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kobinet-nachrichten 11.11.2004 - 08:25
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Ilja Seifert und Jana Hrda erneut an Prager Karls-Universität

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Berlin / Prag (kobinet) Am kommenden Wochenende findet an der Prager Karls-Universität ein Blockseminar statt. Referenten sind der Berliner Behindertenaktivist Dr. Ilja Seifert und die Prager Behindertenrechtlerin Jana Hrda. Kurz vor seiner Abreise in Richtung Tschechien sprach kobinet-Redakteurin Elke Bartz mit Ilja Seifert.

kobinet-nachrichten: Ilja Seifert, in wenigen Minuten geht es ab in Richtung Prag zum zweiten Blockseminar an der renommierten Karls-Universität. Was erwartet die Teilnehmenden?

Ilja Seifert: Im Mai hat das erste Blockseminar, das ich zusammen mit Jana Hrda durchgeführt habe, stattgefunden. Die Resonanz war so überaus positiv, dass es nun Fortsetzung findet. Jana und ich werden wieder gemeinsam referieren und mit den Studierenden diskutieren.

kobinet-nachrichten: Um welche Themen geht es genau?

Ilja Seifert: Das Seminar wird sich hauptsächlich mit Themen wie «Leben mit persönlicher Assistenz», «Beseitigung von Barrieren» und «Bioethik und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen» befassen.

kobinet-nachrichten: Also sozusagen ein bunter Querschnitt?

 


Ilja Seifert: Richtig; wir haben ja immerhin 16 Unterrichtsstunden zur Verfügung um die Thematiken zu vertiefen. Die persönliche Assistenz ist in Tschechien noch ziemlich unbekannt, obwohl Aktivisten wie Jana Hrda schon seit einigen Jahren alles dafür tun, um sie zu etablieren. Bioethik hingegen scheint noch gar kein Thema - selbst bei behinderten Menschen, die ja besonders betroffen sind - gewesen zu sein, wie wir beim ersten Seminar im Mai feststellen mussten. Die Studierenden waren jedoch sehr interessiert und wollten unbedingt mehr wissen. Sehr gefreut hat mich, dass Vlaclav Krasa, der Vorsitzende des Nationalen Tschechischen Behindertenrates, mich kürzlich darauf angesprochen hat, die Bioethik auch in Tschechien künftig ins Bewusstsein rufen zu wollen. Beim Seminar wird das von mir verfasste und sowohl in deutsch als auch in tschechisch erschienene Buch «Lob der Unvollkommenheit» die Basis zur Diskussion bilden.

kobinet-nachrichten: Wie haben die Teilnehmenden des ersten Blockseminars überhaupt auf zwei behinderte ReferentInnen reagiert? Jana Hrda ist ja wie Sie selbst hoch querschnittgelähmt.

Ilja Seifert: Zunächst mit interessierter Zurückhaltung, um dann jedoch schnell ‚aufzutauen' und mitzuarbeiten. Das ist neben den inhaltlichen Themen ohnehin unsere zusätzliche Intension: Wir wollen, dass die Disability studies in Tschechien genau wie in Deutschland Einzug halten. Die Erfolge und das Interesse bei der letztjährigen Sommeruni in Bremen haben gezeigt, dass die Zeit reif dazu ist.

kobinet-nachrichten: Dann danken wir für das Gespräch, wünschen eine gute Reise und viel Erfolg in Prag.
 

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