Magdeburg (kobinet) Die PDS-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt will heute einen Antrag einbringen, mit dem die Landesregierung aufgefordert wird, ein Programm «Barrierefreies Sachsen-Anhalt» mit den Verbänden zu erarbeiten. Unter dem Titel «Behörden und Barrieren» haben die Linkssozialisten eine Dokumentation zur Barrierefreiheit ausgewählter öffentlicher Einrichtungen in dem ostdeutschen Bundesland vorgelegt und darin dringenden Handlungsbedarf ausgewiesen. Wie Detlef Eckert vom Arbeitskreis Soziales in der PDS-Fraktion mitteilte, wurden öffentlicher Gebäude auf Zugänglichkeit, barrierefreie Ausstattung und barrierefreie Informationen überprüft. Die zum Europäischen Protesttag vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass in Sachsen-Anhalt die Mehrzahl der öffentlichen Gebäude für mobilitätsbehinderte Menschen schwer oder nur mit fremder Hilfe nutzbar sind. «Damit wird die Lebensqualität vieler Menschen erheblich beeinträchtigt, zumal Defizite in diesem Umfang und nach der Bautätigkeit ab 1990 nicht gerechtfertigt sind. Sie sind Ausdruck der festgefügten Barrieren in den Köpfen vieler Verantwortungs- und Entscheidungsträger ist. Auf diese zunächst nur vermutete Ausgrenzung will die PDS mit dieser Dokumentation aufmerksam machen. Sie will damit aber auch Anstöße für Veränderungen geben, denn nur durch Veränderungen im Denken wird Gesellschaft gestaltet und die Zukunftsfähigkeit Sachsen-Anhalts als Lebensstandort für alle Menschen gesichert», heißt es in dem Papier. Es erweise sich in immer stärkerem Maße die barrierefreie Gestaltung der Umwelt als Grundvoraussetzung für eine vollwertige Teilhabe vieler Menschen am Leben in der Gesellschaft. Selbst öffentliche Gebäude seien für mobilitätsbehinderte Menschen oft nicht oder nur mit fremder Hilfe nutzbar. Das Land Sachsen-Anhalt sei ungenügend auf die Herausforderung, Mobilität für alle Menschen zu sichern, vorbereitet. sch Dr. Detlef Eckert (MdL) Telefon: 0391/5 60 51 19 eckert@pds.lt.lsa-net.de