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15.10.2004 - 07:55

Blinde wieder Almosenempfänger?.

Berlin (kobinet) Zum heutigen Tag des weißen Stockes rufen blinde Menschen in Deutschland zur Unterstützung einer bundesweite Kampagne «Blindengeld muss bleiben» auf. Sie wollen 500.000 Unterschriften sammeln, damit Blinde und Sehbehinderte nicht wieder zu Almosenempfängern werden. Andreas Bethke, selbst blinder Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) und einer der Sprecher der Initiative (www.blindengeld-muss-bleiben.de) sagte: «Die 145.000 blinden Menschen in diesem Land werden sich nicht widerstandslos wieder zu Almosenempfängern wie in den schlimmsten Nachkriegszeiten machen lassen. Wir bitten deshalb alle Menschen mit einem sozialen Gewissen in diesem Land, sich für den Erhalt des blindheitsbedingten Nachteilsausgleichs einzusetzen und sich in unsere Unterschriftenlisten einzutragen.» Am 18. und 19. November wird sich die Konferenz der Sozialminister der Länder mit der Zukunft des Blindengeldes befassen. Die Selbsthilfeorganisationen der blinden Menschen in Deutschland befürchten, dass bei diesem Treffen die bundesweite Abschaffung des Blindengeldes beschlossen wird. «Wir fordern von den Sozialpolitikern Deutschlands stattdessen, dass sie blinde Menschen mit an ihren Tisch holen und gemeinsam mit ihnen darüber nachdenken, wie das für die Betroffenen existentielle System der Landesblindengelder zukunftssicher gemacht werden kann. Bis dahin fordern wir den Stopp von Kürzungs- und Abschaffungsplänen», erklärte Uwe Boysen, Vorsitzender des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS). Der jährlich am 15. Oktober stattfindende Tag des weißen Stockes ist seit 40 Jahren der internationale Aktionstag, an dem über 50 deutsche Organisationen der blinden Menschen und ihre Förderer auf die speziellen Belange der Menschen ohne Augenlicht hinweisen. sch  

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