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13.07.2004 - 08:50

Personenbezogenes Pflegebudget in Kassel.

Kassel (kobinet) Der Kasseler Magistrat hatte es bei der gestrigen Stadtverordnetenversammlung in Kassel mit der Verabschiedung einer Vorlage, mit der die Beteiligung der Stadt am Modellprogramm «Personenbezogens Pflegebudget» für ältere Menschen beschlossen wurde, richtig eilig. Der Antrag wurde zusätzlich auf die Tagesordnung aufgenommen und fraktionsübergreifend unterstützt. Damit haben die Stadtverordneten beschlossen, dass sich die Stadt Kassel gemeinsam mit sechs anderen Kommunen an einem Modellprogramm beteiligen kann, durch das ein Personenbezogenes Pflegebudget für ältere Menschen im Rahmen der Pflegeversicherung ermöglicht wird. Das heißt, dass nun ältere Menschen auch die Mittel der höheren Sachleistung nach der Pflegeversicherung als Geldleistung erhalten können, um das Geld entsprechend ihrem Bedarf zielgerichteter einsetzen und selbst verwalten zu können. Dies wird durch die Schaffung einer Beratungsstelle unterstützt und wissenschaftlich begleitet. «Mit diesem Modellprogramm wird endlich dem Unsinn der Pflegeversicherung entgegen gewirkt, dass diejenigen, die mehr Verantwortung für die Organisation ihrer Assistenz übernehmen, durch die geringere Geldleistung für ihre Selbstbestimmung gegenüber der sonst fälligen Sachleistung bestraft werden. Wir hoffen, dass damit nicht nur die Selbstbestimmung älterer Menschen gefördert, sondern auch ein effektiverer Mitteleinsatz im Sinne der Bedürfnisse der Betroffenen ermöglicht wird», erklärte der Kasseler Stadtverordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Ottmar Miles-Paul, gestern Abend am Rande der Stadtverordnetenversammlung. Uwe Frevert vom Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter - fab e.V. - hofft, dass die Durchführung dieses Modellprogramms in enger Kooperation mit den Bemühungen behinderter Menschen für mehr Selbstbestimmung durchgeführt wird. «Wir behinderten ArbeitgeberInnen verfügen zum Teil schon über zwanzigjährige Erfahrungen mit der Verwaltung von Budgets und der Motivation von behinderten Menschen zur Ausübung von mehr Selbstbestimmung. Daher können und wollen wir in diesen Prozess viel know how einbringen», so Uwe Frevert. Der Beschluss der Kasseler Stadtverordnetenversammlung sei zwar nur ein kleiner Baustein für mehr Selbstbestimmung, aber ein enorm wichtiges Zeichen zur Umsetzung neuer Instrumente für Persönliche Budgets, mehr Selbstverantwortung der Betroffenen und mehr Selbstbestimmung. elba 

 
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