
Erfurt (kobinet) Als Landtagsabgeordneter kennt Maik Nothnagel das politische Geschäft bereits sehr gut und ist es auch gewohnt multifunktional zu agieren. So kandidiert der an beiden Armen behinderte Thüringer, der sich selbst als «Conti» aufgrund seiner Conterganbehinderung bezeichnet am kommenden Sonntag nicht nur für den Thüringer Landtag, sondern auch für den Kreistag Schmalkalden-Meiningen und für den Stadtrat Steinbach-Hallenberg als Parteiloser für die PDS Liste. Kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit dem Kandidaten über seinen Wahlkampf und seine Ziele. kobinet-nachrichten: Warum haben Sie sich für die Kanditatur in den Parlamenten entschieden? Maik Nothnagel: Für den Kreistag und den Landtag kandidiere ich um meine angefangene Arbeit erfolgreich weiter zu führen. Für den Stadtrat kandiere ich, weil dort die PDS ziemlich schwach war und weil Behindertenpolitik dort bis jetzt kaum eine Rolle gespielt hat. kobinet-nachrichten: Welche Aktivitäten haben Sie im Wahlkampf bisher durchgeführt und wie sind die gelaufen? Maik Nothnagel: Ich habe fast täglich in meinen Wahlkreis 12 Meiningen I, Infostände an verschiedenen Orten durchgeführt um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Zwei Veranstaltungen habe ich an der Fachhochschule für Sozialarbeit in Erfurt mit zukünftigen Sozialarbeitern zum Thema Enquetekommission des Thüringer Landtages und den Ergebnissen für behinderte Menschen durchgeführt. Eine weitere Veranstaltung gab es 14 Tage später mit Horst Frehe, dem Koordinator des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003 zum Europäischen Jahr. Weiterhin gab es Podiumsdiskussionen mit den anderen Direktkandidaten, Jugendweihereden, Besuche in Firmen, Institutionen und Einrichtungen. Dabei bekam ich auch Unterstützung von Dr. Ilja Seifert, der für das Europaparlament kandiert. Mit ihm war ich in Meiningen in der Geriatrischen Klinik um über ethische Fragen zu diskutieren, in der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Meiningen um über aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und in den Meininger Busbetrieben um uns neue kleine Niederflurbusse mit Rampe anzusehen. kobinet-nachrichten: Wie schätzen Sie Ihre Aussichten ein, ins Parlament zu kommen? Maik Nothnagel: Gut kobinet-nachrichten: Welches sind Ihre behindertenpolitischen Ziele, wenn es Ihnen gelingt ins Parlament gewählt zu werden? Maik Nothnagel: Ein Landesgleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderungen, einen Landesbehindertenbeauftragten für Thüringen zu installieren; das sind nur einige fürs Land. Für den Kreistag möchte ich einen Sozialausschuss durchsetzen und einen Behindertenbeirat. Und in Steinbach-Hallenberg die Barrierefreiheit durchsetzen. kobinet-nachrichten: Welchen Tipp haben Sie für andere behinderte Menschen parat, die sich auch überlegen, für ein Parlament zu kandidieren? Maik Nothnagel: Nur Mut! Tut es! Meckern ist das eine, etwas verändern ist das andere. kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview. (Das Interview führte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul)