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01.02.2004 - 18:50

Keine Chance für Ilja Seifert.

Berlin (kobinet) Enttäuscht wurde heute in der Behindertenszene registriert, dass Ilja Seifert auf dem Parteitag der Linkssozialisten von der PDS keine Chance auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die Europawahl bekam. Die Vertreterversammlung in Berlin hatte bis zum Abend als Spitzenkandidatin Sylvia-Yvonne Kaufmannn und auf den weiteren sechs Listenplätzen Helmut Markov, Gabi Zimmer, Tobias Pflüger, Sahra Wagenknecht, André Brie und Feleknas Uca gewählt. Sieben Abgeordnete der PDS könnten in das Europaparlament einziehen, wenn die Partei bei der Abstimmung ihr Ziel von sieben Prozent erreicht. Gewählt wurde Seifert schließlich auf den letzten Listenplatz 14. Ilja Seifert, vormals Abgeordneter im Bundestag, hatte Listenplatz 4 anvisiert, obwohl er im Vorschlag des Parteivorstandes nicht berücksichtigt worden war (Chance es besser zu machen). Johanna Fabian bedauerte «als langjährige Sympathisantin der PDS und eine auf den Rollstuhl angewiesene Bürgerin» diese Entscheidung. Sie ist wie viele andere in der Behindertenszene darüber enttäuscht, dass eine Chance verpasst wurde, «Behindertenpolitik besser zu machen als alle anderen Parteien in Deutschland». Fraglich ist, so Johanna Fabian, ob die PDS die Fünf-Prozent-Hürde ohne die potenziellen Stimmen von behinderten Menschen überhaupt überwinden kann. Einen plausiblen Grund, warum ein in der Politik erfahrener und über die Landesgrenzen hinaus geachteter Mann im Rollstuhl ohne Chance blieb, kann sie wie viele andere in der Szene nicht erkennen. sch  

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Rudolf Dr. Turber schrieb am 02.02.2004, 09:52

Empörendes Votum

Es ist empörend, dass ein Politiker wie Ilja Seifert, der auch bei seinen politischen Gegnern hohes Ansehen ob seiner Ehrlichkeit geniesst und der seit Jahren aktiv das Profil der Behindertenbewegung mit bestimmt, von der PDS-Spitze auf den aussichtslosen Platz 14 der Kandidatenliste abgedrängt wurde - immerhin sind rund 10 Prozent aller Wähler Menschen mit einer Behinderung, beziehen wir ihr sozial-familiäres Umfeld mit ein, ist rund ein Viertel aller Wähler mit diesem brisanten Thema im Alltag konfrontiert. Das Votum des Europaparteitages der PDS dürfte deshalb nicht dazu beitragen, bei Behinderten Stimmen zu gewinnen. Viele, die Ilja Seifert gewählt hätten, werden sich eher verweigern.

Peter Braun schrieb am 02.02.2004, 09:51

Eine ganz normale Partei

Ja, liebe Leute,
die PDS ist eben auch nur eine ganz normale Partei, die gerne mit der Behindertenbewegung kokettiert!

Aber deswegen gleich ihren Vorzeigebehinderten, Ilja Seifert, ins Europaparlament wählen, dies geht den Genossen dann doch zu weit!

Die Wähler haben es in der Hand, dies zu korrigieren!

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