
Luzern (kobinet) In Luzern (Schweiz) ist am Montagabend der Schindler-Architekturpreis für barrierefreies Bauen vergeben worden. Ein Architekturstudent aus Paris gewann den 1. Preis. 72 europäische Architekturschulen und rund 500 Studenten hatten an dem mit insgesamt rund 140 000 Euro dotierten Wettbewerb teilgenommen. Das Preisgeld kommt sowohl den Studenten als auch ihren Schulen zugute.
Die Studenten hatten die Aufgabe, ein Brüsseler Viertel so zu planen, dass es für alle Menschen barrierefrei nutzbar ist. Die Plätze 2 und 3 gingen an Studenten aus Krakau (Polen) und Lund (Schweden). Daneben wurden sieben weitere Projekte aus Belgien, Deutschland und Frankreich sowie Georgien, Polen und Österreich ausgezeichnet. Der US-amerikanische Architekt Daniel Libeskind sagte bei der Preisverleihung, es sei eine Frage von Demokratie, ob Architektur für alle erlebbar ist.
Cécil Tirard, der den 1. Platz belegte, hatte sich als einer der wenigen Bewerber bei behinderten Menschen über deren Bedürfnisse informiert. Seine Neugierde wurde belohnt.
Den 2. Platz gewannen zwei Studenten aus Krakau (Polen), deren Entwurf besonders bei den behinderten Mitgliedern der Jury gut ankam. Sie hatten die Balkone der Wohnungen so angeordnet, das die Mieter völlig barrierefrei in den Baumkronen sitzen können.
Einer der deutschen Entwürfe führte zu heftigen Diskussionen bei der Jury und auch bei dem Luzerner Publikum, das die Entwürfe in einer Ausstellung betrachten konnte. Der Entwurf entsprach zwar den Anforderungen an eine rollstuhlgerechte Umwelt und war auch architektonisch anspruchsvoll. Das Gelände war jedoch so verwinkelt und komplex angeordnet, dass sich blinde und sehbehinderte Menschen auf dem Gelände nur schlecht orientieren konnten. cl