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kobinet-nachrichten 21.02.2004 - 12:39
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Neues Behindertenheim in Frankfurt

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Frankfurt a.M. (kobinet) Die Einweihung eines neuen «Wohnheimes für junge Körperbehinderte» bezeichnete der Staatssekretärs im Hessischen Sozialministerium, Gerd Krämer (CDU), als historisches Ereignis für das Hufelandhaus, das vom Evangelischen Verein für Innere Mission getragen wird. Finanziert wird das Heim durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und den Landeswohlfahrtsverband. Nach Angaben des Heimbetreibers gibt es «helle, freundliche Einbett-Zimmer mit schönem Ausblick weit ins umliegende Stadtgebiet», wo «in drei Wohnpflege-Gruppen» behinderte Menschen Pflege und Betreuung vorfinden, «wie es vergleichbar in Hessen sonst nicht vorhanden ist».

Im Herbst 2001 war der Umbau eines Teils der bisherigen Altenpflegeplätze im Hochhausteil des Hufeland-Hauses in 27 Wohnpflegeplätze für jüngere Menschen mit körperlicher Behinderung begonnen worden. Für die konzeptionellen Grundlagen tragen neben dem hessischen Sozialministerium der Landeswohlfahrtsverband Hessen, die Pflegekassen, das Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt und das hessische Amt für Versorgung und Soziales die Verantwortung. Der Frankfurter Dezernent für Soziales und Jugend, Franz Frey (SPD), hatte am 23. September 2003 in einer öffentlichen Anhörung über die «Lebenssituationen von Menschen mit Behinderungen» im Stadtverordneten-Ausschuss für Jugend, Soziales, Seniorinnen und Senioren erklärt, in Frankfurt solle kein behinderter Mensch gegen seinen Willen in einem Heim leben müssen. hjr
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Manfred Keitel schrieb am 25.02.2004, 10:01

Die Schande!

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Es ist eine Schande, daß uns als Betroffene weiterhin Einrichtungen «für» behinderte Menschen in den (Lebens-)Weg gestellt werden.

Manfred Keitel

Peter Braun schrieb am 23.02.2004, 09:49

Reißt die Mauern nieder!

Die Behindertenbewegung forderte im EJMB 2003 nachhaltig «Reißt die Mauern nieder»; hinter denen tagtäglich die Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

Dieser Forderung schließe ich mich vorbehaltlos an und lehne den weiteren Neubau von ANSTALTEN ( Wohnstätten für behinderte Menschen ) in Deutschland ab. Die Regierungsadministration in Mecklenburg-Vorpommern ist gegenwärtig dabei eine neue «Förderrichtlinie zur Vergabe von Landesmitteln für den Neubau, Umbau und Ausbau von Wohnstätten für behinderte Menschen»; zu beschließen und wird damit weiterhin das Deutsche Anstaltsleben auch im 21. Jahrhundert fördern und ausbauen!

Neue Förderrichtlinien zum Neubau von behindertengerechten Wohnungen, zur Entwicklung von wohnortnahen ( ambulanten ) Unterstützungsdiensten, für niedrigschwellige Beratungs- und Kontaktangebote und weitergehende Strukturen, die ein selbstbestimmtes Leben von behinderten und älteren BürgerInnen in der Gemeinde, außerhalb und unabhängig von Institutionen und Heimen jeglicher Art möglich machen, werden dagegen nicht erlassen.

In Deutschland werden noch immer 160 000 Menschen gegen ihren Willen in Heimen und Anstalten untergebracht und müssen häufig perfider Weise für ein Taschengeld ohne Arbeitnehmerrechtsstatus in sogenannten geschützten Werkstätten fronen.

Ein eigenständiges Leben wird ihnen nicht zugestanden und finanziell nicht ermöglicht!

Es ist nicht hinnehmbar, dass weiterhin enorme Vermögenswerte in den Ausbau von Anstalten ( hier Wohnstätten für behinderte Menschen ) gesteckt werden und damit die Segregation zu manifestieren.

Dass hierbei die Kostenträger und die Träger von Wohnstätten in Mecklenburg-Vorpommern sogar davor nicht zurückschrecken, den Heimbewohnern die Fehltage welche über die 28 zugestandenen Abwesenheitstage ( Urlaubstage im Jahr ) hinaus gehen, mit bis zu 50,00 Euro; täglich in Rechnung zu stellen, ist dabei ein beredtes Zeichen von Ausgrenzung und Ausbeutung.
Die weitere Selektion und Separierung von Menschen mit Behinderungen ist nicht nur unmenschlich sondern sollte als das gesehen werden, was es wirklich ist, Barbarei, Verachtung menschlicher Subjektivität und Missachtung der Unverletzlichkeit der Würde des Menschen.




Michael Rüther schrieb am 22.02.2004, 14:53

Strukturwandel ade

Ich halte es für einen Skandal, dass im Jahr des Herrn 2004 immer noch "junge Behinderte" in Heime gesperrt werden. Wie lange wollen "Dezernenten für Sozialabbau" in Deutschland der Wohlfahrtslobby goldenen Käfige mit Einzelzelle und Blick ins Freie denn noch finanzieren. Menschen mit Behinderungen brauchen wirkliche Freiheit in Selbstbestimmung und Würde.

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