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kobinet-nachrichten
12.10.2004 - 09:43
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Erfurt (kobinet) Thüringens Blinden- und Sehbehindertenverband (BSVT) hat die Erklärung von Sozialminister Dr. Klaus Zeh zur gegenwärtig stattfindenden Woche des Sehens begrüßt, zugleich aber dessen Ankündigung einer weiteren Kürzung des Landesblindengeldes scharf kritisiert. Der Verband würdigt die Bestrebungen der Landesregierung, behinderten Menschen eine immer bessere Integration und eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. «Wir stimmen Herrn Minister Dr. Zeh zu, wenn er zum Ausdruck bringt, dass es dabei auf jeden Einzelnen ankommt und dass es gilt, das Verständnis für die Probleme Behinderter zu verbessern», sagte Verbandsvorsitzender Peter Och in Erfurt. «Im Gegensatz zu dieser Absichtserklärung steht allerdings die von Minister Dr. Zeh angekündigte Kürzung des Landesblindengeldes auf 400 Euro für Erwachsene beziehungsweise 200 Euro für Kinder und Jugendliche, also um mehr als 17 Prozent.» Das Landesblindengeld stelle einen Ausgleich für Mehraufwendungen dar, die blinde Menschen unabhängig von ihrem Einkommen haben. Eine Armbanduhr, bei der für den Blinden die Zeit tastbar ist, koste das Mehrfache einer Armbanduhr für einen Sehenden. Bücher in Blindenschrift seien zehnmal so teuer wie vergleichbare Bücher in Normalschrift. Blinde Menschen benötigten für viele Verrichtungen eine Hauswirtschaftshilfe oder wenn sie einen anderen Ort aufsuchen müssen ein Taxi. Die Preise für derartige Leistungen seien in den vergangenen Jahren keinesfalls gesunken, sondern eher weiter gestiegen. Dennoch hat der Blinden- und Sehbehindertenverband in den letzten Jahren viel Verständnis für die schwierige Finanzlage des Freistaates gezeigt. «Vor mehr als fünf Jahren haben wir den Wegfall der Dynamisierung der Leistung hingenommen, und im Jahre 2000 mussten wir, wenn auch mit Bedauern, die Kürzung des Landesblindengeldes von 1063 DM auf 950 DM akzeptieren», erklärte Och. Blinde und Sehbehinderte seien auch von allen anderen Kürzungen auf sozialpolitischem Gebiet betroffen, sodass die beabsichtigte weitere Kürzung des Blindengeldes eine unbillige Härte für diesen Personenkreis darstelle. Schließlich sei auch nicht verständlich, dass Ministerpräsident Dieter Althaus in seiner Regierungserklärung eine Kürzung des Blindengeldes auf den Durchschnitt der Bundesländer ankündigte, die ein Blindengeld zahlen, während nun plötzlich von einem Durchschnitt der «jungen Bundesländer» die Rede ist. sch
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