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20.09.2004 - 16:10

Weltkindertag: Integration verbessern.

Kassel (kobinet) Anlässlich des Weltkindertages fordert der Koordinator der Kampagne «Marsch aus den Institutionen», Ottmar Miles-Paul, dass die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher verbessert wird. Der immer stärker werdenden Versuchung und Praxis, alle, die nicht perfekt funktionieren oder nicht ins übliche Bild passen, in Sonderwelten auszugrenzen, müsse bereits im Kindesalter durch eine eindeutige Integrationspolitik konsequent entgegen gewirkt werden. «Wen wir erst gar nicht in Sonderschulen und in Sonderwelten aussondern, brauchen wir später auch nicht mehr mühsam zu integrieren. Daher müssen die Weichen für die Beschulung und Unterstützung behinderter Kinder und Jugendlicher von vorne herein auf Integration gestellt werden», fordert Miles-Paul zum Weltkindertag. «Allzu oft machen es sich die herkömmlichen Systeme durch die Möglichkeit der Verweisung behinderter Kinder und Jugendlicher auf die Beschulung und Unterbringung in Sonderschulen und Sonderwelten zu einfach. Die Herausforderung muss ganz klar so sein, dass die Integration das höchste Gut ist. Denn was in anderen Ländern im Integrationsbereich bereits seit vielen Jahren funktioniert, kann und muss auch bei uns Wirklichkeit werden». Ob in Schule, beim Spielen oder im Sport müssten wir dafür eintreten, dass die Angebote so gestaltet werden, dass sie Raum für die Mitwirkung aller Kinder und Jugendlichen bieten. Die Vielfalt der Menschen sei dabei nach Ansicht von Miles-Paul oft erst das Bereichernde von dem alle profitieren. «Gerade am Weltkindertag gebührt es, dass auch die Belange behinderter Kinder und Jugendlicher in den Blickwinkel gestellt werden, denn Eltern von behinderten Kindern und Jugendlichen führen oft einen sehr einsamen Kampf für die gleichberechtigte Teilhabe ihrer Kinder. Anstatt dass die Integration gefördert wird, müssen Eltern oftmals einen mühsamen Kampf dafür führen. Das muss sich ändern, weil dadurch viel Schaden für die Eltern und die Kinder angerichtet wird», so Miles-Paul. Mit der vom Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen koordinierten und von der Aktion Mensch geförderten Kampagne «Marsch aus den Institutionen: Reisst die Mauern nieder» soll in den nächsten Monaten auch für die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher geworben werden. hjr 

 
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