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26.07.2004 - 15:00

Freifahrtregelung bleibt.

Berlin (kobinet) Die Freifahrt-Regelungen für behinderte Menschen werden nicht verändert. Dem Kabinett wird daher kein entsprechender Vorschlag unterbreitet. Das erklärte heute Bundessozialministerin Ulla Schmidt. sch (folgt ausführlicher Beitrag)  

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Frank Winkel schrieb am 27.07.2004, 09:14

Freifahrten

Dass die Freifahrten für Behinderte erhalten bleiben, ist sehr gut. Damit ist der erste Schritt getan.

Aber trotzdem gibt es Einschränkungen bei der Freifahrt und die müssen noch beseitigt werden. Denn die Bahn hat die IR-Züge in IC-Züge umgewandelt. Und IC-Züge können ja nicht benutzt werden. Die IR-Züge konnten benutzt werden. Jetzt sollten wir Unterschriftenaktionen zur Ausdehnung der Freifahrt auf den IC starten. Somit würde auch Behinderten der Zugang zum IC geöffnet werden.

Der Gipfel ist ja, dass nichtbehinderte Zeitkarteninhaber und Studenten mit dem Semesterticket, die auch Auto fahren können, gegen Aufpreis in Verkehrsverbünden auch die IC-Züge mit ihren Nahverkehrstickets benutzen können. Aber Behinderte (gerade Blinde und Sehbehinderte), die kein Auto fahren können, denen wird diese Möglichkeit nicht gegeben. Blinde und Sehbehinderte haben gar keine andere Möglichkeit und sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und daran gebunden.

Würde man die Einschränkungen durchsetzen, würden die Kosten für die behindertengerechte Umgestaltung der Automaten viel höher sein als für den Nachteilsausgleich. Daher war die Entscheidung richtig. So wird gespart.

In einer Pressemitteilung war jetzt zu lesen, dass die Deutsche Bahn im Saarland Opfer von Vandalismusschäden auf mehreren Bahnhöfen geworden ist. Unter anderem litt auch eine Rampe für Rollstuhlfahrer darunter. Im letzten Jahr beliefen sich die Schäden insgesamt auf 50 Millionen Euro. Darunter würden auch die behindertengerechten Automaten leiden. Dann wären die Schäden noch viel höher. Und es dauert lange, bis alle Schäden überhaupt beseitigt werden können.

Daher hat die Bahn die richtige Entscheidung getroffen, die Automaten nicht behindertengerecht umzurüsten.

Georg Gabler schrieb am 27.07.2004, 09:12

Alles in Butter ?

So, nun hat die Gesundheitsministerin ein Machtwort gesprochen: die sog. "Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr" bleibt bestehen.
Wer hat gewonnen: behinderte Menschen!
Es ist nun nicht so ganz klar, wer verloren hat: Ist es der Bund, der entgegen seiner ursprünglichen Absicht auf die Zuschußkürzung verzichtet hat oder hat er nicht verzichtet und die Verkehrsunternehmen bekommen weniger Geld?
Eines ist klar: Kein Verkehrunternehmen in Deutschland kann derzeit barrierefreie (insbesondere blindengeeignete )Einzelverkaufsautomaten zur Verfügung stellen. Man müsste den ganzen Automatenbestand bundesweit erneuern, was immense Kosten verursachen würde. Zuschusskürzungen würden für sie daher eher zu verkraften sein als Umrüstungen.
Wenn Schmidt die Kosten und das Problem also auf die Verkehrsunternehmen abwälzt, so ist ihr und uns vorerst geholfen.
Was dies aber für die Entwicklung des barrierefreien Verkehrs in Deutschland bedeutet, ist noch nicht abzusehen: Je schneller und weiter die Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr voranschreitet, desto grösser werden die Einnahmeverluste der Verkehrsbetriebe.
Daher ist den nächsten Jahren mit den unterschiedlichsten Versuchen von welcher Seite auch immer zu rechnen, diese sog."Schieflage" auszugleichen.
Georg Gabler, Frankfurt/M.

Guntram Hoffmann schrieb am 26.07.2004, 18:34

Es geht doch

Endlich mal wieder eine positive Nachricht durch unsere Ministerin! Eine andere Entscheidung wäre ja kaum möglich gewesen, wenn unsere Bndesregierung wirklich für den Abbau von Benachteiligunge und für Chancengleichheit Behinderter ist.
Nur die Darstellung unserer Frau Bundesministerin, diese Vorschläge nur wegen der Koch-Steinbrückschen-Subventionsabbaupläne veröffentlicht zu haben, ist ja grotesk. Die Bundesregierung wollte mal wieder einen Testballon starten und mal sehen, was das Volk sagt.
Glaubwürdiger wäre Frau Schmidt's heutige Position, hätte sie diese von Anfang bezogen.
Dann hätte sie Behinderten viel Ärger und Sorgen erspart und den Verbänden viel Belastungen und Arbeit, um den Widerstand gegen irre Pläne zu organisieren.
Aber für eine Vernünftige Politik ist es bekanntlich nie zu spät. Es geht doch!

Dipl.-Soz.Arb. Uwe Heineker schrieb am 26.07.2004, 16:40

Na bitte - es geht doch ...

:-)

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