Baierbrunn (kobinet) Auch wenn zunehmend mehr alte Menschen in betreute Einrichtungen ziehen - die Familie bleibt die bedeutendste Institution für pflegebedürftige Senioren. Etwa 2,7 Millionen Frauen und 1,5 Millionen Männer opfern im Schnitt fast drei Stunden täglich für diese Aufgabe, berichtet Dr. Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im Apothekenmagazin «Gesundheit». Nur der kleinere Teil von ihnen, nämlich rund 1,4 Millionen Personen, bekommt dafür finanzielle Zuschüsse über die Pflegeversicherung. Angesichts der absehbaren Defizite dieser Institution empfiehlt Dr. Schupp dem Staat, statt Heimunterbringungen - «für alle die teuerste Lösung» - lieber das Potenzial der Familien zu nutzen. «Jetzt wird erst einmal die Generation pflegebedürftig, die viele Kinder hat.» Die geburtenstarken Jahrgänge könnten einen großen Teil der Pflege stemmen - «wenn man sie unterstützt», so Dr. Schupp. sch Das Apothekenmagazin «Gesundheit» (8/2004) liegt in vielen Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.