Düsseldorf (kobinet) 50.100 Betroffene und Fachleute informierten sich auf der REHACare in Düsseldorf. Der Markt rund um Rehabilitation und Pflege ist ein Markt mit großem Nachfragepotenzial, aber auch mit Hemmnissen. Diese Bilanz ziehen Aussteller und Veranstalter der REHACare International 2003, die heute nach vier Tagen zu Ende ging. Die Zahl der Besucher hat gegenüber den Vorjahren noch einmal leicht zugelegt. 2002 reisten 48.007 Besucher zur Messe. Friedel Rinn, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte, registrierte «ein enorm aufgeschlossenes und interessiertes Publikum, das allerdings auf Grund der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen verunsichert ist». Die Messe habe gezeigt, dass heute hochwertigste Hilfsmittel zur Verfügung stehen, die das Leben von Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf wesentlich erleichtern können. Deshalb würden so schnell wie möglich langfristige und verlässliche Informationen über Kostenerstattungen und Zuzahlungen gebraucht. Die nächste REHACare findet vom 10. bis 13. November 2004 in Düsseldorf statt. sch
Stephan Zöllner schrieb am 22.10.2003, 10:26
Anbei der Inhalt eines E-Mails an den UFA Palast Düsseldorf:
Datum: Mon, 20 Oct 2003 13:52:10 +0200 (CEST)
Von: "Stephan Zöllner" <stephan_zoellner@yahoo.de>
Betreff: Mein Versuch, Ihr Kino zu besuchen
An: ufapalast-duesseldorf@ufakino.de
Sehr geehrte Damen und Herren der Geschäftsleitung!
Ich weilte vom 15. bis zum 17.10.2003 in Düsseldorf
zum Besuch der RehaCare. Am Do. hatte ich vor, mir in
Ihrem Kino den Streifen "Das Wunder von Bern"
anzusehen. Ich benötige für längere Strecken einen
Rollstuhl. Ich hatte telefonisch eine Karte
vorbestellt (Nr.: 20). Das erste Problem stellte sich
für mich am Eingang. Wie soll ein Rollstuhlfahrer
diese Türen aufbekommen?
Als mich dann nach gut fünf Minuten andere
Kinobesucher, die das Kino verließen, hineingelassen
haben, wollte ich meine Karte abholen. Ich erhielt
dort zur Antwort, daß ich diese Karte nicht bekommen
könnte, sondern nur den Rollstuhlplatz in der ersten
Reihe. Daß man aus dieser Reihe den "besten" Blick
hat, ist denke ich bekannt. Meinem Einwand, daß ich
den Rollstuhl im Kino nicht benötigen würde, wurde mit
einem Verweis auf die Brandschutzordnung abgewiesen.
Ich denke, daß ich im Brandfall ein geringeres
Hindernis ohne Rollstuhl darstelle, als mit Rollstuhl.
Daraufhin habe ich gern auf den Besuch dieses Kinos
verzichtet. Auf meine Frage, wie ich aus der Tür
rauskommen soll, wurde mir entgegnet, daß ich doch
warten soll, bis mich jemand rausläst.
Soviel zum Thema Freundlichkeit und Service.
In meiner Heimatstadt sage ich Ihnen ganz ehrlich, ist
mir so etwas noch nicht passiert. Die UCI-Kinowelt in
Düsseldorf hat mir sofort jegliche Unterstützung
zugesichert. Dieser Besuch ist nur an der großen
Entfernung zu meinem Hotel gescheitert.
Mit freundlichem Gruß!
Stephan Zöllner
P.S.: eine Kopie dieses Mails werde ich an die
örtliche Presse sowie an die Kobinet-Nachrichten
(Internet-Portal mit Informationen für Behinderte) als
Leserbrief weiterleiten.
Stephan Zöllner schrieb am 22.10.2003, 10:25
Im folgenden möchte ich den Inhalt eines E-Mails zur Kenntnis geben, welches ich an die Rheinbahn Düsseldorf geschrieben habe.
Ich möchte Ihnen im folgenden schildern, was ich in der letzen Woche als E-Rolli-Fahrer mit der Rheinbahn erlebte.
1.: Linie 709:
Es ist sehr schön, daß auf dieser Linie neue Züge eingesetzt werden. Diese haben ja sogar ein Rollstuhl-Symbol an der ersten Tür. Ich kam sicherlich mit meinem Rolli rein, da er sehr gut "klettern" kann. Aber wie sollen andere Rollifahrer zum Beispiel an der Haltestelle Berliner Allee in die Bahn reinkommen?
2.: Hauptbahnhof
An einem Tag wollte ich vom Hauptbahnhof zur Rehacare fahren. Ich kam auch in den Aufzug rein, dann tat sich aber nichts mehr. Wahrscheinlich war ich mit meinem Rolli für den Aufzug zu schwer (Gewicht incl. Rolli ca. 175 kg). Als ich wieder rausgefahren bin, klemmte mich die Tür natürlich ein da ich mit zwei Rädern schon draußen war. Dank des Einsatzes eines Passanten kam ich aus dem Aufzug wieder raus. Er informierte dann auch einen Rheinbahnmitarbeiter, der den Aufzug so umgeschaltet hat, daß ich hinunter fahren konnte. Desweiteren muß ich an diesen Aufzügen bemängeln, daß die Bedienfelder für einen Rollstuhlfahrer sehr ungünstig angebracht sind. Desweiteren hat nicht nur mich gestört, daß man rückwärts aus dem Aufzug rausfahren muß. Besser wären natürlich Aufzüge mit zwei Türen.
3.: Bus 785
Am 17.10. wollte ich mit dem Bus von der Steinstr. nach Reisholz fahren. Ich konnte die S-Bahn nicht benutzen, da der S-Bahnhof Reisholz in Richtung Köln keinen rollstuhlgerechten Ausstieg besitzt. An der Steinstr. kam ich ganz gut in den Bus hinein, sagte dem Fahrer auch, daß ich nach Reisholz will. Dieser fragte nach ob ich dort zum Bahnhof will, was ich bejate. Allerdings hat er am Bahnhof Reisholz den Bus nicht abgesenkt. Dem Einsatz eines anderen Fahrgastes, der sich geistesgegenwärtig hinter den Rolli gestellt hat, habe ich es zu verdanken, daß der Rolli nicht nach hinten umgekippt ist.
Ich hoffe ich habe Ihnen ein paar Anregungen gegeben, wie man in Zukunft einige Dinge besser regeln kann. Vor Allem im Sinne der Behinderten.
Mit freundlichem Gruß!
Stephan Zöllner
P.S.: in Bonn gibt es zum Beispiel meines Wissens einen Behinderten-Beirat bei den Stadtwerken, welcher schon einige positive Dinge für uns Rollifahrer erreicht hat.