
Berlin (kobinet) Hohen Neuendorf bei Berlin hat seit heute ein neues Altenheim. Es ist das 100. Altenheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in den neuen Bundesländern. Vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde indes bekannt, dass die Vorteile Betreuten Wohnens von behinderten Menschen zunehmend erkannt werden. Der ASB hat in den letzten 15 Jahren, insbesondere in den neuen Bundesländern, einen enormen Zuwachs an Altenpflegeheimen zu verzeichnen. 1991 gab es 35 Altenheime in Trägerschaft des ASB, 1996 waren es 62 und heute sind es bereits 100. «Der ASB entwickelt ständig neue Konzepte und integriert neue Trends frühzeitig in seine Planungen, um den Ansprüchen einer zeitgemäßen Altenpflege gerecht zu werden», so Thomas Dieckhoff, Referent für Stationäre Einrichtungen beim ASB-Bundesverband in einer Pressemitteilung. Einige Pflegeheime haben sich z.B. auf so genannte Hausgemeinschaften spezialisiert und positive Erfahrungen mit diesem Pflege- und Betreuungskonzept gemacht. Hausgemeinschaften sind professionell begleitete Altenwohngemeinschaften für Pflegebedürftige, insbesondere Demenzkranke, in einer Größe von sechs bis zwölf Personen. Als zentraler Lebens- und Kommunikationsraum steht ein großer Wohnraum mit Küche zur Verfügung, in dem sich das Gemeinschaftsleben der Mitglieder der Pflegewohngemeinschaft abspielt. Westfalenweit könnten statt der bislang 8.200 behinderten Menschen rund 10.000 Behinderte nicht im Elternhaus oder im Wohnheim, sondern betreut in ihrer eigenen Wohnung leben, so eine Schätzung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). «Längst nicht jeder behinderte Mensch braucht die 'All inclusive'-Betreuung, die ein Wohnheim bietet», sagte LWL-Direktor Wolfgang Schäfer. Seit dem 1. Juli 2003 ist der LWL nicht nur für die Heimkosten verantwortlich, sondern er zahlt auch die Kosten des Betreuten Wohnens behinderter Menschen, für beides zusammen mehr als 700 Millionen Euro jährlich. Der Steuerzahler spare durch das Betreute Wohnen Geld, denn ein Platz im betreuten Wohnen koste nur etwa 30 Euro pro Tag, im Wohnheim dagegen durchschnittlich 80 Euro, sagte der Direktor des Verbandes, dessen Mitglieder die 27 westfälischen kreisfreien Städte und Kreise sind. Schäfer: «Was für viele Menschen selbstverständlich ist, die Wohnung selbst einzurichten, Freunde nach Hause einladen zu können oder selbst zu kochen, sind für Menschen mit Behinderung erste Schritte in ein eigenständiges Leben und zwar dann, wenn die Betreuung dazu kommt. Das heißt Hilfe zu haben, wenn es einem schlecht geht oder Unterstützung zu bekommen beim Geldeinteilen, Briefe schreiben oder Putzen.» sch