
Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Crimmitschau (kobinet) Sachsen sind helle und oft auch erfinderisch, einer von ihnen Thomas Walther. Der Chef der Firma Walther-Technik GmbH ist heute wieder im heimischen Crimmitschau, nachdem er vergangene Woche bei seinem Messedebüt auf der REHACare eine pfiffige Neuentwicklung vorgestellt hat: die aus dem Auto bedienbare und mit einer Solarzelle betriebene Parkplatzsperre ParkCon. Die Heimatstadt von Thomas Walther war einst wichtiger Standort der Textilindustrie in Westsachsen, dessen Tradition bis auf die 1429 urkundlich erwähnten Tuchmacher und Leineweber in Crimmitschau zurückgeht. Seit 13 Jahren hat die Stadt mit dem Zusammenbruch der traditionellen Industrie rückläufige Einwohnerzahlen – von rund 30.000 um 1970 auf heute noch knapp 22.500. Vor allem die Jugendlichen wandern ab, wenn sie weiter südlich Arbeit suchen oder schon gefunden haben. Walther will Arbeit schaffen – hier in Crimmitschau. Walther-Technik ist in der Region als Familienunternehmen seit 70 Jahren aktiv. Bei seinem Vater ist der heutige Chef als Abiturient in die Lehre gegangen und hat Schmied gelernt. Das war ein traditionsreicher Beruf, schließlich wurde schon 1563 in Crimmitschau die erste Innung der Schmiede gegründet. Das Stahl- und Metallbau-Unternehmen, das weiterhin für Fenster, Türen, Fassaden und Torsysteme höchste Qualität liefern will, hofft nun auf eine weitere Produktlinie und einen weit über Crimmitschau hinausreichenden Markt. «Wir bieten eine überfahrsichere, elektrische und kostengünstige Parkplatzsperre an. Einzelparkplätze in Hoch- und Tiefgaragen sowie private Stellplätze zum Beispiel in Wohnsiedlungen können so abgesichert werden. Widerrechtliches Zuparken eines Behindertenparkplatzes wird verhindert. Durch die kompakte Bauweise ist die Montage schnell und einfach. Durch die Verwendung hochwertiger Materialien ist unsere Parkplatzsperre langlebig und wartungsfrei, weitgehend auch vor Vandalismus sicher. Die Bedienung erfolgt bequem per Funksteuerung aus dem Auto. Durch Knopfdruck erfolgt ein automatischen Heben und Senken der Sperre und ermöglicht ein kontrolliertes Einparken», erläuterte der Crimmitschauer bei der Demonstration der Anlage in Düsseldorf. Wenn es um die Darstellung der Vorteile seiner Entwicklung geht, an der er etwa ein Jahr lang herumgetüftelt und rund 30.000 Euro investiert hat, ist Thomas Walther kaum zu bremsen. Auch vom Integrationsamt der Stadt sei schon Bedarf für eine wirksame Absicherung der Behindertenparkplätze angemeldet worden. Das Gerät wurde in Düsseldorf als überzeugende Alternative zu dem üblichen Spiel aufgenommen, das da heißt: Polizei anrufen, Ordnungswidrigkeit feststellen lassen und auf Abschleppen bestehen, damit der Parksünder den dringend benötigten Platz freimacht. Thomas Walther ist optimistisch, ein verkaufbares und Arbeitsplätze schaffendes Produkt auf dem Markt zu etablieren. Hinter sich hat er ein leistungsfähiges Team. Sportart Nummer eins in der westsächsischen Kleinstadt ist Eishockey. Der ETC Crimmitschau spielt in der 2. Bundesliga – derzeit noch am Ende der Tabelle. Der 2:1-Sieg der «Eispiraten» gegen den favorisierten SC Riessersee aus Garmisch-Partenkirchen vergangene Woche stimmt die Fans hoffnungsfroh, näher heran an die Spitze zu kommen.