
Heidelberg (kobinet) Eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne der Bundesregierung zur Einschränkung der Freifahrten Schwerbehinderter wurde in Heidelberg gestartet. «Behinderte sollen künftig lediglich nur noch im Verbund oder Landkreis ihres Wohn- und Arbeitsorts unentgeltlich befördert werden. In allen anderen Gebieten wird ihnen dann zugemutet, Fahrscheine für nicht behindertengerecht ausgestattete Fahrzeuge mit oft barrierebehafteten Zugängen zu erwerben», erklärte der Projektleiter des ÖPNV-Infos, Marco Krings, im Aufruf zu dieser Aktion. Träger von ÖPNV-Info ist Seh-Netz, das Service- und Informationszentrum für blinde und sehbehinderte Menschen in Heidelberg. Krings wies darauf hin, dass ein Fahrkartenerwerb ohne fremde Hilfe oft nicht möglich ist. «Sagen Sie doch mal einem Blinden, wie er an einem der vielen modernen Automaten mit grafischer Benutzerführung und berührungssensitivem Bildschirm ein Ticket ordern soll. Ohne Sprachausgabe und physikalisch tastbarer Tastatur schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Fahrkartenschalter werden weiter abgebaut und es wird immer weniger Personal in den Verkehrsmitteln eingesetzt – man wird also unverschuldet quasi zum notorischen ‚blinden Passagier'!» Jeder Schwerbehinderte hat spezifische Bedürfnisse, um sein Handicap minimieren zu können. Diese unterliegen oft sich widerstrebenden Anforderungen. Exemplarisch hierfür seien bauliche Gegebenheiten zu nennen: Ein Rollstuhlfahrer benötigt niedrig angebrachte Automaten, ein Sehbehinderter hingegen einen in Augenhöhe. Bereits die Kosten für einen durchweg behindertengerechten Fahrkartenerwerb im Öffentlichen Personennahverkehr für alle Behinderungsarten sind enorm. Sie übersteigen die Summe der Einsparungen, die angeblich mit der Einschränkung erzielt werden sollen, um ein Vielfaches. Von der geplanten Einschränkung wird ein nicht unerheblich großer Bevölkerungsteil massiv in seinen Mobilitätschancen betroffen. Deshalb forderte der Präsident von Seh-Netz, Thomas Krämer, zur Unterstützung auf. «Benutzen Sie entweder die Online-Liste unter http://unterschriftenaktion.oepnv-info.de oder laden Sie sich eine Unterschriftenliste herunter, drucken sie aus und lassen diese von möglichst vielen Bekannten und Freunden signieren». Je mehr Menschen an dieser Aktion teilnehmen oder sich gar persönlich engagieren, desto größer seien die Erfolgsaussichten, das Vorhaben von Ulla Schmidt wieder dorthin zu schicken, wo es hingehöre: In den Reißwolf. sch
Dipl.-Soz.Arb. Uwe Heineker schrieb am 26.07.2004, 08:34
... getreu George Orwell's Film "Animal Farm" ...
Weiterer Kommentar zum Thema dürfte überflüssig sein ...