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kobinet-nachrichten
20.11.2004 - 06:28
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Stuttgart (kobinet) Die Kampagne «Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder» findet immer mehr Unterstützer. Nun hat sich die Abteilung «Individuelle Schwerstbehinderten-Assistenz» (ISA) der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart in den Reigen der Befürworter eingereiht. Um das Thema «Persönliches Budget - Assistenz für Menschen mit Behinderungen» ging es diesmal beim monatlichen Treff der ISA, an dem rund 100 Interessierte teilnahmen. Dr. Jörg Kastl, der zusammen mit Dr. Heidrun Metzler die wissenschaftliche Begleitforschung zum baden-württembergischen Modell durchführt, berichtete über seitherige Erfahrungen mit den Persönlichen Budgets. Bisher beteiligten sich weniger behinderte Menschen am Modellprojekt als ursprünglich erhofft. Das läge zum einen an den Befürchtungen der Behinderten, dass die Budgets zu knapp bemessen würden, anderseits an Ängsten der Rehaträger, die im Gegenteil höhere Kosten auf sich zukommen sähen. Cornelia Elser, eine von zwei Budgetassistentinnen in Baden-Württemberg stellte ihren Aufgabenbereich und die Notwendigkeit von Budgetberatung und -unterstützung dar. Dr. Tilmann Kleinau, Assistenznehmer, sah große Chancen zur Selbstbestimmung behinderter Menschen durch die Budgets. Die Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA), Elke Bartz, befürwort Persönliche Budgets, sofern sich deren Bemessung am individuellen Bedarf festmacht. Ansonsten fürchtet sie Unterversorgungen und reine Sparmaßnahmen. Martin Beitinger von der ISA begrüßte die Einführung der Budgets ebenfalls, mahnte jedoch wie Bartz an, dass diese nicht mit Leistungskürzungen verbunden sein dürften. In seinem Beitrag beteuerte er, wie wichtig die von ForseA und anderen Organisationen durch geführte Kampagne sei, um allen behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Deshalb schließt sich die ISA den Unterstützerorganisationen an. «Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Kampagne und damit auch die Menschen mit Behinderungen Unterstützung gerade derjenigen erfahren, die in der Behindertenarbeit tätig sind. Hier zeigt es sich, dass längst nicht alle Mitarbeiter von Institutionen bewegungslos verharren, sondern erkennen, wie wichtig es ist flexible ambulante Angebote zu schaffen. Das ist die Voraussetzung dafür, die Anstaltsmauern einzureißen», freut sich Bartz. hjr
Weitere Infos auf den Seiten von ForseA
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