
Hannover (kobinet) Die Illustrierte PARTIZIP informiert in ihrer jetzt vorliegenden Sommerausgabe über behinderte Lesben und Schwule in Berlin und druckt Beiträge aus dem Berliner Onlinemagazin Siegessäule ab. «Die viel gepriesene Homohauptstadt Berlin wird für behinderte Lesben und Schwule schnell zur Provinz. Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, nicht sehen, hören oder laufen kann, bleibt häufig draußen oder hat wenig von der Szene», schrieb Martin Franke. Er bezog sich auf eine Studie des Jugendnetzwerkes Lambda und stellte fest, dass gleichgeschlechtlich Liebende es mit Behinderung meist doppelt schwer haben. In der bürgerlich ausgerichteten Behindertenszene gebe es wenig Unterstützung für ein Coming out. «Noch vor wenigen Jahren galten Behinderte meist als geschlechtslose Wesen. Das ändert sich langsam. Ein Problem bleibt aber, dass das Recht auf ein selbstbestimmtes Sexualleben, auf Partnerschaft und Liebe sich nicht einfordern lässt wie Rampen oder Blindenschrift», meinte der Autor. Nach Ansicht von Rainer Schilling aus der Deutschen AIDS-Hilfe muss sich auch das Bewusstsein in der Szene gegenüber Behinderten ändern. Schwule achteten immer nur auf den Außenfeind. Schilling wird mit der Forderung zitiert: «Szenemedien sollten nicht nur übers Ficken schreiben, sondern ebenso über Rollstuhlzugänglichkeit.» sch