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kobinet-nachrichten
21.02.2004 - 12:39
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org
Manfred Keitel schrieb am 25.02.2004, 10:01
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Es ist eine Schande, daß uns als Betroffene weiterhin Einrichtungen «für» behinderte Menschen in den (Lebens-)Weg gestellt werden.
Manfred Keitel
Peter Braun schrieb am 23.02.2004, 09:49
Die Behindertenbewegung forderte im EJMB 2003 nachhaltig «Reißt die Mauern nieder»; hinter denen tagtäglich die Menschenrechte mit Füßen getreten werden.
Dieser Forderung schließe ich mich vorbehaltlos an und lehne den weiteren Neubau von ANSTALTEN ( Wohnstätten für behinderte Menschen ) in Deutschland ab. Die Regierungsadministration in Mecklenburg-Vorpommern ist gegenwärtig dabei eine neue «Förderrichtlinie zur Vergabe von Landesmitteln für den Neubau, Umbau und Ausbau von Wohnstätten für behinderte Menschen»; zu beschließen und wird damit weiterhin das Deutsche Anstaltsleben auch im 21. Jahrhundert fördern und ausbauen!
Neue Förderrichtlinien zum Neubau von behindertengerechten Wohnungen, zur Entwicklung von wohnortnahen ( ambulanten ) Unterstützungsdiensten, für niedrigschwellige Beratungs- und Kontaktangebote und weitergehende Strukturen, die ein selbstbestimmtes Leben von behinderten und älteren BürgerInnen in der Gemeinde, außerhalb und unabhängig von Institutionen und Heimen jeglicher Art möglich machen, werden dagegen nicht erlassen.
In Deutschland werden noch immer 160 000 Menschen gegen ihren Willen in Heimen und Anstalten untergebracht und müssen häufig perfider Weise für ein Taschengeld ohne Arbeitnehmerrechtsstatus in sogenannten geschützten Werkstätten fronen.
Ein eigenständiges Leben wird ihnen nicht zugestanden und finanziell nicht ermöglicht!
Es ist nicht hinnehmbar, dass weiterhin enorme Vermögenswerte in den Ausbau von Anstalten ( hier Wohnstätten für behinderte Menschen ) gesteckt werden und damit die Segregation zu manifestieren.
Dass hierbei die Kostenträger und die Träger von Wohnstätten in Mecklenburg-Vorpommern sogar davor nicht zurückschrecken, den Heimbewohnern die Fehltage welche über die 28 zugestandenen Abwesenheitstage ( Urlaubstage im Jahr ) hinaus gehen, mit bis zu 50,00 Euro; täglich in Rechnung zu stellen, ist dabei ein beredtes Zeichen von Ausgrenzung und Ausbeutung.
Die weitere Selektion und Separierung von Menschen mit Behinderungen ist nicht nur unmenschlich sondern sollte als das gesehen werden, was es wirklich ist, Barbarei, Verachtung menschlicher Subjektivität und Missachtung der Unverletzlichkeit der Würde des Menschen.
Michael Rüther schrieb am 22.02.2004, 14:53
Ich halte es für einen Skandal, dass im Jahr des Herrn 2004 immer noch "junge Behinderte" in Heime gesperrt werden. Wie lange wollen "Dezernenten für Sozialabbau" in Deutschland der Wohlfahrtslobby goldenen Käfige mit Einzelzelle und Blick ins Freie denn noch finanzieren. Menschen mit Behinderungen brauchen wirkliche Freiheit in Selbstbestimmung und Würde.
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