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kobinet-nachrichten
15.06.2004 - 09:24
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Weißenfels (kobinet) Neben dem Behindertenverband Calbe kandidierte der Behindertenverband Weißenfels (BVW) als einziger Behindertenverband in Sachsen-Anhalt erneut eigenständig für den Kreistag. Sein Motto «Was für Behinderte unverzichtbar ist, bereichert das Leben aller» leuchtete wohl den Wählerinnen und Wählern ein. Schon frühzeitig zeichnete sich ein deutlicher Stimmenzuwachs ab. Mit 3,7% der Wählerstimmen erreichte der BVW 2 Kreistagmandate und konnte damit um 0,9% zulegen, was zu einer Verdoppelung der BVW-Mandate führt. Darauf hatte man nach Informationen von Guntram Hoffmann vom BVW zwar in der Saalestadt gehofft, aber kaum damit gerechnet. Zwischenzeitlich sah das Ergebnis sogar noch besser aus. Besonders beachtlich sei dies um so mehr, da der Verein in den letzten Jahren aufgrund der wirtschaftlichen Situation und mangelnder Förderung seine Leistungen erheblich einschränken musste. «Dies ist ein Grund zu großer Freude und zum Dank an unsere Wählerinnen und Wähler. Es zeigt sich, dass Alternativen zu den großen Parteien nicht gänzlich zwecklos sind und sich Bürger auch von kleinen Vereinen ansprechen lassen. Wichtig war aber, dass wir keine einseitige Klientelpolitik für Behinderte gemacht haben, sondern davon ausgingen: unser Klientel sind alle Bürger. In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, in welcher Fraktionskonstellation wir unsere Arbeit gestalten. Mit 2 Abgeordneten im Parlament (wie schon zwischen 1994 und 1999) lässt sich nun wieder eine wesentlich effektivere und bessere Parlamentsarbeit organisieren. Bisher hatten wir eine Fraktionsgemeinschaft mit der FDP, die jetzt ebenfalls 2 Abgeordnete stellt. Ein weiteres wiedergewähltes Vereinsmitglied gehört zur PDS-Fraktion. Bei der Fraktionsbildung werden wir uns davon leiten lassen, in welcher Konstellation wir den größten Einfluss und Gestaltungsmöglichkeit auf die Kreistagsarbeit erzielen», sagte Guntram Hoffmann, 2. stellvertretender Vereinsvorsitzender. Neben den GRÜNEN, die den Wiedereinzug in den Kreistag schafften und der PDS gehört der BVW zu den direkten Wahlgewinnern, mussten doch CDU und SPD leichte Stimmenverluste hinnehmen. «Das ist nun auch alles andere als ein Grund zur Traurigkeit und Trübsal! Unser herzlicher Dank gilt all unseren Wählerinnen und Wählern. Natürlich werden wir stets daran arbeiten, ihr Vertrauen nicht zu enttäuschen. Getrübt wird dieses Wahlergebnis nur durch die katastrophal geringe Wahlbeteiligung von 42,9%; das sind 8% weniger als 1999. Hier haben alle demokratischen Parteien und Organisation eine Menge Arbeit vor sich, um Menschen wieder zur Mitgestaltung an der Demokratie zu gewinnen», so Hoffmann abschließend. omp
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