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22.11.2004 - 10:30

Journalisten im Bett.

Frankfurt a.M. (kobinet) Die «embedded journalists» (eingegebette Journalisten) wie diesen Kriegskorrespondenten von CNN macht Frantek zum Thema seiner Montag-Kolumne im Frankfurter Online-Magazin FORUM. Die umstrittene Art dieser Berichterstattung aus dem Irak-Krieg wird inzwischen auch im zivilen Anwendungsbereich diskutiert. Von Schleichwerbung sind selbst Behindertenmedien nicht verschont. Embedded Forever (Für immer eingebettet) ist Thema des 18. Journalistentages am 27. November in Berlin. Die Deutsche Journalistinnen- und Jornalisten-Union (dju) wirft die Frage auf: Verkommt der Journalismus im bequemen Bett von PR und Marketing? Im Vergleich zu dem PR-Aufwand von Unternehmen, politischen Parteien oder großen Verbänden bewegt sich die Öffentlichkeitsarbeit von Initiativen behinderter Menschen im bescheidenen Rahmen. Mal abgesehen von der Aktion Mensch und einigen großen Behindertenverbänden wird Journalismus für Behindertenmedien ehrenamtlich beziehungsweise in einer immer krasser werdenden Form der Selbstausbeutung betrieben. In dieser Situation ist die Gefahr von Schleichwerbung Tag für Tag gegeben. In seiner jüngsten Ausgabe hat zum Beispiel ein Münchener Magazin für Lebensqualität «Sechs Starrrahmen-Rollstühle im großen HANDICAP-Praxistest» angekündigt. Nach 17 Seiten kam der Tester, der vom Berlin-Marathon bekannte Rollstuhlsportler Dr. Reiner Pilz, zu dem Ergebnis: «Die getesteten Starrrahmen-Rollstühle überzeugen allesamt in Funktion und Design». Einer Berliner Firma wurde dann noch der besondere Dank für die logistische Unterstützung abgestattet. Ohne dem wegen mitunter sehr informativer Beiträge geschätzten Handicap-Magazin zu nahe zu treten, hält der Kolumnenschreiber seinen Eindruck fest, dass hier das Niveau jener Schreiber erreicht wurde, die mit kaum umfrisiertem PR-Material der Anbieter für Neuheiten bei Automobilen oder auf dem Reisemarkt werben. Jupp  

 
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