er die Bedingung, dass fünf Prozent des zu erwartenden Gewinns dem Verein zufließen. Das sind inzwischen fast eine Million Euro geworden.

Im Figaro vom 24. Februar kann nachgelesen werden, wie der Verein zwei neue Projekte begonnen hat. Es geht um den Bau von rollstuhlgerechten Wohnhäuser, wo Querschnittsgelähmte Seite an Seite mit ihren Assistenten leben.

Barrierefreier Wohnraum ist in Frankreich Mangelware. Der Verein geht von jährlich 10 000 querschnittsgelähmten Unfallopfern aus. Simone de Cyrène kann also nur wenigen von ihnen helfen - selbst wenn künftig neue Kinogänger und die Käufer der Ende März erscheinenden DVD noch weitere Einnahmen bringen. sch
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Uwe Frevert schrieb am 26.02.2012, 12:44

Kommentar von Uwe Frevert: Ein wahres Happy End!

Uwe Frevert: Ich bin sehr stolz darauf den Film bisher nur durch einen illegalen Download gesehen zu haben!

Der Film "Ziemlich beste Freunde" finanziert mitten im Grünen in Rungis, südlich von Paris, Gemeinschaftsräume für die "armen" Behinderten. Jeder neue Kinogänger und DVD-Käuf, er "tut nun Gutes" für den Förderverein und für Pozzo di Borgos "Leidensgefährten". Viele von ihnen warten in Frankreich lange stationär in Krankenhäusern auf behindertengerechte Unterkünfte.

In Rungis auf der grünen Wiese leben sie dann, die Querschnittsgelähmten und ihre "Betreuer". Seite an Seite unter einem Dach, Tag und Nacht. In guten wie in schlechten Zeiten.

von Michael Kläsgen in der SZ vom 25.02. 2012




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