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28.09.2004 - 13:20

Deutsche Kliniken vor Zerreißprobe.

Hamburg (kobinet) In deutschen Kliniken und Krankenhäusern droht eine Entlassungswelle für das Pflegepersonal. Mehr als jeder zweite Krankenhausmanager ist sich sicher, im nächsten Jahr weniger Pflegepersonal zu benötigen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie «Krankenhaus Trend» von Mummert Consulting und «KlinikManagement Aktuell», dem Magazin für die Gesundheitswirtschaft. Weiter bemängelt die Studie das Fehlen von qualifizierten Ärzten: 64 Prozent der Fach- und Führungskräfte befürchten, dass in den nächsten zwölf Monaten ärztliche Stellen wegen Bewerbermangel nicht besetzt werden können.

Nach Schätzungen der Klinikchefs müssen rund 15.000 Ärzte-Stellen neu besetzt werden. Der Grund: Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs werden die Bereitschaftsdienste der Klinikärzte auf deren Arbeitszeit angerechnet. Die Krankenhäuser müssen nun zusätzliche Mediziner einstellen, um eine kontinuierliche Betreuung zu garantieren.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwingt die Klinikmanager zum Umdenken: Krankenhäuser suchen deshalb vermehrt Mediziner aus Osteuropa. So praktizierten Anfang 2004 bereits mehr als 400 tschechische Ärzte an deutschen Kliniken. In den neuen Bundesländern stieg die Zahl osteuropäischer Mediziner im letzten Jahr sogar um mehr als 90 Prozent. Die Experten sind sich einig: Ohne ausländische Fachkräfte können die Krankenhäuser keine adäquate medizinische Versorgung mehr gewährleisten.

Die Klinikmanager wollen zunächst die vorhandenen ärztlichen Ressourcen besser nutzen: Rund 70 Prozent der Fach- und Führungskräfte drängen daher darauf, den Bereitschaftsdienst der Ärzte flexibler zu gestalten. Bei 40 Prozent der Kliniken sind konkrete Arbeitszeitmodelle in Planung, rund 10 Prozent aller Einrichtungen haben diese bereits eingeführt. Anders sieht es beim Pflegepersonal aus, hier zücken die Manager den Rotstift. Nur jeder zehnte Klinikmanager plant, im nächsten Jahr neue Pflegekräfte einzustellen. hjr
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