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kobinet-nachrichten
06.08.2004 - 07:31
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Stuttgart (kobinet) Das Kultusministerium von Baden-Württemberg hat die Hörgeschädigtenschule in Stegen in Schutz genommen, die auf dem Sommerfest unter anderem eine Theateraufführung ohne Untertitel und Gebärdensprachdolmetscher aufführte (kobinet 12.7.2004).
Zahlreiche Eltern gehörloser Kinder, gehörlose Erwachsene und andere kobinet-Leser hatten sich nach dem Bericht von Gebärdensprachdolmetscherin Karin Kestner an das Kultusministerium gewandt und die Behörde zum Handeln aufgefordert.
Das Ministerium antwortete allen mit einem fast identischen Brief: «Die Theateraufführung, auf die sich Frau Kestner in ihrem Beitrag bezieht, haben die jungen Schauspieler für guthörende Zuschauer konzipiert und sich dafür entschieden, keinen Dolmetscher oder Untertitel einzusetzen», schreibt das für Fragen der schulischen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit einer Hörschädigung zuständige Referat und behauptet damit allen ernstes, die gehörlosen Schüler selbst hätten sich gegen Dolmetscher und Untertitelung ausgesprochen. Dies müsse, so schreibt das Ministerium weiter, «bei einer so breiten Angebotspalette von Darbietungen (...) auch einmal möglich sein, ohne dass daraus der Vorwurf der Diskriminierung erwächst.» Schulleitung und Kollegium der Schule seien dem Ministerium als außerordentlich tüchtig und engagiert bekannt.
Auf das diskriminierende Plakat mit der Aufschrift «Hört! Hört! Hört!» ging das Ministerium in seinem Schreiben nicht ein. «Gemeinsam wird an der Schule in Stegen in beispielgebender Art und Weise versucht, die jungen Menschen auf einen Beruf und ein Leben in der Gemeinschaft vorzubereiten», glaubt das Ministerium. cl
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