
Düsseldorf (kobinet) Nordrhein-Westfalens Sozialministerin Birgit Fischer (SPD) hat sich gegen Pläne der rot-grünen Bundesregierung ausgesprochen, kostenlose Fahrten für Schwerbehinderte im öffentlichen Nahverkehr einzuschränken. Damit wächst in der Sozialdemokratischen Partei die Ablehnung der im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung erarbeiteten Pläne, Freifahrten auf den Verkehrsverbund des Wohn- und Arbeitsortes zu beschränken. Die kostenlose Beförderung von Behinderten im Öffentlichen Personennahverkehr dürfe nicht zu Lasten der Betroffenen eingeschränkt werden, so Fischer. Reformen müssten mehr und nicht weniger Mobilität für behinderte Menschen zum Ziel haben. Die sozialdemokratische Politikerin regte die Einführung von persönlichen Mobilitätsbudgets unabhängig vom Transportmittel an. sch
Frank Winkel schrieb am 23.07.2004, 08:58
Es wird fälschlicherweise davon geredet, dass Behinderte die Verkehrsmittel kostenlos benutzen. Das stimmt aber nicht. Man bezahlt ja für die Wertmarke.
Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderte e. V. (BSK) hat folgenden Vorschlag: Die Einführung einer Fremdverbund-Wertmarke. Bei dieser Variante wird die Gültigkeit der jetzigen Wertmarke auf den Verkehrsverbund des Heimatortes beschränkt. Behinderte, die es wünschen, auch außerhalb des Heimatverkehrsverbundes zu fahren, müssten dann eine Fremdverbund-Wertmarke erwerben. Weiterhin fordert der BSK die Einführung eines Mobilitätstickets, mit dem man auch die Fernverkehrszüge benutzen könnte. Dieser Vorschlag ist sehr zu begrüßen. Dann könnte man auch (wieder) die IC-Züge benutzen. Denn im Dezember 2002 wurden die IR-Züge in IC-Züge umgewandelt. Hier fand bereits eine Einschränkung der Freifahrt statt.