Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Hier könnte Ihr Werbebanner sein
Werbebanner zu Sommercamp 2012 selbstbestimmtes Leben
Werbebanner zu Barrierefreie Reiseziele
Werbebanner zu Netzwerk PROBudget
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
11.06.2004 - 06:00

Hessen richtet Hitzewarnsystem ein.

Wiesbaden (kobinet) In Hessen wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst ein Hitzewarnsystem eingerichtet, damit zukünftig bei einer Hitzeperiode so wenig wie möglich ältere Menschen zu schaden kommen und im schlimmsten Fall sogar sterben. Dies teilte die hessische Gesundheitsministerin Silke Lautenschläger kürzlich im sozialpolitischen Ausschuss des Hessischen Landtags mit. «Wenn gefährliche Wetterlagen festgestellt werden, werden gezielte Warnungen ausgelöst, die dann zu Interventionsmaßnahmen führen, um die älteren Menschen und gerade auch die Bewohner von Alten- und Behindertenheimen zu schützen», erklärte die Ministerin. Das Hitzewarnsystem ist von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe entwickelt worden, die das Sozialministerium eingerichtet hat, und sieht zwei Stufen vor. «Sind bestimmte Wetterlagen gegeben, wird die erste Stufe durch den Deutschen Wetterdienst ausgelöst», erläuterte die Ministerin. Die Warnung soll an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen sowie an die Heimaufsichtsbehörden – das Regierungspräsidium Gießen und die Hessischen Ämter für Versorgung und Soziales – ergehen. Diese informieren dann alle hessischen Heime. «Mit Auslösung der Hitzewarnung werden die Heime verpflichtet, einen Katalog von Schutzmaßnahmen durchzuführen. Deren Umsetzung wird von der Heimaufsicht überwacht.» Die Schutzmaßnahmen, die zu ergreifen sind, umfassen die Überprüfung der Raumtemperatur und gegebenenfalls die Einleitung von geeigneten Maßnahmen zur Senkung der Raumtemperatur und Belüftung. Es ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zur Vorbeugung gegen Austrocknung sicherzustellen. Kleidung und Körperbedeckung der Heimbewohner sind zu überprüfen, ihr Zustand in Bezug auf Austrocknungserscheinungen oder sonstige gesundheitliche Auffälligkeiten zu kontrollieren. Pflegebedürftige oder hilflosen Personen müssen wiederholt aufgesucht werden. Gegebenenfalls ist ein Trinkplan zu erstellen und Temperaturmessung vorzunehmen. Beim Feststellen unklarer Gesundheitszustände muss sofort der Hausarzt eingeschaltet werden. Bei noch extremeren Wetterlagen wird Warnstufe 2 ausgelöst. Sie umfasst neben den Schutzmaßnahmen der ersten Stufe eine breite Information der Öffentlichkeit sowie die gezielte Einschaltung der Gesundheitsämter, die Krankenhäuser, Ärzte und Rettungsdienst auf die bestehenden Gefahren aufmerksam machen und geeignete Maßnahmen zur Erkennung von Schädigungen durch Hitzeinwirkungen sowie notwendige medizinische Maßnahmen empfehlen. Dabei ist auch die Aktivierung der Hausärzte vorgesehen, die die Heimbewohner betreuen. In den Heimen selbst ist eine Umsiedlung der Bewohner vorzunehmen, falls kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der Raumtemperatur nicht möglich sind. Die medizinische Betreuung ist zu verstärken und das Gesundheitsamt bei Auffälligkeiten mehrerer Heimbewohner zu verständigen. Während der Sommermonate wurde nach Informationen des hessischen Gesundheitsministeriums im vergangenen Jahr von der hessischen Heimaufsicht im Rahmen von Nachschauen ein besonderes Augenmerk auf die Raumtemperatur und das Flüssigkeitsangebot für die Bewohner gerichtet. Wenn Raumtemperaturen von über 30 Grad Celsius festgestellt wurden, wurden die Verantwortlichen im Heim ersucht, alle Möglichkeiten von Wärmeschutzmaßnahmen wie Lüften in den Morgen- und Abendstunden oder rechtzeitige Verdunkelung auszuschöpfen. In Einzelfällen, in denen vor allem in Großstädten die Standortbedingungen und die baulichen Gegebenheiten so ungünstig waren, dass die hohen Außentemperaturen nicht kompensiert werden konnten, wurden die Bewohner kurzfristig in andere Einrichtungen oder Einrichtungsteile umgesiedelt. «Stellte die Heimaufsicht fest, dass das Flüssigkeitsangebot nicht ausreichend war, um der extremen Hitze angemessen zu begegnen, wurden die Heimträger und die Leitungskräfte aufgefordert, unverzüglich kostenfrei zusätzliche Getränke anzubieten und deren Verbrauch zu kontrollieren. Ein besonderer Personalmangel während der Ferienzeit wurde von der Heimaufsicht nicht festgestellt. Problematisch wurde jedoch die Situation in einzelnen Häusern, die durch eine ungünstige Innenstadtlage an den besonders heißen Tagen im August 2003 einen weit über dem Durchschnitt liegenden Personaleinsatz sicherstellen mussten. Heime im ländlichen Bereich waren von der Hitzwelle in diesem Zusammenhang weniger stark betroffen», heißt es in der Presseinformation. Notwendige Konsequenzen aus den Vorgängen im Sommer 2003 wurden im November im Rahmen einer Dienstbesprechung der hessischen Heimaufsicht unter Beteiligung des Sozialministeriums erörtert. Am 11. Mai 2004 hat das Gesundheitsamt Darmstadt ein Expertenforum zu der Problematik veranstaltet. Am 8. Juni 2004 wurde das erarbeitete Hitzewarnsystem einvernehmlich von der Arbeitsgruppe beschlossen. Die Heimaufsichtsbehörden werden allen Heimen in Hessen regionale Informationsveranstaltungen zur Hitzeprävention und zur Umsetzung des Hitzewarnsystems anbieten. Zu diesen Veranstaltungen werden auch die örtlich zuständigen Gesundheitsämter und der Medizinische Dienst der Krankenkassen Hessen eingeladen. omp 

 
Empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden bei Facebook
Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2012 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.