
Mainz (kobinet) Die in Niedersachsen angekündigte Streichung von Blindengeld gefährdet die Beschäftigung blinder Menschen, warnt heute Hans-Peter Terno in einem Beitrag für kobinet. Kommt aus Hannover das Signal, solche schwarzen Pläne bundesweit umzusetzen? Völlig undurchdacht und von kleinlichem Kassendenken gekennzeichnet erscheint dem arbeitsmarktpolitischen Sprecher der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland (ISL) die beabsichtigte Streichung des Blindengeldes. Blinde Arbeitnehmer setzten ihr Blindengeld in der Regel dafür ein, im Haushalt die Arbeiten erledigen zu lassen, zu denen sie wegen ihrer Berufstätigkeit nicht kommen, so Terno. Auch für anderen Mehraufwand wie für private Zeitungsvorleser, Taxifahrten zum Besuch kultureller Veranstaltungen, Ausgleich für nicht wahrzunehmende Sonderangebote, Notwendigkeiten der Entlohnung von Assistenz bei Freizeit- und Urlaubsangeboten müssten blinde Arbeitnehmer aufkommen. Entfällt das Blindengeld in Niedersachsen, entfällt auch die Zeit, in der blinde Menschen arbeiten könnten. «Keine Ausgaben für Blindengeld, dafür Mindereinnahmen bei Lohnsteuer, Sozialversicherung, Krankenkasse, Mehrausgaben für Sozialleistungen», befürchtet Terno. Das könne doch kein Einstieg in das persönliche Budget sein, «wenn in Niedersachsen das persönliche Budget für Blinde, das Landesblindengeld, gestrichen wird». sch