15.11.2004
- 13:34
Elektronische Gesundheitskarte vorgestellt.
Ingolstadt (kobinet) Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) präsentierte heute gemeinsam mit Dr. Siegfried Jedamzik, Geschäftsführer des Praxisnetzes GOIN, die Funktionsweise des Pilotprojektes einer elektronischen Gesundheitskarte. Gezeigt wurde dabei unter anderem die Erstellung und Einlösung eines Rezepts. «Unsere fast fünfjährigen intensiven Vorbereitungen der Einführung einer Gesundheitskarte haben sich gelohnt», bilanzierte dabei die Ministerin. Das Ergebnis sei mehr als überzeugend.
Die Einführung der Gesundheitskarte gilt weltweit als größtes Telematikprojekt im Gesundheitswesen. 80 Millionen gesetzlich und privat Krankenversicherte sollen mit einer Mikroprozessorkarte ausgestattet werden, die die bisherige Krankenversichertenkarte ersetzt. Neben der Speicherung der Versichertendaten soll damit die Übermittlung elektronischer Rezepte ermöglicht werden. Zudem soll die Karte den Nachweis enthalten, dass der Inhaber berechtigt ist, sich im europäischen Ausland behandeln zu dürfen. Weitere Anwendungen können unterstützt werden, wenn dies der Versicherte ausdrücklich wünscht. Hierzu zählen vor allem Angaben zur Arzneimitteldokumentation, Notfalldaten und elektronische Arztbriefe. Neben der Ausgabe der Karten müssen dazu deutschlandweit rund 185.000 niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, fast 22.000 Apotheken und rund 2.200 Kliniken vernetzt werden.
Stewens: «Bayern hat alle notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen und steht in den Startblöcken. Jetzt muss die Bundesregierung endlich das Startsignal geben und eine verbindliche Zusage an die Regionen erteilen, die am Modellprojekt teilnehmen.» Andernfalls sei das geplante Einführungsdatum am 1. Januar 2006 nicht realisierbar. Jedamzik vom Praxisnetzwerk GOIN äußerte sich in der vergangenen Woche noch skeptisch, als er die Gesundheitskarte mit einer Black Box verglich. «Die Ärzte wissen kaum Bescheid, was auf sie zukommt.» hjr
Leserbriefe zu diesem Artikel:.
Stefanie Liedtke schrieb am 13.12.2004, 10:02
Gläsernd-Übertreibt mal nicht!
Wie war das denn damal als man der Bank Geld vertraute mit Pin Nr?Und damals hatte man es auch bar bekommen mit verwaltung...und jetzt man kann sich nicht vor allem schützen!ist klar aber es ist sehr vorteilhaft in Notfällen!Frau liedtke, Löhne
Ralf Sondermeyer schrieb am 16.11.2004, 09:05
gläserner Patient
und bald ist der Mensch durchsichtig wie Glas....
Noch ist alles freiwillig. Auch was gespeichert wird. Doch wer die Machthaber kennt...
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