
Echternach (kobinet) Wer schon einmal einer Rede des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Karl Hermann Haack, lauschen dürfte, hat wahrscheinlich schon einmal davon gehört. Heute findet sie statt. Die Rede ist von der Echternacher Springprozession, die der Behindertenbeauftragte gerne als Sinnbild für die Behindertenpolitik nimmt frei nach dem Motto «drei Schritte vor - zwei zurück». Und tatsächlich wird heute in Echternach gesprungen. Dies tun nämlich die Gläubigen, die durch die Straßen ziehen, um Buße zu tun. Alljährlich am Pfingstdienstag treffen sich dort nämlich tausende Gläubige zur Springprozession vor der Basilika in Echternach. Zu den Takten einer polkaähnlichen Musik springen Gruppen in Reihen zu 5-6 Leuten, mit Tüchern eine Kette bildend, abwechselnd nach rechts und nach links zum Tor der Abtei hinaus. Ziel der Prozession ist das Grab des heiligen Willibrod. Sobald der Prozessionsfluß ins Stocken gerät, springen die Teilnehmer auf der Stelle oder sogar zurück. Die Ursprünge dieses «Gebets mit den Füßen» liegen im Dunkeln. Erklärungen deuten diese ungewöhnliche katholische Folklore als Relikt einer mittelalterlichen Bannprozession, die Pilger verpflichtete der Abtei Spenden abzuliefern. Andere Erklärungen sehen in der Prozession eine Danksagung an St. Willibrod, der die Menschen der Gegend vom Veitstanz, einer Art Epilepsie, befreit haben soll. Die Pilger aus dem Raum Prüm-Waxweiler stellen seit Jahrhunderten den wesentlichen Teil der echt pilgernden Teilnehmer an der Echternacher Springprozession. Nach Informationen der kobinet-nachrichten wurde der Behindertenbeauftragte bei der diesjährigen Springprozession noch nicht gesichtet. Es wird vermutet, dass er zur Zeit kräftig dafür springt, dass es mit dem zivilrechtlichen Antidiskriminierungsgesetz noch was wird. Denn hierfür wird immer noch intern an den Stippen wohl frei nach dem Motto «drei Schritte vor und zwei Schritte zurück» gezogen, was bei der bisher sturen Haltung des Justizministeriums sicher kein Kinderspiel sein dürfte. omp