
Kassel (kobinet) Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen des Weibernetz e.V. warnt anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November vor negativen Auswirkungen der politischen Sparwelle für Frauen mit Behinderungen. Von den aktuellen Kürzungen der Länder und Kommunen seien insbesondere auch Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen betroffen. Viele Häuser würden sogar ganz geschlossen. Indem öffentliche Schutzräume wegfielen, werde Gewalt gegen Frauen wieder zum persönlichen Problem. «Wenn in Frauenhäusern und Beratungsstellen Gelder gekürzt oder sogar komplett gestrichen werden, wird der positive Trend des Ausbaus barrierefreier Beratungsangebote für behinderte Frauen ins Stocken geraten. Wenn Beratungsstellen und Frauenhäuser um ihre Existenz kämpfen müssen, bleiben keine Ressourcen mehr für eine Erweiterung ihrer Angebote für behinderte Frauen. Dies ist ein Rückschritt der Interventionsarbeit», erläutert Bärbel Mickler vom Vorstand des Bundesnetzwerks Weibernetz e.V. In Deutschland leben ca. vier Millionen Frauen mit Behinderung. Dass mehr als 60 Prozent der behinderten Frauen in Deutschland, die in Einrichtungen leben, von sexualisierter Gewalt betroffen sind, belegen diverse Studien. Für diese Frauen sind Anlaufstellen außerhalb der Einrichtung besonders wichtig, denn zur Aufdeckung der Gewalt ist eine Aufklärung und Unterstützung außerhalb des Systems notwendig. «Die Zusammenarbeit von Einrichtungen der Behindertenhilfe mit Notruf- und Beratungsstellen hat erst vor wenigen Jahren angefangen. Wenn jetzt die Personalstellen in den Beratungsstellen gekürzt werden, bleibt keine Zeit mehr für intensive Kontakte mit behinderten Frauen», befürchtet Mickler abschließend. omp