
Berlin (kobinet) Ein außerordentlich starkes Elitefeld wird am kommenden Wochenende beim Berlin-Marathon am Start sein. Rennrollstuhlfahrer und erstmals zugelassene Handbiker müssen allerdings in ihrer Konkurrenz auf die noch in Athen weilenden Favoriten verzichten. Dafür gehen an die 30 behinderte Freizeitsportler mit einem bestimmten Ziel an den Start vor der Siegessäule. Unter den mehr als 35.000 Läufern werden drei Kenianer mit Weltklasse-Bestzeiten von unter 2:07 Stunden erwartet. Eine derartige Dichte von Topläufern dieses Niveaus ist einzigartig in der Geschichte des Berlin-Marathon, bei dem Paul Tergat (Kenia) im vergangenen Jahr mit 2:04:55 Stunden den heute noch gültigen Weltrekord aufgestellt hatte. Bei den Frauen ist eine Japanerin Favoritin: Yoko Shibui ist die drittschnellste Marathonläuferin ihres Landes. Der Startschuss zum 31. Berlin-Marathon für die Läufer fällt am Sonntag um 9 Uhr. Die behinderten Freizeitsportler wollen zunächst sich selbst beweisen und andererseits Stärke zeigen für ihre Teilnahme an der Aktion «Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder». Ottmar Miles-Paul hat auf einem Kasseler Rundkurs für seinen zweiten Marathon in Berlin hart trainiert. «Wir wollen hier zeigen, wie lange und schwierig der Weg oft für behinderte Menschen ist, wenn sie statt in Behinderteneinrichtungen in der Gemeinde leben wollen», so der sehbehinderte Koordinator dieser bundesweiten Initiative. Es soll allen vor Augen geführt werden, was möglich ist, wenn behinderte Menschen die entsprechende Unterstützung bekommen, die sie brauchen. sch