
Leipzig / Hollenbach (kobinet) Als inakzeptabel verurteilt das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen, ForseA, die geplanten Streichungen von Freifahrten für behinderte Menschen. «So langsam können wir die Strophen des Streichkonzertes, das aus den Mauern des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung erklingt, schon nicht mehr mitzählen», meint Gerhard Bartz, Vorstandsmitglied des ForseA. «Hat die so genannte Gesundheitsreform behinderte und chronisch kranke Menschen nicht schon genug gebeutelt? Und nun sollen die Freifahrten auf einen engen Radius begrenzt werden. Das ist nicht mehr akzeptabel». Seine Vorstandskollegin Isolde Hauschild ergänzt, in einer modernen Mobilitätsgesellschaft würden gerade diejenigen, die zwingend auf den öffentlichen Personenverkehr angewiesen sind, durch solche Kürzungen aus der Gesellschaft isoliert. «Gut Verdienende können sich einen eigenen PKW leisten oder Fahrkarten unproblematisch zahlen. Kleinstrentner und auf Sozialhilfe Angewiesene werden jedoch immer mehr ausgegrenzt». «Statt Verkehrsbetriebe nach dem ‚Gießkannenprinzip' mit finanziellen Mitteln zu beglücken, egal ob diese ihrer Beförderungspflicht nachkommen oder nicht, wäre es sinnvoller gewesen zu prüfen, wer wie viele behinderte Menschen überhaupt befördert», ergänzt Bartz. Und nun werde – um beim Gleichnis Garten zu bleiben – angestrebt, nach dem ‚Rasenmäherprinzip' zu streichen. Wenn es so weiterginge, solle sich das Ministerium in Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Verunsicherung umtaufen. Das würde seiner Handlungsweise besser gerecht, meint Bartz: «Wir empfinden einen solchen Vorstoß im Hinblick auf kommende Wahlen als ganz schön mutig, besonders wenn man bedenkt, dass er nicht mit den Parlamentariern abgestimmt worden ist». omp