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08.05.2004 - 07:00

Blinde fragen nach ihrer Zukunft in Europa.

Berlin (kobinet) Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) schreibt zur Zeit im Rahmen der Europawahl die Kandidaten der Parteien an, um sie nach ihrer Einstellung zur Zukunft der Blinden und Sehbehinderten in einem geeinten Europa zu befragen. In sieben Fragen wird unter anderem nach der Position der Kandidaten zu Nachteilsausgleichen für Blinde und Sehbehinderte, zu einem europäischen Behindertenausweis und zu europaweit einheitlichen Antidiskriminierungsvorschriften gefragt. Die bis zum Wahltag eingehenden Antworten werden gesammelt und aktuell unter der barrierefrei zugänglichen Internetadresse www.dbsv.org/europawahl/ veröffentlicht. «Mit der Verteilung von Wahlschablonen sowie Parteien- und Kandidatenlisten im Audioformat und in Blindenschrift stellen wir sicher, dass blinde und sehbehinderte Menschen von ihrem Recht auf geheime Wahl Gebrauch machen können. Mit unserem Fragenkatalog und den darauf folgenden Antworten bieten wir den rund 650.000 Blinden und Sehbehinderten in Deutschland darüber hinaus auch eine Hilfe zur Wahlentscheidung an», so der selbst blinde DBSV-Präsident Jürgen Lubnau. In den Ländern der erweiterten EU leben etwa 37 Millionen Menschen mit Behinderungen, wovon rund 7,5 Millionen blind oder sehbehindert sind. Der DBSV ist der Dachverband der Selbsthilfeorganisationen der rund 145.000 Blinden und über 500.000 Sehbehinderten in Deutschland. In ihm sind über 40 Einzelverbände und Institutionen des Blinden- und Sehbehindertenwesens organisiert. omp 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

A. Heinker schrieb am 08.05.2004, 15:10

Boykott der Wahl

Sehr geehrte Damen und Herren LeserInnen der kobinet-nachrichten,
aufgrund der - schamlosen - Abzocke bei Menschen mit Behinderung - von allen "Parteinicks" und braven AbnickerInnen in Parteien aller Coleur werde ich es vorziehen, bei allen nächsten Wahlen auf allen Ebenen ungültig zu wählen. Leider trifft das, wie die taz vom Samstag, den 08. Mai 2004 - allerdings im Zusammenhang mit dem Muttertag - schreibt: "Gleichberechtigung ist als allgemeiner Wert zwar akzeptiert - nur wenn es konkret wird, wird es schwierig." auch bei Menschen mit Behinderung zu: es wird viel Papier verschrieben, viel versprochen - und dann das Versprochen doch gebrochen.

Übrigens könnten sich mal zum Sozialraub allerorten und aller Ausführungen Parteimitglieder mit Behinderung öffentlich positionieren.

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