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kobinet-nachrichten
07.05.2004 - 10:40
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Potsdam (kobinet) Der erstmals am 5. Mai als Preis für eine gelungene Diskriminierung behinderter Menschen im Land Brandenburg vergebene «Betonkopf» soll zu einer alljährlich vergebenen Auszeichnung werden. Den ersten Preis des Allgemeinen Behindertenverbandes Brandenburg erhielten zu gleichen Teilen die Stadt Ketzin und das Bauordnungsamt des Landkreises Havelland für Errichtung eines Gemeindezentrums in Falkenrehde. Die Auslober des neuen Wettbewerbs haben auf einer eigens eingerichteten Webseite www.betonkopf-brandenburg.de hervorgehoben, dass der Bauherr als Gemeinde mehr als jeder private Bauherr gehalten war, für gleichwertige Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Behinderungen zu sorgen (Artikel 12 Abs. 4 der Brandenburgischen Landesverfassung). Dieser Verpflichtung habe sich die Stadt Ketzin in beispielhafter Weise entzogen, obwohl aus der Gemeinde bereits vor Vollendung des Bauwerkes auf die fehlende Barrierefreiheit hingewiesen und um Abhilfe gebeten wurde. All dies wäre letztlich ohne die Mitwirkung des zuständigen Bauordnungsamtes des Landkreises Havelland nicht möglich gewesen. In selbstloser Missachtung geltenden Bauordnungsrechtes hat dieses Amt durch die Erteilung einer entsprechenden Baugenehmigung die Errichtung des Gemeindezentrum ohne barrierefreien Zugang genehmigt. Nun ist es da - das Gemeindezentrum Falkenrehde. Es ist ein Schmuckstück mit Makeln und gleichzeitig Stein gewordenes Beispiel für die Ausgrenzung behinderter Menschen. sch
Gerd Frank schrieb am 14.05.2004, 22:16
wenn ich das richtig verstanden habe, wurde das gebäude nach der Eingemeindung eröffnet. Die Behörde hätte danach im nachhinein die Eröffnung verweigern können, wegen der Baumängel. Dem Gesetz nach hätte das möglich sein können. Demnach ist der Betonkopf nicht ganz unverdient
Mit freundlichen gruss
Horst Wiencke schrieb am 14.05.2004, 08:58
moin moin die herren schulz und frank.
so wie ich herrn schulz verstanden habe, ist die gemeinde falkenrehde erst nach dem bau des gemeindezentrums per dekret ketzin zugemeindet worden.
dann kann ich verstehen, dass er sich gegen die anwürfe verwahrt und man kann ihm als vertreter der gemeinde ketzin und auch der gemeinde selbst keinen strick daraus drehen, dass sie ein schon vorhandenes nicht behindertengerecht gebautes öffentliches gebäude mit übernehmen mussten.
dann würde allerdings auch der betonkopf, aufgrund schlechter recherche an der falschen stelle gelandet sein.
wenn ich jetzt allerdings was falsch verstanden habe und das vorher ausgeführte nicht so ist, dann asche auf das haupt von herrn schulz.
klären sie mich doch bitte auf.
vielen dank im voraus
Volker Schulz schrieb am 11.05.2004, 09:00
Ich zieh mir die angebotene Jack nicht an, weil ich für den geschaffenen Fakt nichts beigetragen habe noch dem bisher abhelfen konnte.
Ansonsten wäre ich möglicherweise Preisempfänger für den nicht behindertengerechten Zugang für weitere Gebäude oder Einrichtungen im Landkreis havelland, im Land Brandenburg oder gar in der Bundesrepublik.
Das ist meine letzte Äußerung zu dieser Problematik.
Sie können mir mailen unter ketziner@lycos.de
Mit freundlichem Gruß
Gerd Frank schrieb am 10.05.2004, 08:48
zunächst möchte ich eines klarstellen ich hab nicht von einer billigen Ausrede sondern einer dummen.Sie wollen mir nun ernsthaft klarmachen das sie keinerlei Einfluss darauf was da bei ihnen gebaut wird.Ihnen kann man /frau wohl auch ein Gebäude hinstellen das weder Fenster noch Türen hat,das kann man/frau ja letztendlich so annehmen das wie sie ja sagen das sie ja nur geringen Einfluss darauf haben was da bei ihnen so gebaut wird da sie eingemeindet sind.Natürlich ist ihre Aktivität zu loben das sie jetzt versuchen den Mangel schnellmöglichst zu beseitigen.Fakt ist aber auch das sie es versäumt haben im Vorfeld aktiv zu werden,das behindertengerecht gebaut wird. Für sie und den anderen Stadtverordneten sollte es folgenden Preis geben:" Eine Schlafmütze" für jeden. gruss
Volker Schulz schrieb am 09.05.2004, 21:00
Ich möchte es noch einmal versuchen, das Problem mit der Auszeichnung verständlich zu machen.
Wenn Ihnen per Gesetz befohlen wird, morgen die Frau X zu heiraten oder Y. .Z. als Adoptivkind aufzunehmen, würde bei Ihnen sicherlich nicht eitel Freude herrschen.
Wenn Ihnen dann kurz Zeit später Verfehlungen der jetzigen Ehefrau oder des Adoptivkindes vorgeworfen würden, die Sie ja offensichtlich geduldet haben oder hätten kennen müssen, würden Sie sich sicherlich auch dagegen verwahren, wenn Sie dafür gerade stehen müssten.
Deshalb empfinde ich es als mehr als unschön, der Stadt Ketzin mehrere Monate nach der Eröffnung des Gemeindezentrums im Jahr 2003 durch die damals noch bestehende Gemeinde Falkenrehde nun den „Preis“ zuzuerkennen.
Dass der Fakt besteht, den Zustand ändern zu müssen, damit die Barrieren beseitigt werden, wird durch mich doch nicht bestritten.
Aber es sollte doch mal geprüft werden, ob nicht unter Umständen der Falsche mit der Auszeichnung bedacht wird und dieser dann trotzig alles über sich ergehen lässt und nichts im Sinne einer Heilung unternimmt.
Wenn es Methode ist, „Immer auf den Sack hauen, es trifft schon die Richtigen“ dann tut es mir leid. Denn so erreicht niemand, sich den Problemen anzunehmen und diese nach besten Möglichkeiten zu beseitigen.
Da ich das Problem alleine gar nicht lösen kann, werde ich die Leserbriefe zu diesem Betreff den weiteren Stadtverordneten zu Kenntnis bringen und bin auf deren Reaktion gespannt.
Ich hoffe, es ist kein Hiobssieg.
Mit freundlichem Gruß
Volker Schulz
Gerd Frank schrieb am 08.05.2004, 15:09
Fakt ist, wenn sie sich vorher so eingesetzt hätten, dass behindertgerecht gebaut wird, hätte die Gemeinde Zusatzkosten gespart. Naja immerhin wird ja jetzt was getan nehme ich an. Übrigens Sie hätten die Gemeinde bzw. den Kreis auf das Baugesetz hinweisen können, das aber Sie anscheinend versäumt. Mit freundichen Gru?
Volker Schulz schrieb am 08.05.2004, 11:16
Das Sie meine Äußerung als billige Ausrede betrachten, steht Ihnen unbenommen bei.
Als Stadtverordneter und damit Teil der Stadtverwaltung, ziehe ich mir jedoch die Jacke, die hier verteilt wird nicht an.
Klar ist, dass das Problem gelöst werden muss und kann.
Bestes Beispiel ist der gerade eingebaute Treppenlift am Seniorenklub in der Rathausstraße in Ketzin.
Hier wurde gerade eine Barriere beseitigt.
Mit freundlichem Gruß
Volker Schulz
Max Mütze schrieb am 07.05.2004, 22:44
Sehr erfreulich, dass jetzt ein Ketziner Stadtverordneter aktiv werden will, um einen barrierefreien Zugang zum Gemeindezentrum zu erreichen. Die Lösung ist im Bild auf der Webseite von betonkopf-brandenburg.de schon einmal dokumentiert. Also Rampe aufschütten!
Gerd Frank schrieb am 07.05.2004, 19:04
Erst besesitzt die Gemeinde die Frecheit behindertenfeindlich zu bauen und dann meldet sich hier ein Stadtverordneter zu Wort die Stadt hätte mit der Sache nur geringfügig zu tun.Sie hätten doch die Möglichkeit gehabt dies zu verhindern, in dem der Rat der Stadt auf diesen Missstand hingewiesen hätte und somit die behindertenfeindliche Massnahme verhindern können. Fazit: Für diese dumme Ausrede habe Sie sich den Betonkopf redlich verdient
Volker Schulz schrieb am 07.05.2004, 15:17
Ich möchte darauf hinweisen, dass Bauherr die Gemeinde Falkenrehde war, die mit der letzten Kommunalwahl im Oktober 2003 in die Stadt Ketzin per Gesetz eingemeindet wurde.
Also, die Stadt Ketzin hat damit nur ganz gering zu tun, muss sich jetzt als "Rechtsnachfolger der Gemeinde Falkenrehde" aber was einfallen lassen, um den barrierenfreien Zugang herstellen zu lassen.
Mit freundlichem Gruß
Dr. Volker Schulz
Stadtverordneter Ketzin
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